Frankfurt am Main – Gesundheit geht vor: Frankfurt bekämpft den Eichenprozessionsspinner

Grünflächenamt lässt Stadtwald aus der Luft und Bäume im Stadtgebiet vom Boden aus besprühen.

Mittelrhein-Tageblatt - Deutsches Tageblatt - News - Frankfurt am MainFrankfurt am Main – (ffm) Er ist klein, behaart und der Kontakt mit ihm kann gefährlich sein: Bald beginnt auch in Frankfurt die Saison des Eichenprozessionsspinners.

Das Grünflächenamt wird deshalb am Montag, 29., und Dienstag, 30. April, vorbeugend auf etwa 217 Hektar Frankfurter Stadtwald die Eichenkronen spritzen. Als erstes sind der Fechenheimer Wald, der Riederwald und Oberrad an der Reihe. Ebenfalls besprüht werden die Eichenkronen in Sachsenhausen, Niederrad und Schwanheim. Dabei kommt ein Hubschrauber zum Einsatz. Darüber hinaus werden in den nächsten Wochen auch die etwa 5700 Eichen an Straßen, in öffentlichen Grünanlagen, Spielplätzen, Friedhöfen sowie auf Schulhöfen und auf den Freiflächen von Kindertagesstätten vom Boden besprüht.

Durch den Klimawandel breitet sich der wärmeliebende Eichenprozessionsspinner auch in Deutschland immer weiter aus. In Frankfurt und in der Rhein-Main-Region sind er und seine Nester seit 14 Jahren ein Problem; genauso lange werden sie auch bereits erfolgreich bekämpft.

Etwa 200.000 Euro kostet die Vorbeugemaßnahme auch in diesem Jahr. „Eine notwendige Maßnahme, für die wir auch mittelfristig keine Alternative sehen“, sagt Stephan Heldmann, der Leiter des Grünflächenamtes. Er fügt hinzu: „Schließlich geht es um die Gesundheit der Frankfurterinnen und Frankfurter. Wir wollen vermeiden, dass sie gerade im beliebten Stadtwald, in dem die Menschen Erholung suchen, unangenehme Bekanntschaft mit den Raupen machen.“

Der Kontakt mit den feinen Brennhaaren der grauen Raupen kann Hautausschläge hervorrufen. Auch die Atemwege können gereizt werden und im Extremfall zum allergischen Schock führen. Sogar das Berühren von Nestern der Eichenprozessionsspinner ist gefährlich: Auch nach Verpuppung der Larven bleiben die giftigen Brennhaare dort und können bei Kontakt weiter Reizungen verursachen.

Das Besprühen der Eichenkronen hingegen sei ein wirksamer Schutz gegen die Ausbreitung der Raupen und für die Bevölkerung unbedenklich, betont Heldmann. Das Grünflächenamt setzt ein biologisches Präparat ein, dessen Wirkstoff seit mehr als 30 Jahren in Deutschland auch zur großflächigen Schnakenbekämpfung in der Rheinebene erfolgreich eingesetzt wird und im Erdboden natürlich vorkommt. Seit 14 Jahren wird das Präparat in Frankfurt gegen den Eichenprozessionsspinner benutzt. Schädliche Auswirkungen dieses Mittels auf die Gesundheit von Mensch und Tier und den übrigen Naturhaushalt seien nicht bekannt, sagt Heldmann.

Weitere Informationen zur Beseitigung der Raupen und ihrer Nester gibt es beim Umwelttelefon unter 069/212–39100. Private Grundstückseigentümer bekommen dort auch Adressen von Fachfirmen, die sich auf das Absaugen der Raupennester spezialisiert haben. Werden Raupen oder Nester des Eichenprozessionsspinners auf Eichen entdeckt, die auf Flächen des Grünflächenamts stehen – etwa in Parkanlagen oder an Straßenbäumen, regelt das Amt die Beseitigung.
Das Grünflächenamt warnt ausdrücklich davor, die Tiere oder ihre Nester selbst zu beseitigen.

Bei Fragen steht den Bürgern die Hotline des Grünflächenamtes unter der Telefonnummer 069/212–30991 zur Verfügung. Alle Informationen stehen auch unter http://www.gruenflaechenamt.stadt-frankfurt.de im Internet. Hier gibt es auch einen Flyer zum Eichenprozessionsspinner. Er enthält alles Wissenswerte über Lebensweise des Insektes und den sinnvollen Umgang mit dem Tier.