Jährlich fallen in den vier Bonner Kläranlagen rund 7000 Tonnen Klärschlamm an, der derzeit in einer Verbrennungsanlage auf dem Gelände der Kläranlage Salierweg verbrannt wird. Dieses bisherige Verfahren muss nun überdacht und neue Strategien für die künftige Behandlung müssen entwickelt werden.

Mittelrhein-Tageblatt - Extra - Bonner Stadtnachrichten - Aktuell -Bonn (NRW) – Klärschlammentsorgung: Die Klärschlammverbrennungsanlage (KVA) wird aufgrund ihres Alters – Baujahr 1981 – und der extremen Beanspruchung in zirka zehn Jahren nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden können. Daher hat das Tiefbauamt der Stadt Bonn verschiedene Alternativen für die künftige Klärschlammentsorgung entwickeln lassen und diese am Montagabend (20. November 2017) bei einem Workshop mit Bonner Kommunalpolitikern vorgestellt und diskutiert.

Dabei ging es auch um die Auswirkungen der künftigen Strategie auf die Gebührenentwicklung im Abwasserbereich. Denn alle Kosten, die im Zusammenhang mit Abwasserableitung und –behandlung entstehen, müssen durch die Abwassergebühren gedeckt werden.

Neue gesetzliche Rahmenbedingungen

Die jetzige Anlage verfügt zwar immer noch über moderne Technik, ist allerdings vergleichsweise klein und somit unwirtschaftlicher als größere Anlagen. Durch das Alter der Anlage ergibt sich ein weitgehender technischer Verschleiß, der zu einem hohen Reparaturaufwand führt.

Außerdem haben sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Entsorgung von Klärschlamm durch die neue Klärschlammverordnung 2017 geändert. Das bedeutet, dass eine Mitverbrennung des Schlammes in Kraftwerken sowie die landwirtschaftliche Verwertung zur Düngung der Felder nahezu unmöglich werden. Es bleibt also praktisch nur noch ein Weg der Entsorgung: die Verbrennung in Verbrennungsanlagen, in denen ausschließlich Klärschlamm verbrannt wird. Dies ist auch bei der künftigen Verpflichtung zum Phosphor-Recycling von Bedeutung.

Drei Alternativen für künftige Entsorgung

Um eine langfristige Entsorgungslösung zu ermitteln, wurden drei Lösungsansätze verfolgt:

A) Kooperation mehrerer Abwasserentsorgungspflichtiger im südwestlichen NRW

B) Ersatz-Neubau der jetzigen Klärschlammverbrennungsanlage auf der Kläranlage Salierweg

C) Kooperation mit den Stadtwerken Bonn und Neubau einer Klärschlammverbrennungsanlage am Standort der Müllverwertungsanlage (MVA) in der Weststadt

Für jeden der drei Lösungsansätze hat das Tiefbauamt eine Machbarkeitsstudie beauftragt.

Ziel der Machbarkeitsstudie ist , die best mögliche Lösung für den Bonner Gebührenzahler zu ermitteln. Die Machbarkeitsstudien wurden von einem in der Klärschlammverbrennung erfahrenen Ingenieurbüro durchgeführt, um sicherzustellen, dass eine Vergleichbarkeit der Alternativen gewährleistet ist. Alle Studien sind nun abgeschlossen, und das Tiefbauamt stellte die Ergebnisse im Rahmen des Workshops „Strategien zur zukünftigen Klärschlammverwertung“ den Vertretern der politischen Gremien der Stadt Bonn vor.

Mit dem Workshop wollte das Tiefbauamt den Kommunalpolitikern den Einstieg in die spezielle technische Materie erleichtern und die Grundlagen für die Entscheidung über die künftige Strategie liefern. Der Workshop diente insofern der reinen Information über den Status der bestehenden Anlage und über die durchgeführten Machbarkeitsstudien. Der Beschluss über die zukünftige Entsorgung des Klärschlamms soll Anfang 2018 nach Vorberatung in den jeweiligen Ausschüssen im Rat erfolgen.

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Herausgeber: Der Oberbürgermeister der Bundesstadt Bonn, Presseamt, Stadthaus, Berliner Platz 2, 53111 Bonn

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