Tourismus/Ausschuss

thema-im-bundestagBerlin – (hib/WID) Kulturtourismus: Wie können Kulturangebote auch ländliche Räume für Touristen attraktiver machen? Unter dem Projekttitel „Die Destination als Bühne“ lässt das Bundeswirtschaftsministerium diese Frage derzeit am Beispiel von bisher drei Modellregionen untersuchen. Eine Zwischenbilanz legten Vertreter der beiden begleitenden PR-Agenturen sowie der beteiligten Regionen am Mittwoch dem Tourismusausschuss vor. Ihr Befund lautete: Fremdenverkehrsgebiete, deren Bekannntheit sich vor allem ihren landschaftlichen Reizen verdankt, können durch Kulturangebote zusätzliche Alleinstellungsmerkmale gewinnen. Dafür müssten aber Kulturschaffende und Touristiker besser kooperieren und Angebote stärker auf die Bedürfnisse der Besucher abstimmen.

Kulturtourismus zählt zu den starken Seiten der deutschen Fremdenverkehrswirtschaft, beschränkt sich aber auf Städte und einige wenige prominente Regionen. Diese Feststellung war der Ausgangspunkt des im Juli 2015 gestarteten Projekts, mit dem das Wirtschaftsministerium gemeinsam mit dem Tourismusberater Dwif-Consulting und der Dresdner Agentur Sandstein Kommunikation Erfolgsaussichten des kulturell orientierten Fremdenverkehrs in ländlichen Räumen erkundet. In einer ersten Phase wurden bis März vorigen Jahres aus 77 Bewerbungen Ostfriesland, die Oberlausitz und die Zugspitz-Region als Modellgebiete ausgewählt. Die Laufzeit des Projekts ist bis Mitte 2018 befristet.

Für das Fremdenverkehrsmarketing der Zugspitz-Region stellte Thomas Lackner vor dem Ausschuss fest, dass in seiner Gegend der Kulturtourismus gewissermaßen erfunden worden sei: Bereits Ende des 19. Jahrhunderts habe der englische Anbieter Thomas Cook Pauschalreisen zu den Passionsspielen in Oberammergau organisiert. Gleichwohl sei der Landkreis Garmisch-Partenkirchen vor allem für Wintersport und Naturerlebnisse bekannt. Die „extrem hohe Museumsdichte“ – 15 staatliche und private Einrichtungen auf 80.000 Bewohner – werde dahingegen bislang nur unzulänglich gewürdigt. Eine Gelegenheit, das Voralpenland als Kulturdestination ins Licht zu setzen, soll im Mai nächsten Jahres die bayerische Landesausstellung „Wald, Gebirg und Königstraum – Mythos Bayern“ im Kloster Ettal bieten.

Am geographisch anderen Ende der Republik muss auch Ostfriesland damit leben, der Außenwelt weniger als Kulturstandort denn als Reiseziel für Strand- und Badeurlauber bekannt zu sein. Immerhin gibt es hier, wie Imke Wemken von der Ostfriesland Tourismus GmbH dem Ausschuss berichtete, ein Netzwerk von Fremdenverkehrs- und Kulturanbietern, das sich um die Emdener Kunsthalle gruppiert und seit 2007 alle drei Jahre ein „kulturtouristisches Themenjahr“ organisiert. Die Zahl der beteiligte Partner sei stets gestiegen, allerdings gebe die „langfristige Finanzierung“ Anlass zur Sorge, sagte Wemke. Doch hätten in Ostfriesland Kulturmenschen und Touristiker gelernt, miteinander zu reden.

Die Oberlausitz kann Besucher, die hauptsächlich zum Wandern und Radeln kommen, mit dem Nebeneinander zweier Sprachen, des Deutschen und des Sorbischen, und mit mittelalterlichen Städten wie Görlitz und Bautzen überraschen. Nach den Worten von Franziska Dießner, Projektmanagerin im Tourismus-Marketing, behindern hier allerdings strukturelle Probleme den kulturtouristischen Aufschwung. Die Region sei in zwei Landkreise und acht Fremdenverkehrsgebiete aufgeteilt, die nicht immer ohne weiteres miteinander kooperieren wollten. Sie habe zudem ein Imageproblem: Nur 61 Prozent der Deutschen wüssten überhaupt von der Existenz der Oberlausitz.

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Text: Deutscher Bundestag

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