Hannover – Verkehrssicherheit: Stadt und Kooperationspartner präsentieren anlässlich der Woche der Verkehrssicherheit vom 12. bis 14. Juni „Gib mir Acht“-Kampagne

Nachrichten-aus-Hannover-Aktuell-Hannover (NI) – Unter dem Motto „Gib mir Acht“ läuft vom 12. bis 14. Juni dieses Jahres die Kampagne zur Verkehrssicherheit. Die Landeshauptstadt Hannover (LHH) wirbt gemeinsam mit der Polizeidirektion Hannover, dem ADAC, der Verkehrswacht Hannover-Stadt e.V., der üstra und dem Gemeinde-Unfallversicherungsverband (GUVH)/ Landesunfallkasse Niedersachsen (LUKN) für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Das Aktionsprogramm richtet sich an Dritt-, Viert- und Fünftklässlerinnen.

Großes Engagement aller Kooperationspartner

In diesem Jahr hat die LHH wieder eine aktionsreiche Woche der Verkehrssicherheit mit dem Themenschwerpunkt Radverkehr organisiert. Zahlreiche Aktionen der Kooperationspartner an insgesamt drei Tagen auf dem Trammplatz vor dem Neuen Rathaus stehen auf dem Programm.

Eine weitere Verringerung von Unfallrisiken für Kinder und verbesserte Mobilitätsbedingungen für diese Altersgruppe können nur dann erzielt werden, wenn alle Institutionen, die für die Verkehrssicherheit von Kindern verantwortlich sind, beispielsweise im Rahmen von Kampagnen wie ‚Gib mir Acht‘, eng zusammenarbeiten“, betont Stadtbaurat Uwe Bodemann. Es ist bedauerlich, dass die Gesamtzahl der Unfälle mit Kindern in der Stadt Hannover gestiegen ist. Vor diesem Hintergrund ist es gut und richtig, dass die Stadt, die Kooperation mit sehr engagierten Kooperationspartnern weiter fortführt, um eine erfolgreiche Präventionsarbeit zu leisten. Es freut mich, dass wir in diesem Jahr wieder von der ÜSTRA als wichtigen Partner unterstützt werden.“

„Kinder sind aus einer Vielzahl von Gründen besonderen Gefahren im Straßenverkehr ausgesetzt. Deswegen engagiert sich auch die Polizei in diesem Themenfeld mit einer gezielten Verkehrssicherheitsarbeit. Obwohl die Unfälle, an denen Kinder bis einschließlich 14 Jahren beteiligt waren, 2017 im Bereich der Polizeidirektion Hannover rückläufig waren, ist es für uns nach wie vor wichtig, folgenschwere Verkehrssituationen möglichst zu verhindern. Deshalb ist es besonders wichtig, dass wir alle dem Straßenverkehr die nötige Aufmerksamkeit schenken und uns nicht ablenken lassen“, sagt Volker Kluwe, Präsident der Polizeidirektion Hannover, der unterstreicht: „Mit großer Sorge betrachte ich daher die Entwicklung der Nutzung von elektronischen Geräten während der Fahrt, insbesondere von Smartphones. Hier werden wir unsere Kontrolltätigkeiten intensivieren. Auch Fußgänger und Radfahrer sollten diese Geräte nicht in Bewegung nutzen. Das Risiko, Gefahrensituationen zu übersehen, ist einfach zu groß. Daneben setze ich auch große Hoffnungen und Erwartungen in die technische Weiterentwicklung von Fahrer-Assistenzsystemen und deren verpflichtenden Einsatz. Erste Erfahrungen machen bereits deutlich, dass technische Innovationen in der Fahrzeugtechnik wesentlich zur Verringerung von Unfällen beitragen können. Davon unbenommen wird die Polizei bereits bewährte Konzepte in Kooperation mit Kindertagesstätten und Schulen fortführen und weiter ausbauen.“

