Stadt Wertheim – Schüler können künftig problemlos wechseln: Neuartige Kooperation zwischen zwei Schulen

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Die Kooperation zwischen Realschule und Werkrealschule haben mit ihrer Unterschrift besiegelt (von links) Schulleiter Hans-Peter Otterbach, Bürgermeister Wolfgang Stein, Referatsleiterin Marion Günther und Schulleiter Lothar Fink. Foto: Stadt Wertheim

Wertheim – Eine neuartige Kooperation gehen die Werkrealschule Urphar-Lindelbach und die Comenius Realschule ein. Ab dem Schuljahr 2017/18 gibt es in der Werkrealschule in den Klassen 5 und 6 eine Orientierungsstufe, die der Realschule vergleichbar ist. Der Wechsel von Schülern zwischen den beiden Schulen ist dann problemlos in beide Richtungen möglich. Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung unterzeichneten die beiden Schulleiter am Mittwoch im Rathaus. Lothar Fink für die Werkrealschule und Hans-Peter Otterbach für die Realschule stellten die geplante Zusammenarbeit gemeinsam mit Bürgermeister Wolfgang Stein und Marion Günther vom Referat Schulen näher vor.

Hintergrund der Kooperation ist der aktuelle Schulentwicklungsprozess. Die Werkrealschule Urphar-Lindelbach als letzte Werkrealschule im nördlichen Main-Tauber-Kreis genießt fünf Jahre Bestandsschutz. In dieser Zeit sollen das pädagogische Konzept und das Angebot so ausgebaut werden, dass die Schülerzahlen gesteigert werden. Zur Erreichung dieses Ziels hat das Regierungspräsidium eine Kooperation mit der Realschule empfohlen.

Die Comenius Realschule setzt ab dem Schuljahr 2017/18 die Orientierungsstufe in der 5. und 6. Jahrgangsstufe um. Das Konzept sieht vor, dass die Schüler in diesen Jahrgangsstufen nach dem mittleren Niveau unterrichtet werden, es für leistungsschwächere Schüler aber Differenzierungsmöglichkeiten gibt. Damit schafft man mehr pädagogische Flexibilität bei der Unterrichtung der zunehmend heterogenen Schülerschaft.

Erst am Ende dieser Orientierungsstufe entscheidet sich anhand der Noten, ob die Schülerin oder der Schüler nach dem mittleren Niveau weiterlernt, das zum Realschulabschluss führt, oder nach dem grundlegenden Niveau, das zum Hauptschulabschluss führt. Ein Niveauwechsel ist zu den Halbjahren oder zum Ende der Klassen 7 und 8 möglich. In den Klassenstufen 9 und 10 findet eine zielgerichtete Vorbereitung auf den Hauptschulabschluss (Ende der Klasse 9) bzw. auf den Realschulabschluss (Ende der Klasse 10) statt.

Die Werkrealschule Urphar-Lindelbach war in den letzten Jahren wegen der zurückgehenden Schülerzahlen das Sorgenkind in der Wertheimer Schulfamilie. Als Schulart ist sie weiterhin ausdrücklich im Schulgesetz Baden-Württemberg vorgesehen. Der Erwerb des Hauptschulabschlusses an einer Werkrealschule muss deshalb in zumutbarer Entfernung möglich sein. Dies hat das Regierungspräsidium mit seiner Entscheidung berücksichtigt, der Schule als einzigem Werkrealstandort im nördlichen Main-Tauber-Kreis fünf Jahre Bestandsschutz zu geben. Zum Schuljahr 2016/17 gab es zehn Neuanmeldungen für die 5. Klasse; so wurde eine kombinierte Klasse mit der Jahrgangsstufe 6 gebildet.

Die sichere Perspektive, die die Schule über den Zeitraum von fünf Jahren hat, wird sich auch in den Anmeldezahlen verfestigen. Davon sind Schulamt und Regierungspräsidium überzeugt. Ein zusätzlicher Anreiz wird nun mit der neuartigen Kooperation geschaffen. Auch die Werkrealschule Urphar-Lindelbach bietet also ab Herbst 2017 in den Klassenstufen 5 und 6 die Orientierungsstufe an, sowohl das grundlegende wie auch das mittlere Niveau.

Damit ein Wechsel der Schüler zwischen beiden Schulen problemlos möglich ist, wollen beide Schulen eng zusammenarbeiten. Sie werden die Anforderungen für die unterschiedlichen Niveaustufen absprechen und auch bei der Schullaufbahnberatung eine gemeinsame Linie vertreten.

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Text: Stadtverwaltung Wertheim
– Presse und Information –
97877 Wertheim

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