Wetter-Extra – Deutschlandwetter im August 2016

Ein viel zu trockener August  mit einer Hitzewelle am Monatsende

Rund ums Wetter -Offenbach (HE) – In den ersten drei Augustwochen überstrich den äußersten Süden Deutschlands oft schwülwarme Luft aus dem Mittelmeerraum. An manchen Tagen entluden sich Gewitter oder zogen ausgedehnte Regengebiete heran. Im Norden gestaltete tiefer Luftdruck über Skandinavien das Wetter meist wechselhaft und relativ kühl. Bis zur Mitte kamen die Tiefausläufer jedoch nur selten voran; häufig dominierte ein Keil des Azorenhochs mit trockener Luft sowie warmen Tagen und vereinzelt frischen Nächten. Zum Monatsende hin präsentierte sich der August in ganz Deutschland unter dem Einfluss von Hoch „Gerd“ sonnenscheinreich mit teilweise ungewöhnlich hohen Temperaturen. Dies ergab einen insgesamt warmen, viel zu trockenen August mit reichlich Sonnenschein, meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

Im zweiten Drittel örtlich Bodenfrost, im letzten Drittel hochsommerliche Hitze

Der August verlief in Deutschland mit 17,9 Grad Celsius (°C) um 1,4 Grad wärmer als das Mittel der internationalen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung +0,4 Grad. Der Unterschied zwischen der tiefsten und höchsten Temperatur war im August sehr groß: So sank das Quecksilber in der Nacht zum 11. in Nürnberg-Netzstall sowie in Carlsfeld im Erzgebirge auf 1,3 °C. Einige Stationen meldeten am 11. und am 18. sogar leichten Bodenfrost. Im letzten Monatsdrittel trumpfte dagegen nochmals der Sommer mit großer Hitze auf. Am höchsten kletterte das Quecksilber am 27. in Saarbrücken-Burbach – erreicht wurden 37,9 °C. Seit Beginn dieses Jahrhunderts traten solche Extremwerte in der dritten Augustdekade bereits 2001, 2011, 2012 und 2015 auf. Im vorigen Jahrhundert kamen sie deutlich seltener vor, wie zum Beispiel 1943 mit 38 °C am 21.8. in Hannover und 1944 mit vier Tagen in Folge über 35 °C in Frankfurt am Main.

Der August erreichte nur 60 Prozent der typischen Regenmengen

Mit rund 45 Litern pro Quadratmeter (l/m²) erreichte der August nur 60 Prozent seines Klimawertes von 77 (l/m²). Orte, in denen der August sein Niederschlagssoll erfüllte, lagen meist im Süden von Bayern und Baden-Württemberg. Dort wirkten sich besonders die ergiebigen Niederschläge von Tief „Dagmar“ vom 4. und 5. aus. 48-stündig fielen dabei in Oberstdorf fast 90 l/m². Die größte Tagessumme meldete Öhringen, östlich von Heilbronn, während eines Gewitters am 18. mit 76 l/m². Von der Altmark bis nach Nordhessen blieb dagegen die Monatsmenge örtlich unter 10 l/m². Am Abend des 20. konnte man hinter einem abziehenden Regengebiet in einem Streifen von Mecklenburg bis zum Schwarzwald farbenprächtige Regenbögen beobachten.

Ein sonnenscheinreicher August mit einem Plus von 13 Prozent

Die Sonnenscheindauer lag im August mit 223 Stunden um 13 Prozent über ihrem Soll von 197 Stunden. Am längsten zeigte sich die Sonne von Nordbaden bis nach Niederbayern mit bis zu 270 Stunden. In Niedersachsen schien sie örtlich nur 180 Stunden.

Das Wetter in den Bundesländern im August 2016 (In Klammern stehen jeweils die vieljährigen Mittelwerte der intern. Referenzperiode)

Schleswig-Holstein und Hamburg: Im August war Schleswig-Holstein mit 17,0 °C (16,2 °C) das kühlste, mit gut 60 l/m² (73 l/m²) das zweitnasseste und mit abgerundet 200 Stunden (210 Stunden) ein sonnenarmes Bundesland. Hamburg gehörte mit 17,5 °C (16,8 °C) auch zu den kühlen Bundesländern bei einer Niederschlagsmenge von etwa 45 l/m² (71 l/m²). Mit rund 190 Stunden (201 Stunden) war die Hansestadt das sonnenscheinärmste Bundesland. Am 28. entluden sich in Hamburg heftige Gewitter.

Niedersachsen und Bremen: Niedersachsen erreichte im August 17,6 °C (16,5 °C), knapp 40 l/m² (70 l/m²) und gehörte mit kaum 200 Stunden (192 Stunden) zu den sonnenscheinarmen Bundesländern. Bremen kam auf 17,8 °C (16,7 °C) und mit aufgerundet 35 l/m² nur auf 47 Prozent seines Klimawertes (71 l/m²). Obwohl es beim Sonnen-schein mit 193 Stunden genau sein Soll (193 Stunden) traf, war es das zweittrübste Bundesland. In der letzten Dekade stieg die Waldbrandgefahr besonders auf den sandigen Böden der Lüneburger Heide auf die höchste Stufe.

Mecklenburg-Vorpommern: Mecklenburg-Vorpommern gehörte im August mit 17,5 °C (16,6 °C) zu den kühleren Bundesländern. Der Niederschlag summierte sich auf etwa 40 l/m² (59 l/m²) und der Sonnenschein auf gut 200 Stunden (217 Stunden).

