Kassel – Festnahme nach Straßenraub an der Hauptpost: Zeugin irrtümlich für Mittäterin gehalten

Hessische-Nachrichten -Kassel- Aktuell -Kassel – Die Courage einer 48 Jahre alten Zeugin zahlte sich später doch noch aus. Obwohl sie dem Opfer eines Straßenraubes an der Hauptpost helfen wollte, bekam sie von diesem ein Fotostativ ins Kreuz.

Dennoch half sie mit ihren Angaben den mutmaßlichen Räuber zu identifizieren. Die Streife des Innenstadtreviers nahm den 21 Jahre alten Tatverdächtigen schließlich fest.

Wie die Beamten des Polizeireviers Mitte berichten, ereignete sich der Überfall gegen 3 Uhr an der Hauptpost in der Unteren Königsstraße. Zu dieser Zeit hob das Opfer, ein 42-Jähriger aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg, Bargeld vom Geldautomaten ab, als ihn ein zunächst unbekannter Mann von hinten angriff, zu Boden schlug und mit ihm rangelte.

Während der Auseinandersetzung fiel dem 42-Jährigen zunächst sein Handy mit Schutzhülle, in der seine EC-Karte, sein Personalausweis und die zuvor abgehobenen 100 Euro Bargeld verstaut waren, zu Boden.

Die Zeugin, die auf die beiden Männer aufmerksam wurde, eilte hinzu und hob das Handy auf, um es dem Opfer zu übergeben. Der Räuber riss ihr das Handy aus der Hand und flüchtete in Richtung Holländischer Platz. Das Opfer glaubte einer Mittäterin gegenüberzustehen und schlug mit seinem mitgeführten Fotostativ nach ihr. Erst nachdem er sie damit traf klärte sich auf, dass sie lediglich helfen wollte.

Dies zeigte sich anschließend insbesondere darin, dass die zwischenzeitlich eingetroffenen Beamten von ihr nicht nur eine gute Personenbeschreibung erhielten, sondern, nachdem die Streife den Mann an der Holländischen Straße festgenommen hatten, sie auch zur späteren Identifizierung des Täters beitrug.

Von der Beute fehlt bislang jede Spur. Bislang ist unklar, ob der Täter es auf seiner Flucht deponiert oder fortgeschmissen hat. Die Polizei warnt in diesem Zusammenhang mögliche Finder, die Gegenstände für sich zu behalten. Dies kann eine Fundunterschlagung begründen, die mit Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder Geldstrafe geahndet werden kann.

Die weiteren Ermittlungen führt das für Raubüberfälle zuständige Kommissariat 35 der Kasseler Kripo. Ob der 21-Jährige im Laufe des Tages einem Haftrichter vorgeführt wird, der über eine mögliche U-Haft entscheidet, wird derzeit geprüft.

OTS: Polizeipräsidium Nordhessen – Kassel