Frankfurt am Main – Zahlen-Daten-Fakten: Starkes Bevölkerungswachstum hält an

Stadtrat Jan Schneider: Frankfurt am Main zählte am 31. Dezember 2019 mehr als 758.000 Einwohner.

Mittelrhein-Tageblatt - Deutsches Tageblatt - News - Frankfurt am MainFrankfurt am Main – (ffm) Die Zahl der Einwohner in Frankfurt am Main ist 2019 erneut stark gestiegen. Am Jahresende 2019 lebten 758.574 Personen mit Hauptwohnung in der Stadt. Das ist ein Plus von 10.726 (1,43 Prozent) gegenüber dem Vorjahr. Diese Zahlen liegen deutlich über denen des Jahres 2018, als ein Zuwachs um 6755 Personen beziehungsweise 0,9 Prozent verzeichnet wurde.

„Frankfurt wächst und wächst“, kommentierte der für die Statistik zuständige Stadtrat Jan Schneider die aktuellen Zahlen. „Die hohe Wirtschaftskraft und die attraktiven Lebensbedingungen ziehen nach wie vor Menschen nicht nur aus ganz Deutschland, sondern auch aus vielen anderen Ländern an. Das ist einerseits sehr erfreulich, stellt uns andererseits aber auch vor große Herausforderungen, etwa beim Ausbau der Infrastruktur.“

Insgesamt 531.182 (+5955) Frankfurter sind Deutsche, 227.392 (+4771) haben eine andere Staatsangehörigkeit. Der Ausländeranteil beläuft sich auf 29,98 Prozent und liegt damit um 0,21 Prozentpunkte höher als im Vorjahr.

Die Bevölkerungsentwicklung war zum Teil von melderechtlichen Vorgängen überlagert. Im Zusammenhang mit der zum 1. Januar 2019 eingeführten Zweitwohnsitzsteuer hatte es bereits im Jahr 2018 eine erhöhte Zahl von Ummeldungen einer Nebenwohnung in eine Hauptwohnung gegeben. 2019 ist die Zahl um 1650 auf mehr als das Doppelte (3110) gestiegen. „Die individuellen Gründe für die Ummeldung werden natürlich nicht im Bürgeramt abgefragt“, so Stadtrat Schneider. „Die Wirkung der Steuer ist aber naheliegend.“ Das durch die Steuer induzierte Bevölkerungswachstum liegt bei etwa 0,22 bis 0,26 Prozent.

Die weitere Wirkung der Steuer besteht in einem erheblichen Rückgang der gemeldeten Nebenwohnungen von 30.300 im Vorjahr auf 11.025. Diese Veränderung findet sich allerdings nicht in der Bevölkerungsstatistik, da dort nur die Personen mit Hauptwohnung gezählt werden. Anders verhält es sich bei der Statistik über die Familien und Privathaushalte in der die mit Nebenwohnsitz gemeldeten Personen mitgezählt werden. Diese Erhebung liegt zwar noch nicht vollständig vor, aber die Zahlen werden voraussichtlich deutlich niedriger ausfallen als in den Vorjahren.

Darüber hinaus waren nach der Europawahl am 26. Mai 2019 zahlreiche Korrekturen des Melderegisters notwendig geworden. Nach der Bearbeitung der unzustellbaren Wahlunterlagen mussten fast 4000 wahlberechtigte EU-Bürger von Amts wegen abgemeldet werden, da sie mit hoher Wahrscheinlichkeit ins Ausland weggezogen sind, ohne die Frankfurter Meldebehörde zu informieren. Die Zahl der EU-Staatsangehörigen ist daher rückläufig. Ausländer aus Staaten, die nicht der EU angehören, waren hingegen von diesem Sondereinfluss nicht berührt. Ihre Zahl hat dementsprechend weiter zugenommen. Ein besonders starker Rückgang um 9,5 Prozent (240 Personen) war bei Frankfurtern mit britischer Staatsangehörigkeit festzustellen. „Wir wissen nicht, wie viele weggezogen sind und wie viele sich haben einbürgern lassen“, sagte Schneider. „Aber klar ist, dass sich an diesen Zahlen die Folgen des Brexit zeigen.“

„frankfurt statistik aktuell“ 03+04/2020 steht unter http://www.frankfurt.de/statistik_aktuell als kostenloser PDF-Download zur Verfügung.