Mainz – Beruf und Arbeit: Hebammen-Ausbildung an Hochschulen bringen

Parlamentarischer Abend des Hebammenlandesverbands im Landesmuseum.

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Landtagspräsident Hendrik Hering betonte in seinem Grußwort den hohen Stellenwert des Hebammenwesens in der Gesellschaft und forderte eine stärkere politische Unterstützung. Bildnachweis: Landtag Rheinland-Pfalz

Mainz – Der Hebammenlandesverband Rheinland-Pfalz hat bei seinem ersten Parlamentarischen Abend in seiner Geschichte die Akademisierung der Hebammenausbildung in den Mittelpunkt seiner Veranstaltung gestellt. Vor zahlreichen Landtagsabgeordneten und Regierungsmitgliedern, darunter auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer, informierten und diskutierten Expertinnen gestern im Forum des Mainzer Landesmuseums mit den Landespolitikern über die Vorteile und die Notwendigkeit, die Hebammenausbildung an die Hochschulen zu bringen. Gemäß einer EU-Richtlinie soll die Ausbildung bis 2020 in Form eines dualen Studiengangs an die Hochschulen überführt werden. Auf diese Weise soll die Ausbildung rund um die Geburtshilfe zukunftsfest und attraktiv gestaltet sowie qualitativ weiter aufgewertet werden. Zudem werde die Ausbildung damit laut Hebammenlandesverband innerhalb der EU vergleichbar. In Rheinland-Pfalz bieten die Hochschule Ludwigshafen am Rhein und die katholische Hochschule Mainz den dualen Studiengang an.

Mehr Wertschätzung für Berufsstand

Landtagspräsident Hendrik Hering betonte den hohen Stellenwert des Hebammenwesens in der Gesellschaft. Neben medizinischen Kenntnissen brauche es vor allem Menschenkenntnis, um Schwangeren und ihren Familien beizustehen. Das persönliche Gespräch sei angesichts der Vielzahl von Informationen im Internet umso wichtiger. „Das Vertrauen zur eigenen Hebamme hilft, Verunsicherung und unbegründete Ängste zu vermeiden“, unterstrich Hering. Er fordert mehr Wertschätzung für den Berufsstand, wie auch für alle Berufe im sozialen und im Gesundheitsbereich insgesamt, die zukünftig weiter an Bedeutung gewinnen würden.

Stärkere politische Unterstützung notwendig

Hering verwies auch auf die Vorzüge des dualen Studiums. Dieses vereine eine praxisorientierte Ausbildung mit medizinischem Wissen und theoretischer Reflexion. Vor allem im Gesundheitsbereich werde das Modell des dualen Studiengangs immer wichtiger. Schließlich sprach er auch als Vater und Großvater seinen ganz persönlichen Dank für den Einsatz der Hebammen aus. „Sie helfen Frauen die Unsicherheit, die gerade bei einer ersten Schwangerschaft besteht, zu überwinden. Sie zeigen ungeübten Müttern und Vätern, wie man mit Neugeborenen umgeht. Sie wissen, wo Vorsicht geboten ist, können junge Familien aber davor behüten, übervorsichtig zu sein“, sagte Hendrik Hering. Er forderte daher eine stärkere politische Unterstützung der Hebammen. Schließlich könne keine andere Berufsgruppe die bedeutsame Arbeit der Geburtshilfe übernehmen.

Psychosoziale und medizinische Betreuung

In einem Impulsreferat stellte die Leiterin der Hebammenschule Speyer, Ute Bauer, die aktuelle Hebammenausbildung dar. Sie hob dabei die erfolgreiche Vernetzung der rheinland-pfälzischen Hebammenschulen mit der Hochschule Ludwigshafen und der katholischen Hochschule hervor. Für Professorin Nina Knape, Leiterin des Studienganges „Hebammenwesen“ an der Fachhochschule Ludwigshafen, ist die wissenschaftliche Ausbildung besonders wichtig, „um Frauen und Familien in einer besonders sensiblen Lebensphase eine kompetente psychosoziale und medizinische Betreuung zukommen zu lassen“. Knape hob hervor, dass die Akademisierung auch Fragen nach der Gleichstellung typisch weiblicher Berufsbiographien berühre.

Ingrid Mollnar, Vorsitzende des Hebammenlandesverbands, machte deutlich, dass die Anforderungen in diesem hochqualifizierten Gesundheitsfachberuf in den vergangenen Jahren in Theorie und Praxis gestiegen seien.

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Landtag Rheinland-Pfalz
Präsidialbüro / Referat K 8
Patricia Groiß
Platz der Mainzer Republik 1
55116 Mainz

 

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