Frankfurt am Main – Fast genauso viele Geburten, aber weniger Eheschließungen: Das Corona-Jahr 2020 im Standesamt

Hessische-Nachrichten - Stadt Frankfurt am Main - Aktuell -Frankfurt am Main – (ffm) Während die Pandemie sich auf fast alle Lebensbereiche ausgewirkt hat, ist die Zahl der Geburten in Frankfurt nahezu gleichgeblieben: 12.913 Kinder wurden 2020 in der Mainmetropole geboren (2019: 12.991). Damit haben die Frankfurter Standesbeamtinnen und -beamten zum 17. Mal in Folge mehr als 10.000 Geburten beurkundet. Es kamen, wie üblich, etwas mehr Jungen (52 Prozent) als Mädchen (48 Prozent) zur Welt. Nicht alle Babys sind allerdings Frankfurter Neubürger: 4851 Mütter aus dem Umland hatten sich entschieden, ihr Kind in einem der Frankfurter Kranken- oder Geburtshäuser zur Welt zu bringen. Die für das Standesamt zuständige Dezernentin Prof. Daniela Birkenfeld hat die Jahresstatistik am Dienstag, 5. Januar, veröffentlicht.

Geheiratet wurde 2020 allerdings seltener als im Vorjahr. Es sank sowohl die Zahl der Anmeldungen zur Eheschließung (3957 in 2020 gegenüber 4326 Anmeldungen in 2019) als auch die Zahl der geschlossenen Ehen (2700 im Vergleich zu 3068 im Jahr 2019). „Dass die Zahl der Trauungen geringer ist als die Zahl der Anmeldungen zur Eheschließung, ist normal. Denn man kann nicht nur an seinem Wohnort standesamtlich heiraten, sondern zum Beispiel auch im Urlaub oder am Heimatort der Brautleute. Es gibt auch immer Paare, die den Termin verschieben“, sagt Stadträtin Birkenfeld. Im vergangenen Jahr hätten sich aber offenbar viele Paare entschieden, mit der Trauung bis nach der Pandemie zu warten, wenn wieder Feiern ohne Beschränkungen möglich seien.

Durch die häufigen Änderungen der Rahmenbedingungen und Vorgaben während der Corona-Pandemie waren die Standesbeamtinnen und Standesbeamten im Jahr 2020 mit der Beratung der Brautpaare und Umplanungen stark beschäftigt. „Das war eine Herausforderung sowohl für die Mitarbeitenden als auch für die Paare“, sagt Birkenfeld. „Es wurde aber von Seiten des Standesamtes auch während des harten Lockdowns kein einziger Trautermin abgesagt“, betont sie.

Interessant ist der Blick auf die unterschiedlichen Trausäle: Der mit Abstand beliebteste Ort für Trauungen in Frankfurt ist der Römer. Dort wurden 1974 Ehen geschlossen. Im Bolongaropalast in Höchst gaben sich 638 Paare das Ja-Wort. Der Palmengarten bot die Kulisse für 81 Eheschließungen, während in der Nikolauskapelle in Bergen-Enkheim fünf und im Seckbacher Rathaus zwei Ehen geschlossen wurden.

Gestorben sind in Frankfurt im Corona-Jahr 60 Menschen mehr als 2019. Das Standesamt verzeichnete 7596 Sterbefälle (gegenüber 7536 im Vorjahr). Ein knappes Drittel der Verstorbenen (2096) stammte allerdings aus dem Frankfurter Umland.

Eingebürgert wurden in Frankfurt im Jahr 2020 etwas weniger Menschen als 2019. 6640 Ausländer ließen sich zu den Voraussetzungen beraten, um Deutsche oder Deutscher zu werden. 3379 stellten daraufhin einen Einbürgerungsantrag. 2624 von ihnen (im Vorjahr 2907) wurden tatsächlich eingebürgert. Im Jahr 2020 waren 101 Briten darunter – nach 331 im Jahr 2019.

Die standesamtliche Beurkundung ist die Grundlage für eine Vielzahl staatlicher Leistungen oder privater Ansprüche. Eine Aussetzung von Beurkundungen oder eine verzögerte Bearbeitung kann weitreichende Rechtsfolgen haben. „Daher stand es für uns außer Frage, dass das Standesamt immer geöffnet bleibt“, sagt Birkenfeld. „Es ist wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger persönlich beraten werden. Corona hat den Mitarbeitenden des Standesamtes viel abverlangt. Für ihre Flexibilität und ihr Engagement bedanke ich mich. Ohne sie wären die hohen Beurkundungszahlen nicht möglich gewesen.“