Mainz – Festakt zum Tag der Deutschen Einheit – Bundesratspräsidentin Malu Dreyer wirbt für neue Diskussionskultur in Deutschland

Mittelrhein-Tageblatt - RLP-24 - Staatskanzlei - Aktuell -Mainz – Bundesratspräsidentin und Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat beim Festakt anlässlich des Tags der Deutschen Einheit für eine neue Diskussionskultur geworben. „Deutschland braucht den konstruktiven Streit, der Probleme wirklich erkennt, benennt und fair löst. Es ist an der Zeit, aus gewohnten Mustern herauszutreten“, sagte die Ministerpräsidentin, die in der Rheingoldhalle in Mainz rund 1.200 hochrangige Gäste aus Politik und Gesellschaft begrüßen konnte, unter ihnen Bundestagspräsident Norbert Lammert, Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie den Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle. Die Festrede zum 27. Jahrestag der Deutschen Einheit hielt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

„Zu oft prallen die immer gleichen Positionen unversöhnlich aufeinander. Oft sind Klicks wichtiger als Argumente, wird die Erregung zum Maß des Erfolgs, nicht der Fortschritt in der Sache. Wir haben die besten Chancen, eine gute Zukunft zu gestalten, wenn wir das, was uns gemeinsam angeht, miteinander und nicht gegeneinander aushandeln“, so die Ministerpräsidentin. Es gehe darum, die Grundwerte, die aus der Geschichte gespeist und im Grundgesetz niedergelegt seien, gemeinsam mit Leben zu erfüllen. „Dabei setze ich besonders auf junge Leute und diejenigen, die egal in welchem Lebensalter, jung und quer denken und mit ihren Ideen unsere Wirtschaft, unsere Kultur und unsere Demokratie stark machen. Genau dafür stehen die Delegationen von Bürgern und Bürgerinnen aus allen 16 Ländern, die ich herzlich willkommen heiße“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Der Tag der Deutschen Einheit erinnere an die friedliche Revolution mutiger Bürger und Bürgerinnen, deren Freiheitswille und Entschlossenheit den Weg zur Wiedervereinigung möglich gemacht habe. Sie hätten wahrhaft Großes geleistet. „Wir haben heute allen Grund zur Zuversicht. Ihr Beispiel zeigt uns, dass wir zusammen auch unüberwindlich scheinende Hindernisse überwinden und große Ziele erreichen können“, so die Ministerpräsidentin.

Zusammenhalt gelinge, wenn man sich den Herausforderungen gemeinsam stelle, das zeige auch die Grunderfahrung von Rheinland-Pfalz. Als das Land vor genau 70 Jahren gegründet wurde, musste es erst zusammenwachsen. „Die Menschen hier haben bewiesen, dass man viel erreichen kann, wenn man an einem Strang zieht und wenn Tradition und Moderne zusammen finden. Der Rhein hat einen bunten Migrationshintergrund“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer, auch in Anspielung auf die von Michael Pietsch gestaltete Puppe „Vater Rhein“, die die Dramaturgie des Festakts bestimmte. Begleitet vom Philharmonischen Staatsorchester unter Leitung des Generalmusikdirektors Hermann Bäumer wurde Vater Rhein sowohl filmisch als auch in einem Dialog mit der Schauspielerin Caroline Peters unter der Regie von Jan-Christoph Gockel und mit Texten von Harald Martenstein in Szene gesetzt.

Beim Festakt wirkten neben den professionellen Künstlerinnen und Künstlern auch Mainzer Bürgerinnen und Bürger verschiedenen Alters und Nationalität mit. Sie bildeten einen Chor, der die Vielfalt einer lebendigen Stadt repräsentierte. Mit dabei waren unter anderem Geflüchtete des Neu-Tor-Chors, in dem die musikalischen Traditionen der verschiedenen Herkunftsländer ebenso zum Repertoire gehören wie deutsches und europäisches Liedgut.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer verwies in ihrer Rede auch auf die Symbolik der Farben „Schwarz, Rot, Gold“, die seit dem Hambacher Fest für demokratische Bewegungen stehen und die auch die Farben des Festes zum Tag der Deutschen Einheit in Mainz sind. „Schwarz-Rot-Gold steht nicht für deutsche Enge, sondern für Freiheit, Demokratie und Zusammenhalt, in guter Partnerschaft mit unseren europäischen Nachbarn“, so die Ministerpräsidentin. Diese Farben werden auch beim Abschluss und Höhepunkt des großen zweitägigen Bürgerfestes, der Abendshow auf dem Rhein, eine Rolle spielen.

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Urheber: Staatskanzlei in RLP

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