suedwest-news-aktuell-staatskanzlei-rheinland-pfalzRheinland-Pfalz / Mainz – Innenminister Roger Lewentz hat Zivilcourage und sozialen Mut als wichtige Voraussetzungen für ein soziales, gerechtes, demokratisches und friedliches Gemeinwesen bezeichnet. „Zivilcourage ist für ein friedliches Zusammenleben von so essentieller Bedeutung, dass gar nicht genug darum geworben werden kann“, sagte Lewentz bei der Verleihung des diesjährigen Preises für Zivilcourage am Dienstag in Mainz.

Bereits zum 17. Mal werden Menschen ausgezeichnet, die sich in Notlagen für andere eingesetzt, Schaden abgewehrt und Leid gemindert haben. Eine interdisziplinär besetzte Jury unter dem Vorsitz von Innenstaatssekretär Günter Kern hat die Preisträger unter insgesamt 43 Vorschlägen ausgewählt. Minister Lewentz betonte bei der Preisverleihung: „Wir alle gestalten mit unserem Verhalten das Leben in unserer Gesellschaft – eine Gesellschaft, in der wir aufeinander achtgeben und uns darauf verlassen können, Hilfe zu bekommen, wenn wir sie benötigen.“

Die Preisträgerinnen und Preisträger:

  1. Preis: Elena-Maria Orsan aus Alzey, die durch ihr mutiges Eingreifen einen Mord verhinderte.

Im Januar 2016 versuchte ein Mann am frühen Morgen zwei Menschen mit einer Drahtschlinge zu erdrosseln. Er hatte sich in der Behindertentoilette eingeschlossen, den Notrufknopf betätigt und dort gelauert. Die Toilettenanalage wird von einer nahe gelegenen Gaststätte betreut, in der Frau Orsan arbeitet. Gemeinsam mit einem Kollegen ging sie zur Toilette, um nachzusehen. Als der Kollege die Tür aufschloss, versuchte der Täter, ihm einen Draht über den Kopf zu ziehen. Glücklicherweise konnte sich der Arbeitskollege losreißen und lief in die Gaststätte, um die Polizei zu rufen. Daraufhin attackierte der Täter hinterrücks einen jungen Mann an einem Fahrkartenautomaten, dem er ebenfalls einen Draht um den Hals legte und zuzog. Frau Orsan beobachtete den Vorfall und griff ein, indem sie solange an dem Draht zog, bis dieser riss. Der Täter ließ von dem jungen Mann ab und flüchtete. Ohne das mutige Eingreifen von Frau Orban wäre das Leben des Opfers in ernsthafter Gefahr gewesen.

  1. Preis: Holger Heiser aus Mainz, der einen Handtaschenraub verhinderte.

Holger Heiser beobachtete im Juni 2016 zwei Jugendliche bei dem Versuch, einer alten Dame ihre Handtasche zu stehlen. Die beiden 15-jährigen warteten vor der Filiale einer Mainzer Bank bis die Dame das Gebäude verlassen hatte und versuchten der 79-jährigen, die Tasche zu entreißen. Die Dame ließ nicht los, stürzte und wurde von einem Täter auf dem Boden liegend weiter mitgeschleift. Erst als die Dame um Hilfe schrie, ließ der Täter von ihr ab und flüchtete mit seiner Komplizin. Herr Heiser reagierte augenblicklich, verfolgte die beiden Jugendlichen zu Fuß und konnte sie mit Hilfe eines Bankangestellten stellen. Bis zum Eintreffen der Polizei fixierte Herr Heiser mit anderen Passanten die Täter, während weitere Anwesende sich um die verletzte Dame kümmerten.

  1. Preis: Andrea Renner-Baumann aus Zweibrücken, die durch Ihre Hilfe eine Sexualstraftat verhinderte.

Im März dieses Jahres bemerkte Frau Renner-Baumann auf ihrem Nachhauseweg mit ihrem Auto beim Vorbeifahren eine spärlich bekleidete und aufgebrachte Frau am Straßenrand. Es herrschte eine winterliche Witterung mit Minusgraden. Trotz Dunkelheit und der Tatsache, dass sie alleine unterwegs und nur noch wenige Meter von ihrer Wohnung entfernt war, fuhr Frau Renner-Baumann zurück, um sich zu vergewissern, ob alles in Ordnung sei. Die Frau berichtete, dass sie aus ihrer Wohnung geflohen sei, weil ihr Ex-Freund, ein Sexualstraftäter, in ihre Wohnung eingedrungen sei. Frau Renner-Baumann nahm die Frau mit ihrem PKW mit, verständigte umgehend die Polizei und blieb bis zur Ankunft der Beamten bei der Geschädigten. Den Täter fanden die Polizeibeamten alkoholisiert in der Wohnung des Opfers vor.

