Hamburg – Pflegebedürftig zu Hause und trotzdem nicht einsam

Landespflegeausschuss nimmt stärkeres nachbarschaftliches Zusammenleben in den Blick

Deutschland-24.com - Hamburg - Aktuell -Hamburg – Die meisten Menschen möchten auch im Falle einer Pflegebedürftigkeit so lange wie es geht in den eigenen vier Wänden und im vertrauten Wohnumfeld leben. Um diesem Wunsch der Betroffenen und ihrer Angehörigen noch mehr als bisher nachzukommen, will Hamburg im Rahmen des Demografiekonzeptes „Hamburg 2030“ die pflegerische Versorgung weiterentwickeln. Der Landespflegeausschuss Hamburg begleitet diesen Prozess und hat ihn zum Anlass einer Fachtagung genommen.

Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks, Vorsitzende des Landespflege-ausschusses, sagte bei der Eröffnung der Tagung: „Eine der Herausforderungen des demografischen Wandels ist es, die häusliche Pflege für immer mehr Menschen sicher und mit guter Lebensqualität zu organisieren. Die Beispiele, die wir auf der Fachtagung hören und diskutieren, wie etwa zur Stärkung des nachbarschaftlichen Zusammenlebens, werden in unsere Planungen einfließen.“

In Hamburg ist es für rund zwei Drittel der etwa 50.000 Pflegebedürftigen schon heute möglich: Trotz Pflegebedürftigkeit weiter in der eigenen Wohnung und der gewohnten Umgebung bleiben zu können. Damit eine entsprechend fachgerechte Betreuung und Versorgung sichergestellt wird, werden ambulante Pflegedienste aktiv. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellen aber immer wieder fest, dass sie einer der wenigen oder gar der einzige Kontakt von allein lebenden älteren Menschen sind.

Eine Chance zur Verbesserung dieser Situation sehen Fachleute u.a. darin, das nachbarschaftliche Zusammenleben zu stärken und die Pflege besser zu organisieren. Konkrete Wege zeigen die auf der Tagung vorgestellten Modelle auf: Neben der Pflege, die auch bei hohem Pflegebedarf und bis zum Lebensende sichergestellt wird, werden auch Angebote und Treffpunkte für die Nachbarschaft organisiert. Diese Angebote wiederum sollen die Menschen aus dem Quartier anregen, sich freiwillig für Hilfe- und Pflegebedürftige im Quartier zu engagieren.

Die Vorschläge werden in die Fachplanung der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) einfließen. Sie dienen auch zur Vorbereitung eines Entwicklungs-programmes, das mit einem Volumen von bis zu 1,5 Mio. Euro für 2015 und 2016 geplant ist.

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Text: Pressestelle der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz