Fakten-Check – Termine beim Facharzt: Kassenpatient VS privat versichert – Manch ein Kranker erlebt seinen Termin nicht!

Geld REGIERT die Welt …

Gesundheit24-Fakten-Check-Aktuell-Fakten-Check – Termine beim Facharzt sind ein Glücksspiel: Eigentlich sollte man annehmen, wenn man krank ist, bekommt man schnell Hilfe auch vom Facharzt. Aber weit gefehlt, denn in Deutschland herrscht in den Köpfen vieler Ärzte immer noch eine 2-Klassen-Medizin.

Das Einzige was wirklich zählt, für viele nur ob der Patient in einer gesetzlichen Kasse versichert ist oder zu den Luxus-Kunden der Privaten gehört.

Unglaublich für ein Land wie Deutschland 2018, aber leider vielerorts gängige Praxis in den Praxen. Darum haben wir vom Magazin Gesundheit24.Online einen Test gemacht um dieses Vorurteil gegenüber den Ärzten zu entkräften. Unser Fazit: Es ist wohl doch kein Vorurteil, sondern leider gängige Vorgehensweise aus rein geschäftlichen Gründen.

Der Patient wird für viele Ärzte zum wandelnden Geldschein, nur der Kassenpatient ist halt, was die Wertigkeit angeht, weit weniger attraktiv als der Kollege mit der Privaten-Kassen-Karte im Portemonnaie.

Unser Testablauf:

Wir aus der Redaktion haben in den letzten Wochen, quer durch Deutschland von Flensburg bis nach Rosenheim wahllos 325 Fachärzte um einen Termin gefragt (die Fachrichtungen waren natürlich unterschiedlich), zunächst ein großes Kompliment an die Damen und Herren am Telefon der Praxen, die schon beinahe im ersten Satz die Frage stellten “sind Sie Kasse oder Privat” ohne zunächst überhaupt zu fragen, um welches Krankheitsbild es eigentlich geht.

Irgendwie kommt das Gefühl eines Anrufes bei einem “Shopping-Sender” auf. Hier geht es scheinbar nur um den Verkauf der ärztlichen Dienstleistung zum BESTEN Preis und nicht um das eigentliche Problem. Fakt ist bei ca. 90% der Anrufe haben wir als Kassenpatient Termine erhalten, die in weiter Ferne lagen, wenn man da jetzt wirklich ein Problem gehabt hätte, ist es fraglich, ob der Patient den Termin überhaupt noch erlebt hätte oder doch schon in der kühlenden Erde auf dem Friedhof liegt. Direkte Ablehnungen gab es auch.

Bei unserem nächsten Anruf haben wir uns dann als privat versichert ausgegeben und siehe da, hier erhielten wir in nahezu 96% die Frage gestellt “wann möchten Sie gerne vorbei schauen, ein Termin wäre jederzeit kein Problem” oder auch gerne genommen “wollen Sie sich gleich auf den Weg machen? Wir haben gleich noch etwas Zeit”.

Hallo, wo leben wir denn hier? Was unser Test hier aufzeigt, ist doch schon erschreckend. Klar eine Arztpraxis zu betreiben verursacht erhebliche Kosten und die müssen natürlich am Ende des Quartals im Säckel sein, aber kann / muss es sein, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird.

Die SPD hatte bei den GroKo-Verhandlungen die Idee einer Bürgerversicherung ins Gespräch gebracht, mit der diese 2-Klassen-Medizin wohl ein Ende gefunden hätte. Nur diese Idee wurde im Keim erstickt, wahrscheinlich wurde auch hier mehr auf die “Wirtschaft” als auf den gesunden Menschenverstand gehört.

Fazit: Wer wirklich krank ist und nicht nur wegen der überalterten Illustrierten auf dem Tisch im Wartezimmer zu Facharzt gehen will, sollte sich überlegen, ob er im Krankenhaus vielleicht nicht besser und schneller zur Lösung des Problems aufgehoben ist, wenn er Kassenpatient ist.

Dennoch haben wir auch einige (wenige) “SCHNELLE TERMINE” als Kassenpatient erhalten. Wie heißt es doch immer:  “Ausnahmen bestätigen die Regel!”.

Autor: Redaktion Medizin und Ernährung