Hessen – Ärztlicher Bereitschaftsdienst – Dr. Daniela Sommer (SPD): Gesundheitliche Versorgung muss optimiert werden

Hessische-Nachrichten - Hessische Politik-SPD - Aktuell -Hessen – Ärztlicher Bereitschaftsdienst – Die Beantwortung einer Kleinen Anfrage durch die Landesregierung (Drucksache 19/5739) nahm die stellvertretende Vorsitzende und gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Dr. Daniela Sommer, zum Anlass und mahnte Handlungsbedarf bei den ärztlichen Bereitschaftsdiensten (ÄBD) an.

Sommer sagte dazu am Freitag: „In den Nachtstunden haben wir im ländlichen Raum zum Teil nur eine Person im Einsatz. An manchen Orten sind die Bereitschaftsdienste gekürzt worden. Da nutzt es nichts, wenn die bundesweit gültige Rufnummer 116117 rund um die Uhr erreichbar ist, aber keine geöffnete ÄBD-Zentrale in der Nähe zu finden ist.“

Sommer forderte darüber hinaus eine bessere Bewerbung der bundesweit gültigen Rufnummer des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes. „Noch immer wissen viele nicht, an wen Sie sich bei welcher Gelegenheit wenden sollen und rufen einfach den Notruf an. Viele Patientinnen und Patienten wählen gleich den Weg in das Krankenhaus, obwohl sie den ÄBD aufsuchen könnten und sollten. Hier sollten die Integrierten Leitstellen Abhilfe schaffen können, in dem sie eingehende Anrufe einstufen und die Patientinnen und Patienten entsprechend ihren Beschwerden zum Ärztlichen Bereitschaftsdienst oder ins Krankenhaus leiten: Damit diese Differenzierung stattfinden kann, plädiert die SPD seit Jahren für die Integration der Dispositionszentralen der Kassenärztlichen Vereinigung in die Integrierten Leitstellen. „Allerdings stoßen wir damit bei der Kassenärztlichen Vereinigung immer noch auf taube Ohren. Wir werden aber nicht lockerlassen“, so die Gesundheitsexpertin.

Auch solle die Notfallversorgung an einem Ort erfolgen. In dem Modellprojekt der integrierten Notfallversorgung am Klinikum Frankfurt Höchst seien sowohl der ÄBD als auch die Notfallambulanz der Klinik durch einen gemeinsamen Eingang zu erreichen und bereits jetzt als Erfolgsmodell zu bezeichnen. Auch der Marburger Bund plädiere für eine integrative Notfallversorgung, um Patienten an die richtige Stelle zu lotsen. Notdienstpraxis und Notaufnahme existierten dann nicht nebeneinander am gleichen Ort, sondern seien personell und digital miteinander verknüpft, um eine patientengerechte Versorgung zu erreichen.

„Durch eine solche Integration der Strukturen entsteht für den Patienten eine Behandlung aus einer Hand mit immer gleichbleibender Qualität und somit eine schnellere und passgenauere Behandlung der Fälle durch eine bessere Zuordnung. Wir müssen den ärztlichen Notdienst und den Rettungsdienst organisatorisch zusammenführen“, lautet das Plädoyer von Sommer im Hinblick darauf, dass die ärztliche Versorgung zu jeder Zeit, 24 Stunden an jedem Tag und flächendeckend im ganzen Land mit einer guten Qualität, die sichergestellt sein müsse.

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Christel Jung
Mitarbeiterin Pressestelle
SPD-Fraktion im Hessischen Landtag
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