Dresden -Nickern: Erst Brombeeren, jetzt Schafe auf dem „Trutzsch“

Landschaftspflege mit Schafen.

Nachrichten-aus-der-Stadt-Dresden-Aktuell-Dresden (SN) – Was passiert denn hier? Mit großem Interesse verfolgen Anwohner und Besucher das Geschehen auf „ihrem Trutzsch“. Das ehemalige Militärgelände in Dresden-Nickern, auch Trützsch genannt, scheint einfach zu verwildern. Besonders die Brombeer-Büsche erobern das Areal. Und jetzt blökt es dort auch noch – zum Glück.

Nach Abzug der sowjetischen Truppen 1993 wurde das gesamte Gelände im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörde des damaligen Grünflächenamts von der STESAD GmbH neu gestaltet. Die Gebäude wurden abgerissen, Flächen entsiegelt, Hecken gepflanzt, Trockenmauern gezogen und eine Streuobstwiese und Steinhaufen als Lebensräume – auch für Zauneidechsen – angelegt. Ein neuer Aussichtspunkt ermöglichte einen beeindruckenden Blick über diese grüne, aus naturschutzfachlicher Sicht sehr wertvolle Kulturlandschaft. Jedoch musste die Stadt seither die Pflege des Trutzschs auf die Verkehrssicherung, das Freihalten der Wege und die Erhaltung der Streuobstwiese beschränken. Deshalb bahnten sich auf dem gesetzlich geschützten Biotop „Trocken-und Halbtrockenrasen“ vor allem die Brombeeren ihren Weg.

Landschaftspfleger im Schafspelz: Schà ¤fer Frank Ringling bot dem Umweltamt seine Hilfe an. Seine Schafe kà ¶nnten zukünftig die Landschaftspflege auf dem Trutzsch übernehmen. So ließ das Umweltamt mit Unterstützung des Umweltzentrum Dresden e. V., des Regiebetriebs Zentrale Technische Dienstleistungen und der integrativen Arbeitsgelegenheit für Asylbewerber entlang der weiterhin begehbaren Wege kürzlich einen wolfssicheren Zaun errichten. Seit einer Woche grasen nun die Schafe und drängen so die Brombeeren zurück. Ein wichtiger Beitrag für den Erhalt wertvollen Biotope. Dazu zählt auch die Pflanzung von 1850 Flatterulmen auf dem Trutzsch in den vergangenen Wochen.

„In Dresden gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Landschaften, die dauerhaft gepflegt werden müssen. Dabei ist es wichtig, Bewirtschafter zu finden, die die Flächen durch Beweidung nutzen und pflegen. Nur durch das Zusammenspiel von Nutzung und Pflege können unsere Kulturlandschaften erhalten werden. Die Schafe auf dem Trutzsch erfüllen also eine wirklich wichtige Landschaftspflegeaufgabe. Wir freuen uns sehr über dieses gelungene Projekt. Wir freuen uns auch über die Dresdnerinnen und Dresdner, die achtsam sind und Hinweise geben. Viele Anfragen und Meldungen gingen in letzter Zeit beim Umweltamt ein. Für diese Unterstützung sind wir dankbar“, erkl ärt Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen.

In diesem Herbst ist auf dem Trutzsch eine Müllsammelaktion geplant. Anwohner und Interessierte sind herzlich zum Helfen eingeladen. Nähere Informationen dazu folgen in der Tagespresse.
Anregungen und Hinweise, wie etwa zu Zaunschäden, nimmt das Umweltamt gern telefonisch entgegen unter 0351-4889427 und 0174-3396798 oder per E-Mail an Umwelt.Recht1@Dresden.de.

Der Tutzsch hat eine Größe von 134 705 Quadratmetern.

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Stadt Dresden

 

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