Darmstadt – Update 09.05.2020: Covid-19-Krisenstab der Wissenschaftsstadt Darmstadt berät über weitere Lockerungsmaßnahmen des Landes

OB Partsch: „Müssen umsichtig und vernünftig mit den neu gewonnen Freiheiten umgehen, um die bisherigen Erfolge nicht zu gefährden – tauschen uns täglich aus, um gemeinsam konkrete Lösungen für Schulen, Kitas, Kultur und Gastronomie in Darmstadt zu erarbeiten“

Mittelrhein-Tageblatt - Deutsches Tageblatt - News - Darmstadt -Darmstadt – Nachdem die Beschlüsse von Bund und Ländern zu weiteren Lockerungen in der Corona-Krise nun auch vom Land Hessen in konkretere Handlungsanweisungen und Zeitpläne überführt worden sind, hat sich der Covid-19-Krisenstab der Wissenschaftsstadt Darmstadt in einer außerplanmäßigen Sitzung am heutigen Samstag, 9. Mai, mit ersten Auswirkungen auf die Wissenschaftsstadt Darmstadt beschäftigt und ein Vorgehen abgestimmt. Intensiv diskutiert wurde auch noch einmal die neue Vorgabe aus Berlin von einer Inzidenz von höchstens 50 positiven Covid-19-Fällen pro Gebietskörperschaft in den vergangenen 7 Tagen. Hier tendiert der Krisenstab analog zu vielen Experten dazu, dass diese Zahl aus verschiedenen Gründen zu hoch angesetzt sein könnte, um ein sich anbahnendes neues Infektionsgeschehen effektiv unterbinden zu können. Das Gesundheitsamt wird hier zur nächsten Sitzung entsprechende Statistiken zu Inzidenzen in Darmstadt vorlegen, um eine valide Einschätzung der Entwicklung zu erhalten.

Die vom Land beschlossenen Lockerungen wurden vom Krisenstab nach den jeweiligen betroffenen Bereichen betrachtet und behandelt:

Im Bereich Schule, wo am 18. Mai und 2. Juni die Ausweitung des Betriebs vorgesehen ist, werden aktuell in zahlreichen Abstimmungsrunden zwischen Stadt, Landkreis, Staatlichen Schulamt und Verwaltung weitere Vorkehrungen bezüglich Klassengrößen, Abstandsregeln, Hygiene, zweitversetztem und digitalem Unterricht, und Transport erarbeitet und zum gegebenen Zeitpunkt auch umgesetzt. Aus Sicherheitsgründen nach wie vor kritisch gesehen wird der Einsatz von Desinfektionsmitteln in den Schulen. Hierauf soll nach Möglichkeit nur in Notfällen darauf zurückgegriffen werden.

Im Bereich der Kindertagesstätten gibt es seitens des Landes Hessen leider noch wenige konkrete Vorgaben bezüglich einer konzeptionellen Vorstellung. Geplant ist der Einstieg in einen eingeschränkten Regelbetrieb ab dem 2. Juni. Die wichtigsten offenen Fragen betreffen Gruppengröße und Betreuungsanspruch. Hier steht das Sozialdezernat in ständigem Austausch mit anderen Gebietskörperschaften und dem Hessischen Sozialministerium und erwartet von allem von dort nun eine deutliche Konkretisierung der Pläne. Derzeit werden in Darmstadt 700 Kinder und damit rund 10% der Kinder vor der Krise im U3 und Ü3-Bereich betreut.

Im Bereich Kultur begrüßen die meisten Häuser die schrittweisen Öffnungen. Dennoch bestehen gerade bei der Unterscheidung in große und kleine Häuser unterschiedliche Problemlagen. Große Häuser haben Schwierigkeiten mit den Vorgaben von 100 Personen die Wirtschaftlichkeit abzubilden, kleinere Häuser haben eher Probleme mit der Einhaltung von Abstandsregelungen. Trotzdem werden nun erste Veranstaltungskonzepte zur Wiederaufnahme des Kulturbetriebs unter den gegebenen Vorrausetzungen erarbeitet. So werden etwa im Literaturhaus und im Jazzkeller demnächst kleinere Veranstaltungsformate in die Umsetzung gehen können. Auch das Museum Künstlerkolonie wird am kommenden Dienstag (12.) seine Pforten für die Besucherinnen und Besucher öffnen können.

In diesem Zusammenhang informiert Oberbürgermeister Jochen Partsch außerdem, dass die bisher und ursprünglich noch bis 31. Mai gültige Allgemeinverfügung der Wissenschaftsstadt Darmstadt aus dem März dieses Jahres aufgehoben und an die aktuellen Vorgaben des Landes Hessen angepasst wird.

Für den Bereich der Gastronomie berichtet Oberbürgermeister Jochen Partsch aus Gesprächen mit Darmstädter Gastronomen, dass die vom Land Hessen erlassene Vorgabe von einem Gast pro 5 Quadratmeter sehr kritisch gesehen wird. Dies ist für viele Betriebe betriebswirtschaftlich nicht darstellbar. Hier bleibt die Stadt in engem Austausch mit den Gastronomen und dem Land Hessen, damit diese Öffnung bei gleichzeitigem Infektionsschutz so pragmatisch wie möglich begleitet werden kann. In den vergangenen Tagen wurde seitens der Verwaltung außerdem ein an die aktuellen Abstands- und Hygieneregeln angepasstes Konzept zur Sondernutzung öffentlicher Flächen erarbeitet. Dieses wird OB Partsch in den kommenden Tagen dann auch bei einem Gespräch mit den Darmstädter Schaustellerinnen und Schausteller vorstellen und erläutern.

„Klar ist bei allen nun anstehenden Änderungen“, so Oberbürgermeister Jochen Partsch, „dass wir die bisher erreichten Erfolge im Kampf gegen das Virus, im Zuge der nun Stück für Stück wiederkehrenden Freiheiten, keinesfalls durch unvernünftiges und leichtsinniges Verhalten aufs Spiel setzen dürfen. Die Rückkehr in eine neue Normalität ist nach wie vor brüchig und kann nur gelingen, wenn weiter alle Kräfte zusammenarbeiten und die Bürgerinnen und Bürger sich an die Vorgaben zum Infektionsschutz halten. Dann, und nur dann, kann die Wiederaufnahme eines einigermaßen normalen Alltags auch gelingen.“

Die Kliniken in Darmstadt zeigen sich unterdessen erleichtert, dass das Land Hessen die strengen Besuchsregelungen für die Krankenhäuser vorerst weiter aufrechterhalten hat. Nur so seien die bisher erreichten Erfolge auch weiterhin zu verteidigen, so die Auffassung.

Der Krisenstab kommt am kommenden Dienstag, 12. Mai, um 10 Uhr zu seiner nächsten Sitzung zusammen.

09. Mai 2020 / DK

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