Diabetesratgeber – ERHÖHTER BLUTZUCKER – DIE STILLE GEFAHR: Diabetes Typ 2 wird oft zu spät erkannt, doch Prävention kann ihn aufhalten

Gesundheitsratgeber-24-Diabetesratgeber-Aktuell-Diabetesratgeber – Der menschliche Körper ist erstaunlich anpassungsfähig und kann Fehlfunktionen oft lange ausgleichen. Das hat Vorteile, kann aber auch von Nachteil sein, wenn etwa eine Krankheit deshalb nicht entdeckt und behandelt wird. Ein typisches Beispiel hierfür ist der Typ-2-Diabetes, bei dem zwischen Ausbruch und Diagnose im Schnitt acht bis zehn Jahre liegen können. Der Körper kann die verschlechterte Insulinwirkung oft lange durch eine erhöhte Produktion kompensieren – und die überhöhten Blutzuckerwerte verursachen zunächst meist kaum Beschwerden. So leben in Deutschland zurzeit schätzungsweise ein bis zwei Millionen Menschen mit einem unerkannten Diabetes.

Frühzeitig erkennen und behandeln
Umso mehr kommt es beim Diabetes Typ 2 auf Prävention und Früherkennung an. Risikofaktoren sind unter anderem ein höheres Lebensalter, erbliche Veranlagung, Bewegungsmangel, Rauchen und ungesunde Ernährung. Auch das metabolische Syndrom – eine Kombination aus bauchbetontem Übergewicht, Bluthochdruck, Insulinresistenz und zu hohen Blutfettwerten – erhöht die Wahrscheinlichkeit, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln. Liegen solche Risiken vor, kann der Ausbruch der Krankheit durch Präventionsmaßnahmen oft verzögert oder verhindert werden. Dazu gehören eine Gewichtsabnahme um fünf bis sieben Prozent innerhalb eines Jahres, wenigstens 150 Minuten Bewegung pro Woche sowie eine ballaststoffreiche und fettarme Kost.

Zur Früherkennung sollte man sich außerdem ab 35 Jahren regelmäßig durchchecken lassen. Im Verdachtsfall sollte dabei laut Empfehlung der Deutschen Diabetes-Hilfe nicht nur der Nüchternblutzucker bestimmt werden, sondern auch der HbA1c-Wert. Er zeigt den mittleren Blutzuckerwert der letzten acht bis zwölf Wochen an und dient damit der Langzeitkontrolle. Wird ein Diabetes festgestellt und reichen Lebensstiländerungen zur Behandlung nicht aus, kommen Medikamente zum Einsatz, in der Regel zunächst Metformin. Bei schlechter Verträglichkeit oder unzureichender Wirkung setzen Experten auf andere Mittel, etwa DPP-4-Hemmer wie Sitagliptin. Diese können allein oder zusätzlich verordnet werden, um den Blutzucker wieder in den Griff zu bekommen.

Folgeerkrankungen vermeiden
Neben dem regelmäßigen Check sollte jeder auch auf mögliche akute Symptome wie starken Durst, häufigen Harndrang, trockene Haut, Abgeschlagenheit, Sehstörungen, Muskelkrämpfe, schlechte Wundheilung und erhöhte Infektanfälligkeit achten – eine Liste gibt es unter www.diabetes-behandeln.de. Denn nur durch rechtzeitiges Eingreifen lassen sich mögliche schwere Folgeerkrankungen des Typ-2-Diabetes vermeiden. Dazu gehören zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Schädigungen der Nerven, Augen, Nieren und Füße.

Was ist der HbA1c-Wert?
Der HbA1c-Wert wird bei Verdacht auf Diabetes zur Absicherung der Diagnose und im Krankheitsverlauf zur Kontrolle bestimmt. Denn je mehr und je länger Glukose im Blut zirkuliert, desto mehr davon lagert sich an den roten Blutfarbstoff, das Hämoglobin, ab. Dieses „verzuckerte“ Hämoglobin wird HbA1c genannt. Der HbA1c-Wert zeigt den Prozentsatz dieses veränderten Blutfarbstoffs an und den Mittelwert der Blutzuckerwerte aus den letzten acht bis zwölf Wochen. Damit dient er der Langzeitkontrolle. Er kann helfen, das Risiko für Folgeschäden einzuschätzen und er kann zur Kontrolle der Diabetestherapie genutzt werden.

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Quelle: MSD Sharp & Dohme GmbH, Haar

Autor: Redaktion Medizin und Ernährung