Demenz / Alzheimer – Partnerschaft gegen Vorurteile und Ausgrenzung: Stadt Hannover (NI) schließt sich Initiative von Deutscher Alzheimer Gesellschaft an

Gesundheitsratgeber-24-Alzheimer-Aktuell-Demenz / Alzheimer – Die Landeshauptstadt Hannover hat sich der Initiative „Demenz Partner“ der Deutschen Alzheimer Gesellschaft angeschlossen.

In diesem Rahmen nehmen morgen (Donnerstag, 8. November) rund 100 städtische MitarbeiterInnen, Ehrenamtliche und Mitwirkende aus dem Netzwerk „Demenz-aktiv“ an einem Kompaktkurs zum Thema Demenz teil.

Die TeilnehmerInnen erfahren Grundlegendes zu den Krankheitsbildern der Demenz und welche Folgen sie für das Leben der Betroffenen und für ihr Verhalten haben. Auch Diagnose und Behandlung der unterschiedlichen Ausprägungen von Demenz sind Thema. Im Mittelpunkt stehen aber Informationen rund um die Begegnung und den Umgang mit Menschen mit Demenz, Tipps und Hinweise für Gespräche.

„Wir wollen, dass Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen keine soziale Ausgrenzung und Einsamkeit erfahren; dass sie in unserer Mitte, im Sozialraum, gut leben können; dass sie beteiligt sind und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Dazu braucht es ein informiertes soziales Umfeld, eben eine gute Nachbarschaft,“ unterstreicht Sozial-, Sport- und Kulturdezernentin Konstanze Beckedorf. „Die Initiative ‚Demenz Partner‘ der Deutschen Alzheimer Gesellschaft bietet mit ihren Fortbildungen ein hervorragendes Instrument der Information und Aufklärung. Wir schließen uns daher sehr gern an und nutzen diese Möglichkeit, um viele KollegInnen zu Demenz PartnerInnen zu machen – auch als weitere Facette unserer Aktivitäten zum Thema Demenz,“ würdigt Beckedorf die Initiative.

An dem Kurs nehmen zahlreiche VertreterInnen verschiedener Unterstützungsangebote in Hannover teil. Theresia Urbons, erste Vorsitzende der Alzheimer Gesellschaft Hannover, hebt hervor: „Es gibt in Hannover eine Vielzahl von Angeboten für die Familien. Mit dem Netzwerk Demenz aktiv ist ein guter Zusammenschluss für den Bezirk Kirchrode entstanden. Eine Zusammenarbeit der Einrichtungen in dieser Form sollte auf das ganze Stadtgebiet ausgeweitet werden.“

Die Zahl der Demenzerkrankungen in Deutschland steigt. Immer mehr Menschen kommen direkt oder indirekt mit dem Thema Demenz in Berührung. Möglichst viele Menschen über Demenz zu informieren und auf diese Weise Ängste und Vorurteile abzubauen, ist Ziel der Initiative „Demenz Partner“. Sie wurde im September 2016 von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V., dem Bundesverband von mehr als 130 Alzheimer-Gesellschaften gestartet. Die Initiative setzt sich unter dem Motto „Demenz braucht Dich“ dafür ein, Hemmschwellen und Unsicherheiten im Umgang mit Menschen mit Demenz abzubauen.

Saskia Weiß, stellvertretende Geschäftsführerin der Deutschen Alzheimer Gesellschaft erläutert: „Mehr als 35.000 Menschen in Deutschland sind bereits Demenz Partner geworden. In den Veranstaltungen berichten die Teilnehmenden oft von ihren persönlichen Erfahrungen. Dabei wird besonders deutlich, dass die Begleitung von Menschen mit Demenz Zeit, Ruhe und Geduld erfordert – Dinge, die in unserem hektischen Alltag oft zu kurz kommen. Die Kurse verändern aber auch das Bild von den Erkrankten, die eben nicht mit der Diagnose plötzlich völlig pflegebedürftig sind. Sie haben krankheitsbedingte Einschränkungen, aber auch Fähigkeiten, die sie nutzen wollen und nutzen können.“

Vorbild für Deutschland ist die Aktion „Dementia Friends“ der englischen Alzheimer Gesellschaft, die die Initiative aus Japan aufgenommen hat. Daran beteiligen sich inzwischen mehrere Millionen Menschen in Großbritannien, Kanada, Nigeria, China und weiteren Ländern.

Ermöglicht wurde die Initiative Demenz Partner durch eine Spende der SKala-Initiative sowie durch die Unterstützung des Bundesgesundheitsministeriums und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Hintergrund

In Deutschland leben gegenwärtig rund 1,7 Millionen Menschen mit Demenz. Ungefähr 60 Prozent davon leiden an einer Demenz vom Typ Alzheimer. Ihre Zahl wird bis 2050 auf drei Millionen steigen, sofern kein Durchbruch in der Behandlung oder Prävention gelingt.

Die Alzheimer Gesellschaften engagieren sich für ein besseres Leben mit Demenz.

Sie unterstützen und beraten Menschen mit Demenz und ihre Familien. Sie informieren die Öffentlichkeit über die Erkrankung und sind ein unabhängiger Ansprechpartner für Medien, Fachverbände und Forschung.

Stadt Hannover und Netzwerk „Demenz aktiv“

Das stadtweite Netzwerk wurde 2012 gegründet. Vertreten sind neben der Stadt Hannover Wohlfahrts- und Sozialverbände, der Seniorenbeirat, ambulante und stationäre Einrichtungen der Altenhilfe, gerontopsychiatrische Dienste und Einrichtungen, Wohnungswirtschaft, Polizei, Selbsthilfe und andere. Der Kreis hat es sich zur Aufgabe gemacht, die hannoversche Öffentlichkeit für das Thema Demenz zu sensibilisieren und Aufklärungsarbeit zu leisten, um insgesamt die Lebenssituation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen in Hannover zu verbessern.

Projekte und Aktivitäten:

– Einrichtung des städtischen Kompetenzzentrums Demenz im städtischen Alten- und Pflegezentrum Heinemanhof, Kirchrode, durch die Stadt Hannover mit Beratungs- und Betreuungsangeboten für demenziell erkrankte Menschen, die zu Hause leben, und deren pflegende Anhörige

– Durchführung von Fachtagen

– Beteiligung an den Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz (Initiative des Bundesfamilienministeriums) und Umsetzung von Aktionen zur Unterstützung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen in den Stadtteilen Kirchrode und Linden/Nord

– Erstellung von Stadtteilkarten mit Angeboten für Menschen mit Demenz

– Initiative „Socken im Kühlschrank“, Lernwerkstätten für Kinder, um ihnen Demenz zu erklären und an einer positiven wertschätzenden Haltung zu arbeiten

– Durchführung eines Rockprojektes mit Menschen mit Demenz in Zusammenarbeit mit der Landesarbeitsgemeinschaft Rock

– Durchführung eines Theaterprojekts als Kooperation von vier stationären Einrichtungen der Altenpflege, des Kompetenzzentrums Demenz, der Altenpflegeschule und des Freien Theaters)

Die Initiative Demenz Partner wird vom Bundesgesundheitsministerium und durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt. Darüber hinaus erhält sie eine Spende durch die gemeinnützige SKala Initiative der Unternehmerin Susanne Klatten.

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Die Pressemitteilung im Original finden Sie unter: www.presseservice-hannover.de

 

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