Reiseziel Deutschland – Pinkfarbene Mohnblüte im Geo-Naturpark Frau-Holle-Land

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Werratal Menschen an Tür im Mohnfeld(c)Marco Lenarduzzi

Deutschland – Frau-Holle-Land: „Blüht der Mohn schon?“ – Spätestens wenn im Frühsommer an den Feldrainen der Klatschmohn zu blühen beginnt, steht in der Geschäftsstelle des Geo-Naturparks Frau-Holle-Land an der Deutschen Märchenstraße das Telefon nicht mehr still.

Doch es dauert meist noch bis rund um die Sommersonnenwende Ende Juni, bis Millionen pinkfarbener Schlafmohnblüten die Landschaft in Germerode und Grandenborn in ein Blütenmeer verwandeln. Das Schauspiel währt nur wenige Wochen, doch es erfreut tausende Besucher, die durch die Felder wandeln und sich allein vom Anblick der Felder berauschen lassen; Morphine enthält der angebaute Kulturmohn nicht mehr. Etwa 20 Hektar wurden am Fuße des Hohen Meißners, auf dem die berühmte Märchenfigur Frau Holle der Sage nach ihr Zuhause hat, rund um das kleine Dörfchen Germerode ausgesät; 5 weitere knapp  25 km entfernt auf dem Plateau des Ringgaus in Grandenborn.

Spazierwege führen entlang der Felder und auch auf strohunterlegten Pfaden durch sie hindurch – zu Fotopunkten und Bänken, zur Mohntenne und zum Teichhof, wo Mohnkuchen und Mohnbratwurst angeboten werden. Von der geführten Wanderung in der Morgendämmerung bis zur Prosecconacht im Mo(h)ndschein, vom Mohnkino, über Platzkonzerte bis zum tierischen Familientag  – besonders während der Mohnblüte ist in beiden Dörfern viel zu erleben. Da die Mohnblüte nur kurz ist und nicht alle Felder gleichzeitig blühen, gibt es noch mehr „Opium für die Augen“: bunte Sommerwiesen, insektenfreundliche Blühstreifen, Kamille und lilafarbendes Büschelschön.

Der Mohn steht seit langer Zeit als Sinnbild für Reichtum, Glück und Fruchtbarkeit – Attribute, mit denen auch die Sagenfigur Frau Holle, die in vorchristlicher Zeit als Große Göttin verehrt wurde, in Verbindung gebracht werden. Sie sorgte für Wetter und den Jahreslauf, und damit auch dafür, dass im Frühjahr die Natur erwacht und Äcker und Wiesen gedeihen und Frucht tragen. In den Raunächten „zwischen den Jahren“ zieht sie der Sage nach mit ihrem wilden Heer und viel Getöse über den Hohen Meißner, um die Seelen der Verstorbenen einzusammeln und für eine Wiedergeburt unter den Frau-Holle-Teich zu bringen.

Die Menschen der Region stellten dem unheimlichen Zug der wilden Jagd Opfergaben bereit, um Frau Holle milde zu stimmen und ihren Segen für die eigenen Felder und die Familie zu erbitten. Unter den Opfergaben waren vor allem Speisen, die symbolisch für Fruchtbarkeit stehen, so auch die Lieblingsspeise der Frau Holle, der Mohn. Sicherlich freut es sie, dass die reichen Mohnfelder direkt „vor ihrer Haustür“ blühen. www.mohnbluetefrauholle.land

 

 

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