Frankfurt am Main – Wirtschaft und Corona: Mieten für städtische Liegenschaften gestundet

Mittelrhein-Tageblatt - Deutsches Tageblatt - News - Frankfurt am MainFrankfurt am Main – Wirtschaft und Corona: (ffm) Die ersten Anträge auf Stundung von Mieten für städtische Liegenschaften sind bewilligt. Das Amt für Bau und Immobilien hat bisher rund 50 Bescheide verschickt. Sie sind vor allem Gastronomiebetrieben, Einzelhändlern oder Kultureinrichtungen zugegangen, die wegen der Corona-Krise erhebliche Umsatzeinbußen verkraften müssen und deshalb die Stundung von Mietzahlungen beantragt haben.
„Obwohl der Stadt Frankfurt am Main selbst eine finanziell schwere Zeit bevorsteht, nehmen wir unsere Verantwortung als Vermieterin wahr und helfen Unternehmen durch die Krise“, sagt Jan Schneider, Dezernent für Bau und Immobilien. „Mit der Stundung der Mieten kann die aktuell schwierige Zeit überbrückt werden. Uns ist bewusst, dass viele Einzelhändler, Gastronomen oder Kultureinrichtungen die Zeit ohne Einnahmen nur schwer aus eigener Kraft überstehen können. Hier wollen wir sie unterstützen, denn wir haben ein großes Interesse daran, dass die zum Teil seit vielen Jahren laufenden Mietverhältnisse fortgesetzt werden können.“ Die Stundung bewirkt, dass die im Zeitraum von 1. April bis 30. Juni fälligen Mieten derzeit nicht beglichen werden müssen. Die Zahlungen sind aber später nachzuholen.

Zu den Betrieben, denen die Miete gestundet wird, gehört der Friseursalon von Aida Korff in der Alten Mainzer Gasse. „Durch die angeordnete Schließung des Salons und den Einnahmeausfall ist es besonders wichtig, die Zahlungsfähigkeit meines Unternehmens aufrecht zu erhalten“, sagt die Inhaberin. „Die Stadt Frankfurt hilft uns hierbei mit der Stundung der Miete sehr und zeigt so, dass auch die kleinen Unternehmer in Frankfurt nicht vergessen werden.“

Dagmar Pfeil, Inhaberin des Imbiss-Betriebs „Main-Würschtl“ in der Braubachstraße, kann zwar weiterhin Wurst- und Fleischwaren sowie kleine Speisen zum Mitnehmen verkaufen, kämpft aber mit erheblichen Umsatzeinbußen. „Viele Arbeitnehmer sind im Home Office und kommen mittags nicht zu uns“, sagt sie. „Wir sind deshalb glücklich, dass uns die Miete gestundet wird. Die Stadt ist uns problemlos entgegengekommen. Das ist für uns überlebenswichtig.“ Jetzt hofft die Inhaberin des Traditionsgeschäfts am Römer so schnell wie möglich zum Normalbetrieb zurückkehren zu können.