Eltville am Rhein – Umwelt – Baumpflanzungen in Eltville: Trockene Sommer machen den Bäumen zu schaffen

Mittelrhein-Tageblatt - Deutsches Tageblatt - News - EltvilleEltville am Rhein – Umwelt: Die Stadt Eltville hat in den letzten Wochen im Stadtgebiet weitere Bäume gepflanzt.

„Wir haben aus Anlass des Einheitsbuddelns bereits zahlreiche Bäume gesetzt“, berichtet Bürgermeister Patrick Kunkel, „jetzt geht es weiter.“ So wurden zum Beispiel am Feldweg zur Domäne im Baiken vom Wiesweg aus einige Ebereschen ersetzt, im Stadtpark zwei Blutbuchen.

Auch am Denkmal „Geishornkreuz“ in Eltville ist eine Marone und am Spielplatz ‚Reitschulgasse‘ in Rauenthal sind Birken und eine Eiche gesetzt worden.

„Weil sie so wichtig für das Kleinklima sind, sorgen wir dafür, dass viele neue Bäume im Stadtgebiet gepflanzt und bestehende erhalten werden“, so Kunkel weiter. Bei der Auswahl der Baumarten habe man darauf geachtet, solche zu nehmen, welche sich der Klimaerwärmung gut anpassen könnten. Denn die zwei heißen Sommer 2018 und 2019 haben auch in Eltville mehr Pflegeaufwand für die Straßenbäume und solche in der Landwirtschaft verursacht.

Jungbäume, Beete und Neuanpflanzungen mussten zusätzlich intensiv bewässert werden, um sie zu erhalten und ihre Entwicklung zu sichern. So wurden auch Bewässerungssäcke mit Tröpfchenbewässerung an den Jungbäumen und auch an Jungpflanzungen in den Weinbergen installiert und erprobt. „Wir haben allerdings durch Diebstahl zahlreiche Bewässerungssäcke verloren, so dass trotzdem ein paar Bäume am Rheinufer eingegangen sind“, bedauert Kunkel.

Ältere Straßenbäume leiden unter dem Trockenstress besonders. Denn die verhältnismäßig kleinen Pflanzbeete der Bäume ermöglichen nicht, dass den Wurzeln zusätzlich Wasser zugeführt wird. Dieses kann nicht tief genug in den Wurzelraum einsickern, welcher sich in der Regel unter der Baumkrone weiträumig und tief ausbreitet und unter den befestigten Flächen liegt.

Viele der Straßenbäume haben daher in diesem Jahr ihre Krone stark zurückgebildet, die Spitzen wurden nicht weiter versorgt. Durch eine fachgerechte Reduzierung der Kronen wurden daher viele Straßenbäume unterstützt. Eine Reduzierung der Krone kann zumindest dafür sorgen, dass der restliche Baum noch gut versorgt wird.

Die Trockenheit hat auch zu einem sprunghaften Anstieg einiger Schädlinge geführt, auch Schadpilze haben sich in manchen Bäumen zunehmend vermehrt. Größere Wühlmauspopulationen verursachten starke Bissschäden an den Wurzeln junger Bäume, zum Beispiel im Stadtpark. Deshalb erfolgen nun Baumpflanzungen zum Teil mit Wühlmausschutz für die jungen Wurzeln.

Der Bestand an stark allergieauslösenden Eichenprozessionsspinnern stieg ebenfalls sprunghaft an, so dass hier zusätzlich zu der regulären präventiven Bekämpfung der befallenen Eichen an manchen Stellen umfangreiche Nacharbeiten – Absammeln oder Absaugen – erforderlich waren. Die besonders betroffenen Bereiche werden daher künftig zusätzlich kontrolliert und abgesammelt, wenn erforderlich. „Uns ist es wichtig, Eichen grundsätzlich zu erhalten“, betont Kunkel.

Die historischen Platanen am Rheinufer hatten infolge des Trockenstresses stärkeren Befall durch die Platanenwelke.

Eine Vitalisierung der Platanen auf dem Platz von Montrichard ist in diesem Herbst angelaufen. Es sei nicht ausgeschlossen, dass künftig bei anhaltend trockenen Sommern umfangreiche weitere Maßnahmen zur Baumumfeld-Verbesserung in diesem Bereich notwendig werden, so die Grünflächenverwaltung.

Auch sind einige Verbesserungen im Umfeld der Bäume vorgenommen worden und weitere seien noch geplant. In verdichteten Wurzelbereichen würden, soweit das möglich ist, dafür mittels Luftdrucklanzen Lockerungen und Düngerzugaben durchgeführt.

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Stadt Eltville, den 19. Dezember 2019