Der Fortschritt des Breitbandausbaus – langsam wird die Zeit knapp

Die hochgesteckten Ziele der Bundesregierung in puncto Breitbandausbau sind schwerlich zu erreichen. Bis 2018 sollen alle Haushalte die Möglichkeit erhalten, mit einer Geschwindigkeit von 50 Megabit pro Sekunde im Internet zu surfen. Stand heute wird das Erreichen dieser Marke allerdings ein schwieriges Unterfangen. Wie weit ist die Telekom beim Ausbau gekommen und wie steht es um den digitalen Standort Deutschland im internationalen Vergleich?

Konzept-Artwork zur Vernetzung einer Stadt

Für Highspeed-Internet müssen auch die nötigen „Datenautobahnen“ bereitstehen – die Infrastruktur zur Vernetzung in Deutschland lässt weiterhin zu wünschen übrig. Bildquelle: Sahacha Nilkumhang – 436942042 / Shutterstock.com

Für die Wirtschaft als auch die Verbraucher ist der Ausbau des Breitbandnetzes in Deutschland ein wegweisender Schritt in die Zukunft. Die Verfügbarkeit von schnellem Internet wird für beide Bereiche Vorteile haben. Effizienteres und schnelleres Arbeiten wird genauso eine Folge sein wie die Verbesserung des Konsums von Online-Inhalten.

Für alle deutschen Verbraucher soll es in Zukunft im Netz schneller vorangehen. Sportübertragungen zu streamen, Fußball in 3D oder Live-Konzerte in 4k erleben – all das wird bald zum Bestandteil des Alltags gehören. Im Bereich der Online-Angebote wird sich einiges ändern, auch im Gaming- und Glücksspielbereich. Laut livecasino.de wird sich beispielsweise die Übertragung von Inhalten aus dem Live-Casino größerer Beliebtheit erfreuen. Für Internet-User ist es heutzutage selbstverständlich, dass die Seiten, welche sie aufrufen sofort geladen werden. Auch Webseitenbetreiber können die Ladezeiten verbessern, indem sie die folgenden Punkte beachten:

  • CSS und JavaScript minimieren und auslagern
  • HTTP-Requests minimieren
  • Bilder optimieren

Infobox:

  • Wirtschaft und Verbraucher benötigen Highspeed-Internet
  • Im Ranking der Internetgeschwindigkeit liegt Deutschland auf Rang 25
  • Fördermittel des Bundes in Höhe von 4 Milliarden Euro
  • Seit 2010 stieg die Verfügbarkeit von Highspeed-Internet (50 Mbit/s oder mehr) um 91,2% und erreicht aktuell drei Viertel aller Haushalte

Anspruch und Wirklichkeit

Da die digitale Infrastruktur hierzulande nicht auf den internationalen Top-Plätzen zu finden ist, sieht die Bundesregierung Handlungsbedarf. Der Anspruch liegt deutlich höher. Deutschland gilt nicht nur in Europa als eines der wirtschaftsstärksten Länder, auch weltweit gibt die Bundesrepublik eine gute Figur ab. Nicht umsonst gelten wir als Exportweltmeister. Laut dem ifo-Institut war die hiesige Wirtschaft im Jahr 2016 weltweit führend, was den Leistungsbilanzüberschuss angeht.

Aber nicht alle freuen sich über einen Überschuss in der Leistungsbilanz. Deutschland allein profitiert von den kräftigen Exporten, vor allem in Branchen wie der Autoindustrie. Die Binnennachfrage allerdings fällt ebenso zu gering aus wie die Importe, so dass es zu einem Finanztransfer aus den wirtschaftlich schwächeren in die stärkeren Regionen kommt. Das gilt zum einen für regionale als auch für internationale Betrachtungen.

Mit den Überschüssen baut Deutschland vorrangig das Haushaltsdefizit ab, allerdings auf Kosten anderer Nationen, in denen die Arbeitslosenquote hoch und die Lohnkosten niedrig sind. Andererseits erlauben die hohen Einnahmen, Gelder in nachhaltige Strukturverbesserungen zu investieren. Dazu gehören neben den Ausgaben für Bildung und Forschung auch die Infrastruktur. Deshalb versucht die Bundesregierung auch im Ausbau der digitalen Infrastruktur größere Fortschritte zu machen als bisher.

Fördermittel treiben Ausbau voran

Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland hier nämlich hinterher. Laut dem State of the Internet Reports von akamai liegt die Bundesrepublik nur auf Platz 25 der Rangliste der Internetgeschwindigkeit. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur unterstützt daher den Breitbandausbau mit Fördergeldern in Höhe von vier Milliarden Euro, um den Unternehmen Anreize zu geben, auch in wirtschaftlich unattraktiven Gebieten nachzubessern.

