Kaiserslautern – „Mein Kaiserslautern“ und „Thomas Brenner: Alte Heimat – Neue Heimat“

Stadtmuseum zeigt ab 18. März zwei Sonderausstellungen

Mittelrhein-Tageblatt - rlp-24.de - News - Kaiserslautern -Kaiserslautern – Vom 18. März bis 28. Mai 2017 zeigt das Stadtmuseum (Theodor-Zink-Museum | Wadgasserhof) gleich zwei Sonderausstellungen. Zu sehen sind „Mein Kaiserslautern“ im Theodor-Zink-Museum sowie „Thomas Brenner: Alte Heimat – Neue Heimat“ im Wadgasserhof.

Beide Ausstellungen werden mit einer gemeinsamen Vernissage am Freitag, 17. März 2017, 18:00 Uhr, in der Scheune eröffnet. Bürgermeisterin Dr. Susanne Wimmer-Leonhardt und Dr. Bernd Klesmann, Leiter des Stadtmuseums, werden die Gäste begrüßen. Anschließend wird Astrid Wegner, Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Stadtmuseums und projektleitende Kuratorin, zusammen mit dem Fotografen Thomas Brenner in die Ausstellungen einführen. Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung von zwei Musikern der Gruppe „Shaian“, Tofan Khaleque (Afghanistan) und Ahmad Walhoud aus Syrien.

Gemeinsam ist beiden Ausstellungen, dass sie mit dem Ansatz der Teilhabe entstanden sind. Eine große Rolle spielen hierbei persönliche Sichtweisen, die zusammen gesehen neue Perspektiven und Kontexte eröffnen. Sie ermöglichen den Besucherinnen und Besuchern Einblicke in nahe und ferne Lebens-, Alltags- und Arbeitswelten. Vielleicht gelingt mitunter auch ein Perspektivwechsel auf das vermeintlich Vertraute oder das scheinbar Ferne und Fremde. Beide Ausstellungen können jeweils zu den Öffnungszeiten des Museums besucht werden. Diese sind Mittwoch bis Freitag von 10:00 bis 17:00 Uhr und Samstag und Sonntag von 11:00 bis 18:00 Uhr.

Die Ausstellung „Mein Kaiserslautern“ ist das beindruckend überraschende wie vielfältige Ergebnis des Sammelaufrufes, den das Stadtmuseum im letzten Jahr startete und weiter fortführen wird. In einer ersten Präsentation, die teilweise in die Dauerausstellung des Theodor-Zink-Museums integriert ist, werden auf einhundert Stationen mehr als 250 Exponate vorgestellt. Gefragt wurde nach den „Lautrern“, ihrem ganz persönlichen Stück Kaiserslautern und ihren Lieblingsorten. Die zahlreichen Schenkungen und Leihgaben bereichern die Bestände des Stadtmuseums und die Stadtgeschichte um neue Facetten, darunter auch bekannte und weniger bekannte Unternehmen und Institutionen.

So entstand eine einzigartige Topographie mit einer Vielzahl ungewöhnlicher und erzählfreudiger Exponate. Zu diesen zählen nicht nur Liebeserklärungen an die Stadt oder besondere Örtlichkeiten, sondern auch an die Lautrer an sich, wobei auch kritische Positionen nicht fehlen. Besucherinnen und Besucher der Ausstellung finden Antworten darauf, was ein Granatsplitter mit einem Mickey-Maus-Heft und einem Zschocke-„Wänsche“ verbindet oder was sich an Zukunftsweisendem und Ermutigendem von einem Notgeldschein aus den Zeiten der Inflation in den 1920er-Jahren ableiten lässt.

In seiner Ausstellung „Alte Heimat – Neue Heimat“ hat der Fotokünstler Thomas Brenner eindrucksvoll die Erinnerungen und Eindrücke von unbegleiteten jungen Flüchtlingen in Kaiserslautern eingefangen und in Szene gesetzt. Wenn die jungen Geflüchteten über ihre Familie oder Heimat sprechen, zücken sie das Handy und zeigen ihre digitalen Erinnerungen. Viel mehr konnten sie auf ihrer Flucht aus den Kriegsgebieten in Asien und Afrika nicht mitnehmen. Gerade diese privaten Bilder werden in der Ausstellung im Wadgasserhof des Stadtmuseums gezeigt. Stilisierte Weltkarten beschreiben den Weg der Flucht, bebildert mit den visuellen Erinnerungen des Heimatlandes und teilweisen Impressionen auf dem Weg nach Deutschland. Die neue Heimat zeigt viele Selfies aus dem Raum Kaiserslautern, aber auch Mannheim, Frankfurt, Heidelberg – die ersten Erkundigungen im neuen Umfeld. Dabei fehlt die Waschmühle ebenso wenig wie Bilder von Weihnachten, von den Betreuern und von den ersten Freundschaften in der Pfalz.

„Es gehört Mut dazu, uns an solchen persönlichen Bildern teilhaben zu lassen – aber so haben wir als Betrachter die Chance, unsere jugendlichen Flüchtlinge besser zu verstehen…“, so Thomas Brenner.

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Text: Sandra Zehnle, Pressestelle

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