Bonn – Empfehlungen für eine bessere medizinische Behandlung von Menschen mit Behinderung

Nachrichten aus Bonn am Rhein-Aktuell-Bonn (NRW) – Mit neun Thesen hat der Arbeitskreis „Inklusion im Gesundheitswesen“ der Kommunalen Gesundheitskonferenz Empfehlungen formuliert, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen für das Thema zu sensibilisieren.

Bonner Impuls „Inklusion im Gesundheitswesen“ heißt die Aktion, die von einer interdisziplinär besetzen Arbeitsgruppe diskutiert und erarbeitet wurde. Der Impuls enthält Anregungen, wie der Zugang und die Behandlung von Menschen mit Behinderung in der medizinischen Versorgung verbessert werden kann.

Gleichberechtigter Zugang

Menschen mit Behinderung erleben immer noch Zugangsbeschränkungen zur Gesundheitsversorgung. Dies kann verschiedene Bereiche des Gesundheitswesens betreffen. Beispielhaft können genannt werden: Hürden bei der Teilnahme von Präventionsmaßnahmen, Schwierigkeiten in der Kommunikation mit dem Arzt oder der Ärztin über den Gesundheitszustand, unzureichende Berücksichtigung behinderungsspezifischer Auswirkungen bei der medizinischen Behandlung, fehlende Barrierefreiheit in Arztpraxen und Krankenhäusern, mangelnde Transparenz der medizinischen Angebotsstruktur, fehlende interdisziplinäre Abstimmungen bei komplexen gesundheitlichen Problemen.

Der Bonner Impuls will daher besonders auf die Notwendigkeit eines gleichberechtigten Zugangs zur Gesundheitsversorgung für Menschen mit Behinderung hinweisen.

Die besonderen Belange von Menschen mit Behinderung sind zu berücksichtigen:

  • im persönlichen Gespräch mit den Patienten;
  • in der ambulanten und stationären Gesundheitsversorgung;
  • in präventiven Maßnahmen der Gesundheitsförderung;
  • in der Einbindung der Familie und der Angehörigen;
  • in den Fort- und Ausbildungsangeboten der ärztlichen, pflegenden und sozialen Berufe.

Der Bonner Impuls weist auch auf die Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung im Rahmen der Gesundheitsversorgung hin. Eine vielfältige, unabhängige Lebensführung soll ermöglicht werden, hierzu sind geeignete Maßnahmen wie zielgruppenspezifische und barrierefreie Informationen anzubieten.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Kommunalen Gesundheitskonferenz sollen als Multiplikatoren dienen und den Impuls in ihren jeweiligen Tätigkeitsfeldern weitertragen.

Kommunale Gesundheitskonferenz

Der Bonner Impuls „Inklusion im Gesundheitswesen“ ist bereits der dritte Impuls eines Arbeitskreises der Kommunalen Gesundheitskonferenz. 2013 wurde der Bonner Impuls „Gesunde Führung“ erarbeitet, der sich um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Gesundheits- und Pflegeberufen dreht und die Situation des Berufsstandes verbessern soll. 2016 wurde der Bonner Impuls „Gesundes Altern“ veröffentlicht, der Menschen jeder Altersstufe ansprechen soll, aktiv das Leben zu gestalten, ganz gleich in welcher Lebensphase sie gerade sind.

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Herausgeber: Der Oberbürgermeister der Bundesstadt Bonn, Presseamt, Stadthaus, Berliner Platz 2, 53111 Bonn

 

 

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