Eltville am Rhein – Stadt Eltville beteiligt sich an der Kampagne „Bienenfreundliches Hessen“

     

    Ein Festmahl für die Bienen

    FotoBienenfreundlichesHessen

    Stadt Eltville beteiligt sich an der Kampagne „Bienenfreundliches Hessen“ – Foto: Stadt Eltville

    Eltville am Rhein (HE) – Um die Artenvielfalt und die Honig- und Wildbienenvölker durch ein besseres Nahrungsangebot zu unterstützen, beteiligt sich die Stadt Eltville an der Kampagne „Bienenfreundliches Hessen“, welche das hessische Umweltministerium angestoßen hat.

    Innerhalb des Stadtgebietes Eltville sollen heimische Blütenpflanzen auf Grünflächen angesät und gepflanzt werden, um blütenreiche Blumenwiesen und Bienennährgehölze auch im Stadtgebiet zu etablieren.

    „Zunächst säen wir bienenfreundlich einjährige Blütenpflanzen an einem Wall am Parkplatz in Martinstal, in Eltville und an einem Weg am Sülzbach ein“, erklärt Bürgermeister Patrick Kunkel. Zudem würden derzeit einige Beete an der Schiersteiner Straße in Martinsthal in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsverein Martinsthal bienenfreundlich gestaltet. „Für die Offenheit bin ich dem Vorstand des Verkehrsvereins sehr dankbar“, betont Kunkel.

    An verschiedenen Bachabschnitten in Erbach werden Salweiden gesteckt, welche mit ihren Kätzchen besonders früh im Jahr den Insekten ein erstes Futterangebot bieten. Weitere Flächen in Eltville sollen mit Blütenpflanzen eingesät – und diese Umwandlung in den nächsten Jahren weitergeführt werden.

    Verzicht auf Glyphosat

    „Damit einher geht der gänzliche Verzicht auf den Einsatz von Glyphosat durch unseren städtischen Betriebshof“, erläutert Kunkel das ganzheitliche und nachhaltige Konzept. „Wir können nicht auf der einen Seite bienenfreundlich pflanzen, uns dann umdrehen und mit Pflanzengift spritzen – das passt einfach nicht zusammen“, betont Kunkel. Der Verwaltungschef möchte vorangehen und noch vor Ablauf der Genehmigung durch das Regierungspräsidium vollständig auf den ohnehin schon von der Stadt eingeschränkten Einsatz von Glyphosat verzichten. „Derzeit arbeiten wir daran, die Arbeiten umzustrukturieren“, erklärt Patrick Kunkel.

    Hintergrund aller Anstrengung: Bienen sind sehr fleißige Hauptbestäuber unserer Obstbäume und der Feld- und Waldfrüchte. Ohne Bienen gäbe es kaum Ernten. Ihr Bestand geht in Deutschland seit Jahren zurück. Schnellstraßen und Autobahnen, Umwelt- und Pflanzengifte der Landwirtschaft sowie eingeschleppte Varoa-Milben schwächen die heimischen Bienenvölker und andere Insekten im Bestand und machen sie angreifbar für Krankheiten.

    Zudem findet vor allem in Bereichen landwirtschaftlicher Monokulturen wie Raps-, Mais- und Weinbau eine ausgeprägte Artenverarmung statt. Das Nahrungsangebot beschränkt sich dort lediglich auf die Blütezeit der Nutzpflanzen. Feld- und Wegraine bieten kaum Abwechslung, da sie oft mit abgespritzt werden.

    „Wir möchten mit unserer Initiative Vorbild sein und freuen uns über Bürger und Landwirte, die dies als Anregung aufnehmen“, so Bürgermeister Patrick Kunkel. Zum Beispiel durch das Schaffen und Erhalten von heimischen Blütenwiesen, von wegebegleitenden Krautsäumen an Acker- und Weinbergsrandstreifen, die nur ein- bis zweimal jährlich nach dem Aussamen gemäht werden.

    Städtische Grünflächen und Privatgärten könnten zu einem wichtigen Faktor für die Artenvielfalt werden. Wenn sie mit heimischen Gehölzen sowie Stauden und Kräutern bepflanzt werden, nehmen Insekten und Bienen dieses Angebot gern an. Eine artenreiche Wiese und daneben nur die Wege und Aufenthaltsflächen als Rasen angelegt, können auch reizvolle Akzente im Garten setzen.

    Wichtig sei hier, bei der Saatgut- und Pflanzenauswahl heimische Arten aus heimischen Züchtungen in ihren Wildformen zu verwenden. Diese sind nicht im Großhandel erhältlich. Denn fremdländische und hochgezüchtete Pflanzen bieten zwar oft einen schönen Anblick, jedoch sind sie steril – daher ohne Nahrungsangebot für Insekten.

    Tipps zu geeigneten Pflanzen und Bezugsquellen erhalten Interessierte unter www.bienen.hessen.de. Gerne beantworten die Mitarbeiter des städtischen Betriebshofes die Fragen interessierter Bürgerinnen und Bürger. Mail: betriebshof@eltville.de, Stichwort: Bienenfreundliches Hessen.

    Die Artenvielfalt werde in der Stadt Eltville am Rhein im Rahmen verschiedener Maßnahmen gefördert.

    Im Rahmen von sechs Flurbereinigungsverfahren des Amtes für Bodenmanagement Limburg an der Lahn (AfB) werden bereits seit Jahrzehnten im gesamten Stadtgebiet Biotopvernetzungslinien vom Wald bis hin zum Rhein geschaffen.

    Bei der Ausweisung neuer Baugebiete wurden bereits rund 21 Hektar vielfältige ökologische Ausgleichsflächen, Streuobstwiesen und Weiden als Ausgleich für den Eingriff in Natur und Landschaft geschaffen.

    Neuanlagen von Gehölzen erfolgten im Wesentlichen mit einer Auswahl an heimischen Sträuchern, von denen es auch sehr viele blütenreiche Exemplare gibt. Bei der Neugestaltung des Rheinufers wurden im Bereich der Josef-Hölzer-Straße auch insektenfreundliche Blumen- und Staudenflächen geschaffen.

    „Wir werden dieses Konzept in den nächsten Jahren weiter verfolgen“, so Bürgermeister Kunkel. Im Herbst sollen bereits weitere Straßenbeete und Grünanlagen hinzukommen, etwa im Ober-Setzling.

    ***

    Text: Andrea Schüller
    Der Magistrat der Stadt Eltville am Rhein
    Gutenbergstraße 13
    65343 Eltville am Rhein

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