Frankfurt am Main – Bildungsdezernentin Weber stellt Frankfurter Richtlinien zum eingeschränkten Regelbetrieb der Kinderbetreuungseinrichtungen ab 2. Juni vor

Mittelrhein-Tageblatt - Deutsches Tageblatt - News - Frankfurt am MainFrankfurt am Main – (ffm) Bildungsdezernentin Sylvia Weber: „Viele Eltern sind bereits an ihre Arbeitsstätten zurückkehrt, die Anforderungen waren und sind auch im Home-Office hoch, was die Familien zusätzlich belastet und viele an ihre Grenzen bringt. Unser Ziel ist es darum, allen Kindern ein zumindest zeitweises, aber verlässliches Betreuungsangebot zu machen.“ Die besondere Herausforderung sei dabei, den Infektionsschutz der Kinder und der Beschäftigten gegen die berechtigten Bedürfnisse der Familien abzuwägen.

Denn noch immer gehe es darum, das Infektionsrisiko für alle einzudämmen – eine vollständige Rückkehr zur Normalität sei auch in den nächsten Wochen und Monaten nicht möglich. Die Entscheidung sei darum in Abstimmung mit dem Stadtschulamt, den Trägern der Kitas, den Gewerkschaften und den Gesundheitsbehörden getroffen worden. Die neuesten Studien und Erkenntnisse seien mit einbezogen worden. „Ich habe in den letzten Wochen zudem viele Gespräche mit Eltern geführt und es haben uns zahlreiche Zuschriften erreicht. Dies alles ist in das Konzept mit eingeflossen, das wir nun vorlegen“, sagte die Dezernentin.

Die Frankfurter Richtlinien umfassen Regelungen zu den Fragen des Kita-Betriebs, die bisher nicht beantwortet worden sind. Um allen Kindern den Besuch der Einrichtung zu ermöglichen, wird für alle (mit Ausnahme derjenigen in der Notbetreuung) eine Teilzeitbetreuung angeboten, die zwei bis drei Tage die Woche umfasst. Damit kann unter den genannten Voraussetzungen jedem Kind eine 50-Prozent-Betreuung gewährleistet werden. Dabei sollte jedes Kind mindestens zwei Tage pro Woche in der Kita sein können, der dritte Tag kann rhythmisiert angeboten werden.

Der nun vorgelegte Plan biete auch allen Kindern endlich wieder die Möglichkeit, viele ihrer lieb gewonnenen Freunde wieder zu treffen, so Weber. „Unsere Bildungs- und Betreuungseinrichtungen garantieren nicht nur die lange erkämpfte Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sondern sind auch unverzichtbare Entwicklungsstationen im Leben unserer Kinder. Es gibt diese soziale Infrastruktur ja nicht grundlos. Sie schaffen Bildungschancen und bieten ein soziales Netz. Wir dürfen sie keinen Tag länger als unbedingt notwendig an ihrer Arbeit hindern.“

Ein wichtiges Ziel sei es zudem gewesen, die Kita-Leitungen vor unvertretbar harten Entscheidungen zu schützen. Weber sagte: „Es wäre verantwortungslos, die Entscheidung darüber, wer berechtigt ist, eine Betreuung in Anspruch zu nehmen und wer nicht, an der Kita-Tür abzuladen. Auch wäre es nicht vermittelbar, wenn jeder Träger hier anders agiert. Nicht nur hessenweit, auch in Frankfurt ist die Betreuungslandschaft bei mehr als 870 Einrichtungen in unserer Stadt vielfältig. Trotzdem haben wir es gemeinsam mit den Trägern als unsere Pflicht und Verantwortung angesehen, allgemeine Richtlinien zu erarbeiten, denen sich alle verpflichtet fühlen.“

Die Dezernentin dankte den Partnern in diesem Prozess, die diesen Erfolg möglich gemacht haben. „Die Zusammenarbeit mit den Trägern in den vergangenen Monaten und insbesondere auch in der letzten Woche war eng, vertrauensvoll und unglaublich intensiv. In unsere Sitzungen waren auch die Gewerkschaften eingebunden. Denn neben dem Kindeswohl hat das Wohl und der Schutz der Beschäftigten für uns Priorität. Alle waren und sind sich der besonderen Bedeutung der Situation bewusst. Das Stadtschulamt hat den Prozess hervorragend organisiert und nicht zuletzt einen Großteil der ‚Hintergrundarbeit‘ übernommen. Gerade die letzte Woche war aufgrund der viel zu späten und dann unzureichenden Vorgaben des Landes für alle durch Mehrarbeit bis in die Nachtstunden geprägt. Ich kann den Beteiligten gar nicht genug danken. Sie haben sich um unsere Stadt mehr als verdient gemacht.“

Man werde den nun folgenden Öffnungsprozess eng begleiten und unerwartet auftretende Fragen oder Probleme schnellstmöglich lösen, versprach die Dezernentin. „Meine große Hoffnung ist, dass die persönliche Lebenssituation nun für viele Familien besser wird.“