Nicht nur die deutsche Wirtschaft benötigt die Verbesserung der Datenübertragung, auch einige Verbraucher sehen sich aufgrund langsamer Internetleitungen von der Außenwelt abgeschottet. Besonders in ländlichen Gebieten kann man von einer Unterversorgung mit Internet sprechen. Online-Angebote mit Streaming-Diensten verbreiten sich immer mehr und die Datenmenge, die in Zukunft übertragen werden muss, wird um ein Vielfaches höher sein als die jetzige.

Um diese Datenmenge, die durch bessere Qualität und größere Nutzerzahlen ständig ansteigt, zu verbessern, braucht es zukunftsfähige Technologien. In vielen Gebieten sind noch immer starke Defizite zu erkennen, obwohl der Ausbau der digitalen Infrastruktur bereits seit längerer Zeit ein Thema ist.

Die Versorgung mit Internet ist ungleich verteilt

In Wertheim wird es bis Sommer 2018 schnelles Internet für alle geben, womit hier der Zeitplan der Bundesregierung eingehalten wird. Allerdings gibt es noch zahlreiche „weiße Flecken“, also Gebiete, in denen keine flächendecke Bereitstellung von Internet mit einer Geschwindigkeit von mindestens 50 Mbit/s vorhanden ist.

  • Städte haben bessere Internetversorgung als ländliche Gebiete
  • Neue Bundesländer sind schlechter aufgestellt als Westdeutschland
  • Vectoring und Glasfaserkabel erhöhen Geschwindigkeiten
  • Telekom geht Kooperation mit Partnern ein

In Baden-Württemberg liegt die Versorgungsrate laut Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur bei 77,3 % aller Haushalte. In Rheinland-Pfalz (75,5 %) sieht es ähnlich aus, Nordrhein-Westfalen (82,2 %) steht etwas besser da. Handlungsbedarf besteht allemal, da nur die Stadtstaaten in Regionen der flächendeckenden Versorgung vorstoßen (siehe Tabelle).

Statistik über die Breitbandversorgung deutscher Haushalte nach Bundesland

Breitbandversorgung unterschiedlicher Geschwindigkeiten der Bundesländer. Bildquelle: TÜV Rheinland im Auftrag des BMVI

Auch deshalb startet die Telekom den Netzausbau auf dem Land. Dabei geht der Konzern eine Kooperation mit dem Unternehmen Innogy ein. Innogy SE ist ein Tochterunternehmen des Energieerzeugers RWE und in erster Linie im Bereich der erneuerbaren Energien tätig. Im Zuge des Stromnetzausbaus wurden und werden Glasfaserkabel verlegt, da diese kostengünstig neben die Stromkabel gelegt werden können, da die unterirdische Kabelverlegung ohnehin vonstattengeht.

Die Energieunternehmen können Glasfaserkabel zwar nicht zur Übertragung von Strom nutzen, dafür jedoch für den eigenen Datenverkehr. Darüber hinaus werden nun auch Kapazitäten der Glasfaserkabel an Telekommunikationsunternehmen vermietet, so dass einige Bereiche nicht extra von der Telekom oder anderen Anbietern mit neuen Hightech-Leitungen versehen werden müssen.

Denn die Kosten, die der Ausbau mit sich bringt, sind offenkundig das größte Hindernis. Bisher stemmte die Telekom die Ausgaben für den Netzausbau selbst und vermietete ihrerseits die Leitungen an andere Netzbetreiber. Da die Vorgabe der Bundesregierung, alle Haushalte mit Highspeed-Internet zu versorgen, nicht allein durch die Telekom gestemmt werden kann, braucht es Kooperationen wie die mit Innogy.

Internet wird schneller – Deutschland verliert aber international an Boden

Die bislang verfügbaren Glasfaserkabel reichen natürlich nicht aus, um alle „weißen Flecken“ von der Karte des Breitbandatlas zu wischen. Jährlich sollen weitere 1.000 Kilometer Glasfaserkabel verlegt werden. Des Weiteren arbeitet die Telekom weiterhin am Vectoring der Kupferkabel. Mit dieser Technik lassen sich elektromagnetische Störungen zwischen den Leitungen ausgleichen, womit eine Verdopplung der Geschwindigkeiten erreicht werden kann.

Mit den optimierten Kupferkabeln sind Geschwindigkeiten von 50 bis 100 Mbit/s zu erzielen. Glasfaserkabel erlauben eine Übertragung mit bis zu 200 Mbit/s. Deutschland wird von beiden Techniken profitieren und könnte im internationalen Vergleich aufholen. Im letzten Jahr allerdings hat Deutschland drei Plätze im Internetranking verloren und liegt mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 14,6 Mbit/s nur noch auf Rang 25 (Stand: 4. Quartal 2016).

Im Vorjahr lag die Durchschnittsgeschwindigkeit bei 12,9 Mbit/s. Spitzenreiter mit 26,1 Mbit/s ist weiterhin Südkorea. Die Vorgabe der Bundesregierung bleibt damit ein schwer zu erreichendes Ziel, eine positive Entwicklung ist aber zu erkennen. Der Fortschritt braucht eben nun mal Zeit, auch im Internet muss man also weiterhin Geduld bewahren.

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