Dresden – Gesundheit: 21 weitere Personen positiv auf Tuberkulosebakterien getestet – Gesundheitsamt gibt Tipps

Aktuell keine neuen Tuberkulose-Krankheitsfälle an HOGA-Schulen.

Nachrichten-aus-der-Stadt-Dresden-Aktuell-Dresden (SN) – Tuberkulosebakterien: Von den bislang rund 600 abgenommenen Blutproben der Schüler und Lehrer der HOGA-Oberschule und des HOGA-Gymnasiums an der Zamenhofstraße liegen mit Stand heute, Dienstag, 12. Dezember 2017, insgesamt 416 Befunde vor. Die neuesten Laborauswertungen am späten Nachmittag brachten 21 neue positive Testergebnisse. „Die Anzahl der Personen, auf die Tuberkulosebakterien übertragen wurden, erhöht sich damit auf insgesamt 43. Die neu hinzugekommenen Fälle werden analog der vorigen Woche weiter abgeklärt. 373 Untersuchungen führten zu keinen Feststellungen“, erklärt der Leiter des Dresdner Gesundheitsamts und Amtsarzt Jens Heimann.

Wie kann ich mich an Tuberkulose anstecken?
Eine Übertragung des Tuberkulosebakteriums findet fast ausschließlich über die Ausatemluft statt. Hustet oder niest ein an offener Tuberkulose Erkrankter, kann das Bakterium in die Luft geraten und von einer anderen Person eingeatmet werden. Man spricht hier von einer sogenannten Tröpfcheninfektion. Ein flüchtiger Kontakt ist unproblematisch. Das Risiko sich anzustecken, besteht erst bei einem engen und mehrstündigen Kontakt. In Fachkreisen spricht man von einem intensiven Kontakt, der insgesamt mindestens acht Stunden betragen muss. Aus diesem Grund kann man sich nicht beim Handschlag anstecken oder wenn man ein Geländer oder einen Türgriff berührt.

Wie gefährlich ist die Tuberkulose und was passiert, wenn ich mich anstecke?
Tuberkulose gehört nicht zu den hochansteckenden Infektionskrankheiten. Bezogen auf unsere Stadt haben wir jährlich etwa 40 Erkrankte bei über 550 000 Dresdnerinnen und Dresdnern. Natürlich muss man jede Erkrankung ernst nehmen und nicht ohne Grund führen wir auch die verschiedenen und umfangreichen Tests durch. Das Risiko sich anzustecken und an einer offenen Tuberkulose zu erkranken, ist aber sehr gering.

Wie ist die Inkubationszeit?
Die Inkubationszeit der Tuberkulose ist länger als bei vielen anderen Infektionskrankheiten und sehr unterschiedlich. Man kann nach acht bis zwölf Wochen mit Sicherheit feststellen, ob Kontakt zu einem Erreger bestand. Aus diesem Grund testen wir alle Personen in den Schulen jetzt und in acht bis zwölf Wochen erneut. In den ersten zwölf Wochen ist die Entstehung einer offenen Tuberkulose – und damit einer Ansteckungsfähigkeit – nicht zu erwarten.

Der Test ist positiv – was heißt das?
Der positive Test bedeutet lediglich, dass ein Kontakt mit dem Krankheitserreger und eine Reaktion des Körpers auf diesen stattgefunden hat. Nach dem positiven Test werden die Betroffenen direkt zum Röntgen geschickt um auszuschließen, dass es sich um eine offene Tuberkulose handelt. Es folgen umfangreiche Beratungen und eine medikamentöse Prävention.
Im Vergleich zur Tuberkulose besteht ein weitaus höheres Risiko, an einem Influenza-Virus zu erkranken. Im vergangenen Jahr sind 40 Personen an Tuberkulose erkrankt, wohingegen die Grippesaison 2016/17 weit über 1 000 Influenzafälle verzeichnete. Und bei Influenza ist der Krankheitsverlauf nicht immer unproblematisch.

Wie kann ich mich und andere schützen? Welche Maßnahmen kann oder sollte ich anwenden? Und was wird in der betroffenen Schule getan?
Man kann der Tuberkulose mit einfachen Maßnahmen, wie einer guten Belüftung, begegnen. Eine Ansteckung im Freien erfolgt nicht. Desinfektionsmaßnahmen im häuslichen und schulischen Umfeld bringen keine zusätzliche Sicherheit. Regelmäßige Reinigungsmaßnahmen sind völlig ausreichend. Auch ein Mundschutz in der Öffentlichkeit bringt aufgrund des geringen Infektionsrisikos keine zusätzliche Sicherheit.

Zur Leitung der HOGA-Schulen halten wir einen sehr guten Kontakt. Die Kolleginnen und Kollegen haben mittlerweile selbst ein breites Wissen und kennen die wichtigsten Maßnahmen, wie eine gute und ausreichende Belüftung. Darauf kommt es an und diese Absprachen werden eingehalten.

Warum läuft der normale Schulbetrieb weiter? Kann ich in den Weihnachtsferien verreisen?
Ich möchte es gern anders herum beantworten: Es spricht nichts gegen den Betrieb der Schule. Wir führen die Untersuchungen durch, was bei Tuberkulose ein ganz normales Vorgehen ist. Das einzig Ungewöhnliche ist die große Anzahl der Kontaktpersonen. Nicht erkrankte Personen dürfen ganz normal am gesellschaftlichen Leben teilnehmen: das bedeutet die Schule besuchen, sich mit Freunden treffen, anderen Aktivitäten nachgehen. Aus medizinischer Sicht spricht überhaupt nichts dagegen. Es geht von ihnen keine Gefahr für Mitmenschen, Kollegen oder Freunde aus. Im Gegenteil: die groß angelegte Untersuchung gibt allen maximale Sicherheit. Wir erhalten ein ganz klares Bild über das Infektionsrisiko – mehr Sicherheit gibt es nicht! Auch den wohlverdienten Weihnachtsferien steht nichts im Wege. Selbst wenn jemand einen positiven Bluttest hatte und nun vorsorglich Antibiotika nimmt, muss er auf den Urlaub nicht verzichten. Für ihn und seine Umwelt besteht keine Gefahr.

Wo kann ich mich selbst testen lassen?
Es ist nicht nötig, sich selbst testen zu lassen. Das Gesundheitsamt kontaktiert die Personen, bei denen Untersuchungen notwendig sind, wertet gewissenhaft aus und leitet alle weiteren notwendigen Schritte ein.

Sind weitere Infektionen zu erwarten? Wo erfahre ich die Zahlen?
Ja, es ist mit weiteren Infektionen zu rechnen. Doch auch wenn die Zahlen steigen werden, ändert sich nichts an der Gesamtsituation. Das Infektionsrisiko ist das, was wir kennen und unterscheidet sich nicht von anderen Jahren. Wenn Sie Informationen über die derzeitigen Untersuchungen und deren Ergebnisse benötigen oder Fragen zur Krankheit selbst haben, hat das Gesundheitsamt für diesen Zweck eine eigene Seite eingerichtet, die aktuell Auskunft gibt. Diese lautet: www.dresden.de/tbc
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Urheber: Landeshauptstadt Dresden
Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

 

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