Frankfurt am Main – Umwelt: Mehr Müll seit Beginn des Lockdown auf Straßen, in Parks und Grünanlagen

Mittelrhein-Tageblatt - Deutsches Tageblatt - News - Frankfurt am MainFrankfurt am Main – Umwelt: (ffm) Es ist unübersehbar: Mit Beginn des durch die Corona-Pandemie verhängten Lockdown und durch das seit Wochen anhaltende gute Wetter ist der Müll in Frankfurts Straßen, in den Parks, am Mainufer und anderswo mehr geworden: Essensreste, Glasflaschen, jede Menge Verpackungen, Pappbecher für Eis und Getränke, dazu Pizzakartons. Sie finden sich verstärkt im Umfeld von Gastronomie, auf Plätzen und in Grünflächen und ganz allgemein überall dort, wo man sich hinsetzen kann. Es sind regelrecht neue Hotspots entstanden.

Als Antwort setzt FES ab dem langen Mai-Wochenende ein neues Bereitschaftsteam in Gang. Samstags, sonntags und feiertags zwischen 12.30 und 20.30 Uhr sorgen zwei Zweier-Teams auf zwei Kehrsammelwagen für eine schnelle bedarfsgerechte Entsorgung. Umweltdezernentin Rosemarie Heilig appelliert: „Mit der bestehenden Infrastruktur im öffentlichen Raum sind diese neuen zusätzlichen Abfallmengen kaum zu bewältigen. Wir tun, was wir können. Aber auch die Bürger müssen bitte mithelfen. Stopfen Sie bitte in volle Papierkörbe nicht noch mehr rein. Suchen Sie bitte ein paar Meter weiter den nächsten Papierkorb.“

Inzwischen mehren sich auch Einmal-Handschuhe und Einmal-Masken rund um die öffentlichen Papierkörbe. Dazu die Umweltdezernentin: „Bitte halten Sie die selbstverständlichen hygienischen Standards der Müllentsorgung ein. Bitte respektieren Sie die Arbeit derjenigen, die für die Sauberkeit und Hygiene in Frankfurt sorgen – seien es die Männer und Frauen der FES-Stadtreinigung und Entsorgung oder die Dienstleister des Grünflächenamts. Handschuhe und Mundschutz gehören nicht in öffentliche Papierkörbe, sondern bitte zuhause gut in Plastiktüten verpackt in den Restmüll.“

Auch wenn das Hygienebedürfnis derzeit zurecht alles überlagere, müsse auch der Nachhaltigkeitsgedanke weiter hochgehalten werden, so Heilig: „Was spricht dagegen, sich selbst einen Kaffee von zuhause mitzunehmen, statt ihn wieder im Pappbecher beim Bäcker zu kaufen und dann wegzuwerfen?“ In dem Zusammenhang erinnerte sie auch daran, dass Frankfurt seit September 2019 mit dem #MainBecher ein funktionierendes Mehrwegbecher-Pfandsystem besitze. Rund 100 Cafés, Bäckereien, Kioske und andere Systempartner tauschen ihn auch weiterhin frischgespült gegen die Pfandmarke oder den mitgebrachten Becher.

„Aus hygienischen Gründen spricht nichts gegen die Mehrweg-Lösung“, sagt Heilig. „Industriespülmaschinen der Gastronomie reinigen den Becher aus Bio-Polymeren bei 60 Grad Celsius. Auch Handschuhe sind bei den Mitarbeitenden in der Gastronomie inzwischen selbstverständlich. Sehr viel spricht jedoch dagegen, To-Go-Becher einfach in übervolle Papierkörbe zu stopfen oder auf Straßen oder in Grünanlagen liegenzulassen.“

Weitere Infos gibt es unter https://www.mainbecher.de/ im Internet.