Bonn – „Macht und Pracht“ beim Tag des offenen Denkmals 2017

54 Orte in Bonn öffnen am Sonntag, 10. September 2017, ihre Türen für Besucherinnen und Besucher. Bei zahlreichen Führungen gibt es denkmalgeschützte Bauten und ihre Geschichte zu entdecken.

Mittelrhein-Tageblatt - Extra - Bonner Stadtnachrichten - Aktuell -Bonn (NRW) – „Macht und Pracht“ – so lautet das Motto des diesjährigen Tages des offenen Denkmals am Sonntag, 10. September 2017. In Bonn gibt es viel zu sehen zu diesem Thema. Die Epoche der Kurfürsten, die Gründerzeit und die Bundeshauptstadt-Ära haben alle ihre Zeugnisse hinterlassen. An insgesamt 54 Orten in Bonn haben Besucherinnen und Besucher zwischen 10 und 18 Uhr die Möglichkeit, hinter üblicherweise verschlossene Türen zu schauen oder an informativen Rundgängen teilzunehmen. In allen vier Stadtbezirken gibt es denkmalgeschützte Bauten und ihre Geschichte zu entdecken.

So erfahren beispielsweise die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Führung „Macht und Pracht: 300 Jahre Hofgarten“ (11 Uhr, Treffpunkt Universität-Hauptgebäude, Eingang Hofgartenseite), wie der prachtvolle Park aus dem 18. Jahrhundert in der Folge für unterschiedliche politische Demonstrationen genutzt wurde – von Militäraufmärschen bis zu Friedensdemonstration.

„Stella Rheni“ und Stroof-Haus

Einen seltenen Einblick gewährt der Jesuitenorden von 11 bis 14 Uhr in die Villa von der Heydt. Das schlossartige Anwesen in Alt-Godesberg, auch als „Stella Rheni“ bekannt, war einst die Sommerresidenz einer Bankiersfamilie. Heute ist es Teil des Aloisiuskollegs. Führungen finden um 11 und 13 Uhr statt.

Zu den Anfängen des Stadtbezirks Beuel geht es bei einer Führung durch das Bürgermeister-Stroof-Haus in Vilich. Die museale Erinnerungsstätte mit ihrer authentischen Ausstattung dokumentiert, welch weitreichende Macht Leonhard Stroof als Vorsteher der zunächst großherzoglich-bergischen, später königlich-preußischen Landgemeinde hatte.

Der jüngeren Geschichte Bonns widmet sich die Führung „Wohnen am Ministerium: Der Brüser Berg“ um 12.30 Uhr (Treffpunkt Bushaltestelle „Borsigallee“). Direkt an die Hardthöhe anschließend entstand dort ab 1974 ein neuer Bonner Stadtteil, wo anfänglich viele Bundesbedienstete wohnten. In den folgenden Ausbauschritten wurden später unter anderem von Otto Steidle und Gisberth Hülsmann innovative Stadthäuser entwickelt. Heute fügen sich die unterschiedlichen Bauten zu einem architektonischen Panorama ihrer Zeit zusammen.

Rahmenprogramm mit Ausstellung und Konzert

Das Rahmenprogramm fügt dem Motto in Bonn „Macht und Pracht“ weitere Facetten hinzu: Eine Ausstellung im Poppelsdorfer Heimatmuseum, Sternenburgstraße 23, zeigt den bis heute prägenden Einfluss, den der Kurfürst Clemens August auf das Bonner Stadtbild hatte. Am Abend klingt der Tag des offenen Denkmals mit einem Festkonzert ab 18 Uhr in der Godesberger Michaelskapelle aus. Im barocken Ambiente spielen Studierende des Instituts für Alte Musik der Hochschule für Musik und Tanz Köln unter der Leitung von Gerald Hambitzer Sonaten und Kantaten von Georg Philipp Telemann. Das vollständige Programm zum Tag des offenen Denkmals gibt es unter www.bonn.de/@tag-des-offenen-denkmals.

Die Bonner Stadtkonservatorin Katrin Bisping lädt die Bürgerinnen und Bürger im Rahmen des Tages des offenen Denkmals auch dazu ein, sich einen Einblick in das Wirken der Unteren Denkmalbehörde zu verschaffen. „Wir beraten, wie am besten mit der geschützten Bausubstanz umgegangen werden kann und möchten gerne gemeinsam mit den Eigentümerinnen und Eigentümern Lösungsansätze entwickeln“, wirbt die Leiterin der Unteren Denkmalbehörde.

Organisation, Koordination und Programmgestaltung des Denkmaltages haben, wie schon seit 2012, wieder Mitglieder der Werkstatt Baukultur übernommen, im Auftrag der Unteren Denkmalbehörde der Bundesstadt und in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft der Bonner Geschichtsvereine.

Ursprung des Tages des offenen Denkmals

Seine Wurzeln hat der Tag des offenen Denkmals in Frankreich. Dort wurde er mit Erfolg erstmals im Jahr 1984 veranstaltet. Die Idee verbreitete sich schnell in Europa. Der Europarat griff den Gedanken auf und rief 1991 die „European Heritage Days“ ins Leben. Die Idee hinter der Veranstaltung ist, die Öffentlichkeit für das kulturelle Erbe in ihrer Stadt zu sensibilisieren und Interesse für die Belange der Denkmalpflege zu wecken.

Bereits zum 25. Mal beteiligt sich Deutschland an den europaweit stattfindenden European Heritage Days. Von Anfang an koordinierte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz den Tag des offenen Denkmals bundesweit, dessen Idee es ist, Denkmalschutz für jeden erlebbar zu machen. Die Stiftung gibt auch das jährliche Motto aus.

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Herausgeber: Der Oberbürgermeister der Bundesstadt Bonn, Presseamt, Stadthaus, Berliner Platz 2, 53111 Bonn

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