Boppard am Rhein – Karmelitergebäude wird für 7,8 Mio. € saniert und modernisiert

 

Stadtverwaltung zieht für zwei Jahre in den Komplex des ehemaligen Instituts für schulische Fortbildung in der Mainzer Straße/Rheinallee neben der Polizei um

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Die ehemalige Weinkellerei aus dem Jahre 1908 wurde nach den Plänen des bekannten Architekten Josef Mockenhaupt errichtet, der auch zuvor das Kant-Gymnasium geplant hatte. Das Anwesen Rheinallee 18 gehörte bis jetzt gemeinsam mit dem Anwesen Mainzer Straße 46 zum Gebäudekomplex der schulischen Fortbildung Rheinland-Pfalz. – Foto: Stadt Boppard

Boppard am Rhein – Der Stadtrat hat in seiner letzten Sitzung einstimmig der Entwurfsplanung des Kölner Architektenbüros Stephan zugestimmt, wonach das Karmelitergebäude in den kommenden zwei Jahren für rd. 7,8 Mio. € aufwendig saniert und modernisiert werden soll. Boppard ist nach Köln (1249 n. Chr.) und Würzburg (1250 n. Chr.) mit dem Gründungsjahr 1262 n. Chr. der drittälteste Standort des Bettelordens der „Brüder unserer Lieben Frau vom Berge Karmel“, der zudem Anfang des 14. Jahrhunderts die hochgotische Klosterkirche errichtet hat. Das ursprüngliche Klostergebäude wurde jedoch im Jahre 1730 durch eine vierflügelige barocke Neuanlage ersetzt. 1801 wurde das Kloster durch Napoleon aufgehoben und diente danach meist als Schulgebäude. Seit 1976 ist es der Sitz der Stadtverwaltung Boppard.

Der Zahn der Zeit hat in der Zwischenzeit an dem mit Nachtspeicheröfen beheizten Gebäude genagt, weshalb eine vollständige Sanierung unumgänglich ist. Neben der energetischen Sanierung ist insbesondere ein umfassender Brandschutz einerseits und die Herstellung der völligen Barrierefreiheit durch Einbau eines Aufzuges im Inneren des Gebäudes überfällig. Zu den voraussichtlichen Baukosten in Höhe von 7,8 Mio. € wird ein großer Zuschuss des Landes Rheinland-Pfalz aus dem Investitionsstock erwartet.

Bürgermeister Dr. Walter Bersch steht in dieser Angelegenheit im ständigen Kontakt mit Innenminister Roger Lewentz. Der Bauzeitenplan sieht vor, dass die Verwaltung während der Bauzeit vollständig auszieht. Eine Sanierung bei gleichzeitigem Verwaltungsbetrieb würde erheblich länger dauern und um mindestens 20 % mehr Baukosten hervorrufen. Der Stadtrat hat daher am vergangenen Montag ebenfalls beschlossen, dass die Verwaltung in den Gebäudekomplex der im Oktober 2016 aufgegebenen Immobilie „Institut für schulische Fortbildung / ehem. Landfrauenschule“ umzieht, den das Land der Stadt Boppard als Sitzgemeinde zum Vorzugspreis von insgesamt 1,44 Mio. € angeboten hat. Die Umzugsphase soll im Zeitraum März bis Mai erfolgen. Bis zum Frühjahr 2019 soll dann die Sanierung des Karmelitergebäudes abgeschlossen sein.

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Stadtverwaltung zieht in die Grillo-Villa. Der Erbauer und erster Eigentümer der spätklassizistischen Villa aus dem Jahre 1875 Leopold Grillo ist auch der Namensgeber. 1939 wurde hier die Landfrauenschule eingerichtet, aus der später die Berufsbildende Schule für ländliche Hauswirtschaft wurde. 1994 wurde es zum „Institut für schulische Fortbildung“ des Landes Rheinland-Pfalz. Nach dem Erwerb wird im kommenden Frühjahr die Stadtverwaltung Boppard einziehen. – Foto: Stadt Boppard

Im Karmelitergebäude verfügt die Verwaltung ohne Bibliothek und Sitzungssäle über eine Nutzfläche von insgesamt ca. 1.300 m². In den noch mit Büromöbeln bestückten und EDV-Verkabelung ausgestatteten Gebäudekomplexen Mainzer Straße 46 und Rheinallee 18 stehen insgesamt 1.090 m² zur Verfügung. In den kommenden drei Monaten muss nun geklärt werden, welche Teile der Verwaltung wo konkret untergebracht werden. Gegebenenfalls müssen noch zusätzliche Nutzflächen in der Stadt angemietet werden.

Bürgermeister Dr. Walter Bersch freut sich, dass das überfällige Vorhaben nun in Kürze in Angriff genommen werden kann. Dr. Bersch: „Mit der Sanierung des bedeutsamen Karmeliterklosters wird Boppard seiner außerordentlichen Geschichte gerecht. Erfreulich ist, dass zukünftig eine moderne Bürgerverwaltung in einem historischen Ambiente Platz finden wird.“

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Text: Stadt Boppard

 

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