Hessische-Nachrichten - Stadt Frankfurt am Main - Aktuell -Frankfurt am Main – (ffm) Oberbürgermeister Peter Feldmann hat dem Stadtältesten Christian Raabe am Mittwoch, 23. Dezember, den Hessischen Verdienstorden verliehen. Der Rechtsanwalt war langjähriges Mitglied der Stadtverordnetenversammlung und hatte im Auschwitzprozess die Nebenklage vertreten.

Raabe gehörte von 1968 bis 1972 sowie von 1981 bis 1997 der Stadtverordnetenversammlung an. Der 1959 als Student in die SPD eingetretene Sozialdemokrat erwarb sich in dem Kommunalparlament schnell einen Ruf als scharfzüngiger Redner. Nach seinen juristischen Examina trat Raabe als Rechtsanwalt in eine Frankfurter Anwaltskanzlei ein, die Opfer des Holocausts als Nebenkläger im Auschwitzprozess vertrat. Raabe selbst nahm als 29-jähriger Rechtsanwalt in dieser Eigenschaft an dem Verfahren teil, das von 1963 bis 1965 dauerte und deutsche Rechtsgeschichte schrieb. Über seine Erinnerungen – insbesondere an die erschütternden Zeugenaussagen der Auschwitz-Überlebenden – berichtete er regelmäßig in der Öffentlichkeit.

„Das Lebenswerk von Christian Raabe ist ein Teil der Frankfurter Demokratiegeschichte. Sein langjähriges Wirken in der Stadtverordnetenversammlung und sein Engagement für die Opfer des Holocaust während des Auschwitz-Prozesses ragen dabei besonders heraus. Es steht für Demokratie und Aufklärung. Ich selber erinnere mich an Gespräche mit ihm während unserer gemeinsamen Zeit als Stadtverordnete, die stets eine Bereicherung für mich waren. Daher freue ich mich besonders, ihm diese Auszeichnung überreichen zu können.“ Aufgrund der aktuellen Corona-Bedingungen fand die Zeremonie im improvisierten Rahmen im Garten des Wohnhauses von Raabe statt.