„Die Verkehrssicherheitsarbeit mit Kindern ist für uns besonders wichtig“, betont Wolfgang Müller, Experte der Verkehrsabteilung im ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt, „das hat gleich mehrere Gründe: Wegen ihrer geringen Körpergröße werden sie von Autofahrern leicht übersehen. Kinder verhalten sich spontan, sie können Gefahren oftmals nicht richtig einschätzen, das Richtungshören ist noch nicht ausgeprägt und das Sichtfeld eingeschränkt. Die Kleinen lassen sich leicht ablenken und dann ist die Konzentration auf den Straßenverkehr schnell dahin. Wichtig ist es, sie früh für die Gefahren des Straßenverkehrs zu sensibilisieren und ihnen zu helfen, die Herausforderungen selbstständig zu meistern“, so Müller weiter. „Als Mobilitätshelfer unterstützen wir Kinder und Jugendliche mit Hilfe von zahlreichen Verkehrssicherheitsprogrammen. Noch effektiver wird das, wenn wir wie bei ‚Gib mir Acht‘ mit Partnern kooperieren und so die Ressourcen bündeln können.“

Ebenfalls engagiert ist die Verkehrswacht Hannover-Stadt e.V. „Solide Präventions- und Aufklärungsarbeit ist die unabdingbare, notwendige Basis der Verkehrsunfallvermeidung“, sagt Fritz Henze, Vorsitzender des Vereins. „Gerade Kinder sind häufig Betroffene, da sie die schwächsten Teilnehmer im Straßenverkehr sind. Ziel muss es sein, sie zu sensibilisieren“, so Henze.

Weiterer Partner ist der Gemeinde-Unfallversicherungsverband Hannover (GUVH)/ Landesunfallkasse Niedersachsen (LUKN). Geschäftsführer Roland Tunsch betont: „Die Verkehrssicherheitskampagne der Landeshauptstadt Hannover ist neben den Unfallanalysen und den daraus entwickelten baulichen Veränderungen an Gefahrenpunkten eine wirkungsvolle Maßnahme zur Reduzierung der Unfallzahlen im Stadtgebiet. Die Vielzahl von verschiedenen Maßnahmen wird in den kommenden Jahren weiterhin Früchte tragen. Wie auch in den vorangegangenen Jahren versuchen wir im Rahmen der Woche der Verkehrssicherheit die Schülerinnen und Schüler besonders für die Gefahrensituationen mit dem Fahrrad zu sensibilisieren und Ihnen konkrete Tipps und Verhaltensweisen mit auf dem Weg zu geben. Ich empfehle den Eltern, ihre Kinder erst nach Ablegen der Fahrradprüfung allein mit dem Fahrrad zur Schule fahren zu lassen. Selbst Grundschüler, die auf dem Drahtesel sicher wirken, sind im Straßenverkehr oft überfordert.“

Präventionsaktionen vor dem Neuen Rathaus

Alle genannten Kooperationspartner begleiten die Woche der Verkehrssicherheit mit vielfältigen Präventionsaktionen. Von Dienstag bis Donnerstag können über 1.000 Kinder auf dem Trammplatz vor dem Neuen Rathaus das richtige Verhalten im Straßenverkehr üben.

Der Schwerpunkt liegt auf dem Radfahren. Ein Simulator hilft beim Trainieren des richtigen Verhaltens auf zwei Rädern. Auch die Bedeutung des „toten Winkels“ wird theoretisch und praktisch thematisiert. Die SchülerInnen können sich in diesem Fall selbst ans Steuer eines stehenden Lkw setzen und im Spiegel sehen, was aufgrund des toten Winkels für den Fahrer nicht zu erkennen ist. Auf zwei Fahrradparcours können Geschicklichkeit und Koordinationsvermögen auf dem Fahrrad geübt werden. Zudem wird mit der ADAC-Aktion „Achtung Auto“ aufgezeigt, welche Gefahren es für FußgängerInnen gibt, wie lang Bremswege für Autos sind und was es heißt, Geschwindigkeiten einzuschätzen.

