Hamburg – Senat trauert um Ersten Bürgermeister Henning Voscherau

Tageblatt - News - Hamburg -Hamburg – Der Senat hat die traurige Aufgabe, über den Tod des ehemaligen Ersten Bürgermeisters der Freien und Hansestadt Hamburg, Dr. Henning Voscherau, zu informieren. Er ist in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch im Alter von 75 Jahren zu Hause in Hamburg im Kreise seiner Familie an den Folgen eines Hirntumors verstorben.

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz erklärte: „Henning Voscherau war ein starker Bürgermeister in bewegten Zeiten. Er hat seine politischen Ämter mit Format und Substanz ausgefüllt. Hamburgerinnen und Hamburger unterschiedlichster Herkunft und Prägung schätzten ihn und vertrauten ihm. Er hat die Stadt nach innen verbunden und nach außen glänzend vertreten. In seiner politischen Persönlichkeit verbanden sich viele Qualitäten. Er war ein ernsthafter Stadtmanager und sorgender Landesvater, Wertkonservativer und Sozialdemokrat, charmanter Gastgeber und ideenreicher, geschliffen formulierender Intellektueller. „Als Großstadtbürgermeister braucht man Fleiß, Härte und Präzision“, so hat es Henning Voscherau zusammengefasst. Sein Verständnis von Politik war geprägt von tiefer Verantwortung, klarer Konsequenz und sachlichem Ernst. Einen „spielerischen Umgang mit den vitalen Funktionen der Stadt“, so seine mehrfach gebrauchte Warnung, würde er niemals zulassen.

Auf bundespolitischer Ebene war ihm die Stärkung des Föderalismus ein Herzensanliegen, mit dem er als Bundesratspräsident in der herausfordernden Zeit des neu zusammenwachsenden Deutschlands theoretisch wie praktisch Zeichen setzen konnte.

Er war jemand, der neue Situationen schnell erfasste und darin Orientierung gab. So erkannte Henning Voscherau schon früh, dass der Mauerfall und seine Folgen, die nun mögliche deutsche Wiedervereinigung und das Zusammenwachsen Europas, auch das Schicksal der Freien und Hansestadt stark beeinflussen würden. Er hat die neuen Chancen für Handel und Wandel erkannt und entschlossen zugepackt, um sie zum Wohle der Stadt zu nutzen. Dass Hamburg unter den harten Wettbewerbsbedingungen einer globalisierten Weltwirtschaft erfolgreich ist, hat auch viel damit zu tun, dass Henning Voscherau durch die Erweiterung der Verkehrs- und überhaupt Infrastruktur beherzt, gegen manche Widerstände, die Voraussetzungen dafür schuf. Nicht zuletzt hat Hamburg ihm die städtebaulich bahnbrechende Vision der Hafencity zu verdanken, die er selbst entwickelt und auf den Weg gebracht hat.

Henning Voscheraus Politik war nie wechselnden Moden angepasst, aber immer für Veränderungen offen, also modern. Dass die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt ihm vertrauten, lag auch daran, dass Hamburg stets sein erstes und wichtigstes Anliegen war. Er verbrachte sein ganzes Leben in unserer Stadt und stellte sein ganzes politisches Wirken in ihren Dienst. Die ersten Geräusche in seinem Leben, an die er sich erinnern konnte, waren das anschwellende Motorengedröhn der Bomberflotten über Hamburg im Zweiten Weltkrieg. Ein ganzes Menschenleben später konnte er auf eine weltoffene, kosmopolitische Stadt blicken, die seit Jahrzehnten wieder in Frieden und Wohlstand erblüht und mit Selbstvertrauen in die Zukunft schaut. Er hat einen großen Beitrag dazu geleistet. Die Freie und Hansestadt Hamburg wird seiner allzeit in Dankbarkeit und Zuneigung gedenken.“

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Text: Sebastian Schaffer
stv. Sprecher des Senats
Rathausmarkt 1, 20095 Hamburg

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