Brandenburg und Berlin: Im August 2016 meldete Brandenburg 18,3 °C (17,4 °C), gut 35 l/m² (59 l/m²) und fast 210 Sonnenstunden (213 Stunden). Berlin war mit 18,7 °C (17,8 °C) das zweitwärmste Bundesland. Die Niederschlagsmenge betrug annähernd 40 l/m² (59 l/m²) und die Sonnenscheindauer knapp 210 Stunden (214 Stunden). Ende August entstanden durch Hitze und Trockenheit bereits die ersten Brände: Am 27. standen bei Münchehofe, 35 km südöstlich von Berlin, 2500 m² Wald in Flammen.

Sachsen-Anhalt: Sachsen-Anhalt war mit 18,8 °C (17,2 °C) das wärmste und mit weniger als 25 l/m² (59 l/m²) das zweittrockenste Bundesland. In der Altmark fielen örtlich weniger als 10 l/m². Hier erreichte die Waldbrandgefahr Ende August die höchste Stufe. Die Sonne schien in Sachsen-Anhalt rund 225 Stunden (198 Stunden).

Sachsen: Für Sachsen notierten die DWD-Experten im August  18,0 °C (16,8 °C), gut 40 l/m² (77 l/m²) und mehr als 225 Sonnenstunden (199 Stunden). In Carlsfeld im Erzgebirge sank die Lufttemperatur in der Nacht zum 11. auf 1,3 °C. Deutschneudorf-Brüderwiese meldete am 18. sogar Bodenfrost von -1,7 °C.

Thüringen: Hier lag die mittlere Temperatur bei 17,9 °C (16,0 °C). Thüringen ordnete sich mit aufgerundet 35 l/m² (69 l/m²) bei den trockenen und mit beinahe 235 Stunden (192 Stunden) bei den sonnenscheinreichen Bundesländern ein.

Nordrhein-Westfalen: In Nordrhein-Westfalen betrug die Mitteltemperatur im August 17,8 °C (16,6 °C), die Niederschlagsmenge gut 45 l/m² (73  l/m²) und die Sonnenscheindauer fast 215  Stunden (183 Stunden).

Hessen: Die Meteorologen errechneten für Hessen 17,9 °C (16,4 °C), etwa 35 l/m² und mit beinahe 235 Stunden (190 Stunden) 123 Prozent des Sonnenscheinsolls.

Rheinland-Pfalz: Im August 2016 zählte Rheinland-Pfalz mit 18,3 °C (16,6 °C) zu den wärmeren, mit aufgerundet 35 l/m² (70 l/m²) zu den trockeneren und mit nahezu 240 Stunden (193 Stunden) zu den sonnenscheinreichen Regionen Deutschlands.

 Saarland: Das Saarland war im August 2016 mit 18,5°C (16,9 °C) das drittwärmste Bundesland. Hier lag auch der heißeste Ort Deutschlands: In Saarbrücken-Burbach stieg die Temperatur am 26. auf 37,5 °C und am 27. sogar auf 37,9 °C. Mit nur wenig mehr als 20 l/m² (73 l/m²) war das Saarland das niederschlagsärmste Bundesland. Diese Menge entsprach nur 31 Prozent des dortigen Solls. Die Sonne schien etwa 230  Stunden (202 Stunden).

Baden-Württemberg: In Baden-Württemberg lag die mittlere Temperatur im August 2016 bei 18,2 °C (16,4 °C). Mit knapp 50 l/m² fiel zwar nur gut die Hälfte des Klimawertes (94 l/m²); damit war es aber das drittnasseste Bundesland. Beim Sonnenschein ließ Baden-Württemberg mit über 245 Stunden (206 Stunden) alle anderen Bundesländer hinter sich. Vor allem im Norden schien die Sonne sehr häufig. Dort zeigte sie sich bis zu 270 Stunden. Die bundesweit größte Niederschlag-Tagessumme entstand bei einem Gewitter am 18. in Öhringen mit 76,2 l/m². Dadurch musste die dortige Landesgartenschau bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr eine derartige Regenmenge verkraften. Schon am 29. Mai waren hier 79 l/m² an einem Tag gefallen.

Bayern: Bayern präsentierte sich im August mit 17,5 °C (16,0 °C) als ein vergleichsweise kühles, mit gut 65 l/m² (101 l/m²) als das niederschlagsreichste und mit beinahe 245  Stunden (202 Stunden) als das zweitsonnigste Bundesland. Am 11. sank das Quecksilber in Netzstall, einer zu Nürnberg gehörenden Siedlung im Osten der Stadt, auf 1,3 °C. In Bad Königshofen in Unterfranken trat in dieser Nacht mit -0,8 °C sogar Bodenfrost auf. Tief „Dagmar“ brachte am 4. und 5. im Allgäu und in Oberbayern ergiebige Regenfälle. Oberstdorf meldete dabei 48-stündig fast 90 l/m². Diese Nieder-schläge lösten auch einen empfindlichen Temperatursturz aus: In München-Stadt hatte das Thermometer am 4. um 13 Uhr noch 29 °C gezeigt, 24 Stunden später waren es hier nur noch 14 °C. Der bundesweit meiste Niederschlag fiel am unmittelbaren Alpenrand mit bis zu 200 l/m².

Alle in dieser Pressemitteilung genannten Monatswerte sind vorläufige Werte. Die für die letzten zwei Tage des Monats verwendeten Daten basieren auf Prognosen. Bis Redaktionsschluss standen nicht alle Messungen des Stationsnetzes des DWD zur Verfügung.

©DWD

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