Lahnstein – Bergbaumuseum Grube Friedrichssegen im Regionalfernsehen

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Bergbaumuseum Grube Friedrichssegen (Foto: Bernd Geil/Stadtverwaltung Lahnstein)

Lahnstein – Das Lahnsteiner Bergbaumuseum Grube Friedrichssegen wurde von einem Filmteam des regionalen Fernsehsenders TV Mittelrhein/ Westerwald TV besucht. Museumsbetreuer Egon Korn erläuterte die Geschichte des Bergbaus in Friedrichssegen und des Museums, das der Arbeitskreis Grube Friedrichssegen ehrenamtlich vor 17 Jahren aufgebaut hat.

Dieser lockere Kreis von Männern fand sich 1994 zusammen, um die fast vergessene Bergbaugeschichte ihres Heimatdorfes aufzuarbeiten und den Nachkommen sichtbar zu machen. Sie entwickelten sich zu wahren Bergbau-Enthusiasten. Sprecher des Kreises wurde Hans-Günther Christ (1929-2009), der in den zuständigen Archiven zahlreiche Akten, Pläne und Literatur auswertete und bei vielen Friedrichssegener Familien Fotoalben durchforstete, um Standorte und Aussehen der Gebäude zu dokumentieren.

1995 organisierten Christ und seine Mitstreiter eine erste Ausstellung. Bereits 1997 gaben sie eine ca. 400 seitenstarke „Chronik des Bergbaudorfes Friedrichssegen“ heraus. Sodann begannen sie mit der „Erschließung“ und Markierung der Wege, machten den alten Bergmannsfriedhof wieder begehbar, bauten ein Viadukt auf, legten die Münder von mehrerer Stollen frei und errichteten vor dem Karlsstollen einen Rastplatz. Auch legten sie Reste der alten Simultankirche frei und bauten sie in ihren Grundmauern teils wieder auf.

Anlaufpunkt für alle an der Historie interessierten sollte ein eigenes Museum werden. Dazu stellte die Stadt Lahnstein auf Vorschlag von Oberbürgermeister Peter Labonte und dem damaligen Werkleiter Eberhard Schreiner dem Arbeitskreis das Gebäude der ehemaligen Kläranlage Friedrichssegen, das durch den Bau des Pumpwerkes überflüssig geworden war, zur Verfügung. Die Schlüsselübergabe des Gebäudes fand am 27.08.1999 bei der Einweihung des Pumpwerkes statt. Den Innenausbau des kleinen Museums finanzierte der Arbeitskreis selbst, unterstützt von heimischen Betrieben und Spenden. Die Stadt Lahnstein richtete den Zugangsweg her und stellte das Gebäude kostenlos zur Verfügung. Nach fast einem Jahr wurde am 4. August 2000 das „Bergbau-Museum Grube Friedrichssegen“ feierlich der Öffentlichkeit vorgestellt.

Durch handwerkliches Geschick und Idealismus schuf der Arbeitskreis einen schmucken Raum. Die gesamte Mitte wird ausgefüllt von einem acht Meter langen Modell der einstigen Bergbausiedlung, im Wesentlichen erstellt von Siegfried Herber. Alle 96 Gebäude, die ehemals von der „Neuen Welt“ bis zum Bergmannsfriedhof standen, sind nachgebildet, die Grubenbahn fährt als Miniaturlok durch das Friedrichssegener Tal.

Darüber hängen passend zum jeweiligen Modellpunkt anschauliche Skizzen und zum Teil ganz seltene historische Fotografien der einzelnen Gebäude, ob Schmiede, Werkhallen und Schornsteine oder Direktorenhaus und Badeanstalt im Großformat. Modelle, Skizzen und Fotos werden ergänzt mit den Erläuterungen der Hobbyhistoriker. Zu bewundern sind auch viele der 119 verschiedenen Mineralien, die in Friedrichssegen bekannt sind, darunter die seltenen Pyromorphite (bekannt auch als „Emser Tönnchen“). Eine Schaufensterpuppe trägt die Galauniform der Bergleute. An der Außenwand des Museums ist ein dreidimensionaler Querschnitt durch die Stollengänge beim Inneren Grubenschacht angebracht.

Durch Tod und Krankheit ist vom einst sehr regen Arbeitskreis nur Egon Korn übrig geblieben. Mit viel Herzblut betreut der gebürtige Friedrichssegener seit vielen Jahren das Museum, unterstützt von Stadtarchivar Bernd Geil. Damit dieses Kleinod auf Dauer bestehen kann, werden weitere ehrenamtliche Aufpasser gesucht.

Im Regionalfernsehen wird am 16. Februar ein siebenminütiger Beitrag im Westerwald TV ab 18 Uhr ausgestrahlt und halbstündlich wiederholt. Ab dem 17. Februar ist der Beitrag auch auf TV Mittelrhein zu sehen und über die Homepage des Senders im Livestream abrufbar.

Das Museum befindet sich am Ortseingang von Lahnstein-Friedrichssegen, von der B260 kommend über die Brücke rechts, neben der Pumpstation. Zurzeit ist das Museum wegen der Winterpause nur nach Voranmeldung zu besichtigen (Tel. 02621/50848). Ab dem 4. April ist es wieder jeden Dienstag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Also eine gute Gelegenheit bei einer Wanderung das Museum zu besuchen und vieles über die Mineralien und den lokalen Bergbau zu erfahren. Ausführliche Infos zur Friedrichssegener Geschichte sind der Homepage www.bergbaumuseum-friedrichssegen.de zu entnehmen.


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Text: Alexandra Schäfer
Stadtverwaltung Lahnstein
Fachbereich 1 – Organisation und Presse
Kirchstraße 1
56112 Lahnstein

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