Jugendpreis

Den Jugendpreis erhält Maximilian Ewerbeck aus Kastellaun, der mit seinem beherzten Eingreifen einen Gelddiebstahl verhindern konnte. An einem Nachmittag im Juli 2016 nahm ein Täter einem offensichtlich behinderten Opfer gegen seinen Willen Geld aus dessen Portemonnaie und flüchtete. Maximilian Ewerbeck beobachtete den Vorfall und nahm, nachdem er sich zuerst um den Geschädigten kümmerte, die Verfolgung des Täters auf. Dabei verständigte er auch die Polizeiinspektion Simmern und meldete bis zum Eintreffen der Polizei vor Ort ständig den jeweiligen Aufenthaltsort des Diebes. Maximilian Ewerbeck stellte jegliches Eigeninteresse hinten an und trug durch seine gezeigte und uneigennützige Zivilcourage ganz wesentlich zur Aufklärung der Straftat bei.

Einen weiteren Jugendpreis erhalten Patrick Bernd aus Gondershausen sowie Martin Popp und Simon Kasper aus Emmelshausen, die drei Familien aus einer brennenden Asylunterkunft retteten. Im Juni 2016 kam es gegen 22 Uhr zu einem Brand in einer Flüchtlingsunterkunft in Beulich, wo mehrere Familien mit Kindern wohnen. Im ersten Obergeschoss entzündete sich beim Kochen Öl. Beim Versuch das Feuer mit Wasser zu löschen, kam es zu einer Stichflamme und das Feuer griff auf das Dachgeschoss über, wo sich weitere Bewohner beim Essen befanden. Verängstigt und eingeschüchtert wussten die Familien nicht, was sie tun sollten, sodass sie weiter in der Wohnung verharrten. Herr Popp und Herr Bernd bemerkten den Brand und leisteten direkt Hilfe. Sie liefen ins Haus, fanden die Bewohner des Hauses und forderten sie auf, umgehend das Gebäude zu verlassen, was diese auch taten. In der Zwischenzeit war auch Herr Kaspar am Brandort eingetroffen. Er bemerkte, dass drei Bewohner mit einem Feuerlöscher zurück ins Haus liefen. Herr Kasper lief ihnen nach, folgte ihnen bis in Obergeschoss und drängte sie anschließend ins Freie zurück. Die drei Ersthelfer Herr Kasper, Herr Popp und Herr Bernd zogen sich bei dem Versuch, die Personen aus dem Haus zu retten, leichte Rauchvergiftungen zu. Ohne ihr schnelles und beherztes Einschreiten hätte der Küchenbrand zu einer tödlichen Falle für die Familien werden können.

Sonderpreis

Stefan Josef Heinz und Heiko Gebauer aus Spay erhalten einen Sonderpreis, weil sie einer Frau das Leben retteten, als diese von einem Hund angefallen wurde. Herr Heinz und Herr Gebauer wurden gegen 10 Uhr durch laute Rufe auf eine Frau in Not aufmerksam. Sie lag auf dem Boden und wurde von einem aggressiven Hund gebissen. Das Tier hatte ihr bereits massive Kopfverletzungen und Unterarmverletzungen zugefügt. Gemeinsam gelang es den beiden Herren, den Hund von der Frau herunter zu ziehen und in den Kofferraum eines Autos zu sperren. Bis zum Eintreffen der Rettungskräfte versorgte Herr Heinz die Schwerverletzte im Rahmen der Ersten Hilfe. Ohne das schnelle, mutige und beherzte Eingreifen der beiden hätte die Frau den Angriff des Hundes wahrscheinlich nicht überlebt.

Ein weiterer Sonderpreis wird verliehen an Thomas Wulf aus Ludwigshafen, der durch sein Verhalten eine Frau vor dem Enkeltrick bewahrt hat. Dem Angestellten der Sparkasse Vorderpfalz, Thomas Wulf, fiel während seiner Arbeit eine 85-jährige Kundin auf, die eine größere Menge Bargeld abgehoben hatte. Darauf angesprochen erklärte die Dame dem Bankangestellten, einen Großteil des Geldes für Renovierungsarbeiten im Keller zu benötigen und einen geringen Betrag für ihren persönlichen Bedarf. Herr Wulf hatte den Verdacht eines Enkeltrickbetrugs und verständigte sofort die Polizei. Den Beamten erzählte die Dame jedoch, dass sich bei ihr telefonisch eine Person gemeldet hatte, die sich als ihr Enkel Tobias ausgab. Der männliche Anrufer gab vor, Geld für einen Autokauf zu benötigen. Die Polizeibeamten klärten die 85-jährige über die Betrugsmasche auf und stellten sicher, dass das Geld wieder sicher auf der Bank eingezahlt wurde.

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Text: Staatskanzlei in RLP

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