Eisiger Wintersturm und Arctic-Kälte in den USA – Temperaturen bis −45 °C möglich – Eine außergewöhnlich starke Wintersturmfront sorgt derzeit in den Vereinigten Staaten für weit verbreitete, gefährliche Wetterbedingungen. Wetterdienste und Behörden warnen vor extremem Schnee, Eisregen und bitterkalter Luft, die große Teile des Landes erfassen – von den zentralen Plains bis in den Nordosten.
Großflächiger Wintersturm trifft zwei Drittel des Landes
Ein mächtiger Wintersturm, der von den südlichen Rocky Mountains über die Großen Seen bis an die Ostküste zieht, bringt schwere Schneefälle, Eis und arktische Temperaturen in Dutzende Bundesstaaten. Insgesamt könnten rund 150–160 Millionen Menschen betroffen sein. Viele Regionen sind bereits unter Unwetterwarnungen und Kältehinweisen.
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Von Texas und Oklahoma bis New York und Boston könnten Böen, Schneeverwehungen und Glätte den Verkehr massiv beeinträchtigen.
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Schulen wurden in Illinois und mehreren anderen Staaten geschlossen.
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Stromversorgungsunternehmen und Behörden rufen zu Notfallbereitschaft und Vorsorge auf.
Gefährlich tiefe Temperaturen – bis etwa −45 °C
In einigen nördlichen Regionen – insbesondere in Minnesota und North Dakota – warnen Behörden vor Temperaturen, die in absoluten Extremfällen bis etwa −45 °C fallen könnten. Solche Werte wären Leben gefährdend, vor allem wenn Menschen ungeschützt draußen sind oder die Infrastruktur (z. B. Wasserleitungen) dem Kälteeinbruch nicht standhält.
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Meteorologen warnen auch vor Windchill-Faktoren (gefühlten Temperaturen), die sogar noch tiefer liegen können – teils unter −40 °C.
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Die Kombination aus eisiger Luft und starkem Wind kann Frostbeulen und Unterkühlung innerhalb von Minuten verursachen.
Ursache: Polarwirbel und arktische Luftmassen
Das ungewöhnlich kalte Wetter hängt mit einer Veränderung im Polarwirbel zusammen – dem riesigen Wirbel aus kalter Luft über der Arktis. Diese Luftmasse ist teilweise nach Süden ausgedehnt worden und bringt nun arktische Kälte weit in die USA hinein.
Meteorologen erklären, dass solche Ausbrüche arktischer Luft größtenteils durch Atmosphärenmuster und Jetstream-Schwingungen verursacht werden, die die Kälte aus Kanada in tiefere Breitengrade drücken.
Risiken und Auswirkungen
Die Auswirkungen dieser Wetterlage sind vielfältig und ernst:
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Reisechaos mit abgesagten Flügen und Straßensperrungen.
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Stromausfälle durch Eis auf Leitungen und fallende Bäume.
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Gesundheitsgefahren wie Unterkühlung und Erfrierungen bei ungeschützten Personen.
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Schäden an Infrastruktur, z. B. geplatzte Wasserleitungen.
Hinweis zur Temperaturangabe
Die häufig erwähnten extremen Werte wie −45 °C basieren auf Prognosen und sind lokal möglich in sehr nördlichen, kontinental geprägten Regionen der USA. Sie gelten nicht für das ganze Land – im Süden und Osten sind die Temperaturen zwar deutlich unter dem Gefrierpunkt, erreichen dort aber typischerweise nicht diese extremen Minusgrade. (hk)