Magdeburg – Evakuierung läuft – 5.000 Anwohnerinnen und Anwohner müssen ihre Wohnungen verlassen

Update Bombenfund am Petriförder

Mittelrhein-Tageblatt - Deutschland - News - Magdeburg -Magdeburg (ST) – In Magdeburg läuft derzeit die Evakuierung von Teilen der nördlichen Altstadt und des Werders. Rund 5.000 Bürgerinnen und Bürger sind dringend gebeten, ihre Wohnungen zu verlassen. Gestern war auf Höhe des Petriförders eine 250-Kilogramm-Fliegerbombe in der Elbe gefunden worden. Nach Abschluss der Evakuierung soll diese vor Ort vom Kampfmittelbeseitigungsdienst entschärft werden.

Das Tiefbauamt der Landeshauptstadt hat 21 Sperren errichtet, die von der Polizei besetzt sind und kontrolliert werden. Alle Anwohnerinnen und Anwohner werden herausgelassen. Derzeit besteht auch noch die Möglichkeit, Angehörige aus dem Bereich herauszuholen. Für den Durchgangsverkehr sind die Straßen im Evakuierungsgebiet gesperrt. Bereits jetzt sind sämtliche betroffenen Straßen auf dem Werder komplett evakuiert – dort werden auch keine Fahrzeuge und Personen mehr hineingelassen.

Derzeit sind 130 Beschäftigte der Stadtverwaltung (Berufsfeuerwehr, Rettungsdienste, Ordnungsamt, Tiefbauamt etc.) und ca. 120 Einsatzkräfte der Polizei im Einsatz. Die Stadtverwaltung hat ein Bürgertelefon mit neun Mitarbeitern geschaltet. Bis zum Mittag gingen dort mehr als 900 Anrufe ein. Nach wie vor beantworten die Kolleginnen und Kollegen unter 0391/ 540 7777 alle Fragen rund um die Evakuierung.

Im Evakuierungsbereich leben rund 600 Hilfsbedürftige. Sie werden seit dem frühen Morgen mit Krankentransporten und Rettungswagen in die Krankenhäuser Magdeburgs und Umgebung bzw. in die Messehallen verlegt. Hilfsbedürftige Personen, die nicht selbständig ihre Wohnungen verlassen können und von keinem ambulanten Pflegedienst versorgt werden, möchten sich bitte bei der Bürgerhotline unter der Rufnummer 03 91/5 40 77 77 melden. Der reguläre Rettungsdienst der Landeshauptstadt ist durch den Einsatz nicht beeinträchtigt und steht ohne Abstriche für Notfälle zur Verfügung.

Polizei und Stadtverwaltung bitten die rund 5.000 Betroffenen dringend darum, so schnell wie möglich ihre Wohnungen zu verlassen. Alle Bewohner müssen das Gebiet bis spätestens 14.00 Uhr verlassen. Sie werden gebeten, bei Verwandten oder Freunden Unterkunft zu suchen. Für alle Bürgerinnen und Bürger, denen das nicht möglich ist, steht das Hegel-Gymnasium in der südlichen Altstadt als Unterkunfts- und Betreuungsobjekt zur Verfügung. Mitarbeiter des Ordnungsamtes und der Polizei werden die notwendigen Evakuierungen begleiten und abschließend prüfen, ob alle Betroffenen ihre Wohnungen verlassen haben.

Es wurde im Einsatzstab diskutiert, die Sternbrücke zur Entlastung des Verkehrs temporär zu öffnen. Die Polizei und die Rettungsdienste lehnen dies zum jetzigen Zeitpunkt ab, weil sich die Wegeführung innerhalb des Stadtparks Rotehorn als sehr unübersichtlich darstellt und die Straßen sehr eng sind. Zudem besteht die Gefahr, dass die Wege sehr schnell verstopft sind und dann Einsatzkräfte und Rettungsdienste nicht mehr beweglich sind. Damit also die Rettungswege weiterhin offen bleiben, darf die Sternbrücke nur von Sonderverkehr wie Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten befahren werden. Anlieger des Stadtparks, Mitarbeitende des MDR-Landesfunkhauses sowie das Team der Veranstaltung „Stars for free“ können nach Identifizierung die Sternbrücke benutzen.

Derzeit wird der Öffentliche Personennahverkehr im Evakuierungsgebiet noch von den Bussen und Bahnen der Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) angefahren. Dies wird sich jedoch mit zunehmender Evakuierung ändern. Mit Beginn der Entschärfung werden über beide innerstädtischen Brücken keine Straßenbahnen mehr fahren. Die MVB informiert über ihre Kanäle auf Facebook und Twitter mit Hilfe des Störungsmelders.

Hintergrund:
Nach einem Bombenfund in der Elbe sind 5.000 Anwohnerinnen und Anwohner der Innenstadt und des Werders aufgerufen, ihre Wohnungen zu verlassen. Bis spätestens 14.00 Uhr soll die Evakuierung in einem Umkreis von 500 Meter vom Fundort Petriförder beendet sein. Die 250-Kilogramm-Fliegerbombe war gestern aufgrund des Niedrigwassers gefunden worden. Sie soll am Nachmittag durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst entschärft werden. Seit 6.00 Uhr ist das Bürger-Telefon unter der 0391/ 540 7777 besetzt. Alle nicht von der Evakuierung betroffenen Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, die nördliche Innenstadt und den Werder weiträumig zu umfahren.

Die Straßen im Evakuierungsgebiet bleiben für Anlieger befahrbar, bis die Evakuierung offiziell abgeschlossen ist. Allerdings ist der Bereich für den Durchgangsverkehr seit 10.00 Uhr gesperrt. Davon sind Angehörige der Betroffenen ausgenommen. Gewerbetreibende in diesem Bereich werden ebenfalls von der Polizei und dem Stadtordnungsdienst aufgefordert, ihre Geschäfte zu schließen.

Das betroffene Gebiet wird durch folgende Straßen begrenzt:

– Im Norden: die Verbindung zwischen Gartenstraße und Zollstraße, Rötgerstraße, Tränsberg, Blauebeilstraße

– Im Westen: die Ostseite der Weitlingstraße zwischen Blauebeilstraße und Julius-Bremer-Straße, die Ostseite der Straße Bei der Hauptwache, der Südabschnitt der Jakobstraße

– Im Süden: Ernst-Reuter-Allee zwischen Jakobstraße und Strombrücke sowie Zollbrücke

– Im Osten: die Mittelstraße zwischen Zollhaus und Badestraße, das Westufer der Alten Elbe zwischen Badestraße und Weidenstraße, die Gartenstraße zwischen Weidenstraße und Einmündung zur Zollstraße

Zum Zeitpunkt der beginnenden Entschärfung wird auch der Nordbrückenzug gesperrt.

Die Landeshauptstadt Magdeburg informiert unter www.magdeburg.de sowie auf Facebook und Twitter.

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