Kampagne „Gib mir Acht“ läuft seit 2011

Mit der Kampagne „Gib mir Acht“ sollen Kinder für das Thema Verkehrssicherheit sensibilisiert und VerkehrsteilnehmerInnen zu rücksichtsvollem Miteinander bewegt werden.

Die Kampagne setzt dazu zahlreiche Medien ein, um auf möglichst breite Resonanz zu stoßen. Die bekannten Bausteine mit der Broschüre (3D-Bilder und Rätsel, Neuauflage 2018) und den Kinderstadtplänen erfreuen sich großer Beliebtheit und werden weiterhin jährlich aktualisiert und jeweils zu Schuljahresbeginn verteilt. Die städtische Fahrzeugflotte ist mit Aufklebern unterwegs und in der Verkehrsmonsterjagd (www.gib-mir-acht.de) erfolgt die spielerische Umsetzung des Themas. In den nächsten Jahren sollen weitere Inhalte digitalisiert werden, um die Zielgruppen noch besser erreichen zu können.

Das Thema „Elterntaxi“ steht erneut auf der Agenda

Alle Kooperationspartner widmen sich gemeinsam auch dem Problem „Elterntaxi“. Dies ist ein Dauerthema – vor allem an Grundschulen. Nach dem Erfolg des Pilotprojektes an der Albert-Schweitzer-Schule in Limmer soll das Thema an allen Schulen im Stadtgebiet betrachtet werden. Das Konzept zur Bearbeitung für ca. 60 Grundschulen wird zurzeit vorbereitet. Die Sensibilisierung für das Thema Elterntaxi erfolgt parallel auch im Rahmen von „Gib mir acht“ über Flyer und eine entsprechende Plakatkampagne, die zu Schuljahresbeginn startet.

Bussicherheitsprogramm der ÜSTRA

Die ÜSTRA Verkehrsbetreibe beteiligen sich in diesem Jahr mit einem Bussicherheitsprogramm. Schulklassen erhalten ein jeweils rund einstündiges Training, in dem sie praxisnah, lehrreich und mit viel Spaß erkunden können, wie man mit dem Bus am besten fährt. Schwerpunkte sind: Wie steige ich sicher ein und aus? Warum muss ich die Schultasche verstauen? Was passiert bei einer Gefahrenbremsung? Auch nach dem Aussteigen: Augen auf!

Hintergrundinformationen

Die Woche der Verkehrssicherheit ist ein wichtiger Baustein im Konzept zur Verbesserung der Verkehrssicherheit von Kindern. Es werden aber auch bauliche Maßnahmen ergriffen. Die Umbauten dienen vor allem dem Ziel, das Überqueren von Straßen noch sicherer zu machen.

Verunglückten in Hannover im Jahr 2016 noch 187 Kinder, so stieg die Zahl im vergangenen Jahr auf 207. Die Betrachtung der Unfälle nach Art der Verkehrsteilnahme zeigt für 2017, dass die Zahl der verunglückten Kinder als MitfahrerInnen leicht abgenommen hat: Waren es 2016 noch 69 Kinder, so verunglückten im letzten Jahr 62. Das entspricht einem Anteil von rund 30 Prozent. Eine deutliche Zunahme (von 55 auf 76 Personen) ist 2017 bei der Unfallzahl mit Kindern, die mit dem Rad verunglückten, zu verzeichnen. Das sind rund 37 Prozent. Eine leichte Zunahme (von 63 auf 69 Personen) ist auch bei den Unfällen mit zu Fuß gehenden Kindern zu verzeichnen. Dies entspricht einem Anteil von rund 33 Prozent.

Weitere Infos und Downloads stehen im Internet zur Verfügung: www.gib-mir-acht.de.

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Die Pressemitteilung im Original finden Sie unter: www.presseservice-hannover.de

 

 

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