Ludwigshafen – Falscher Sparkassenmitarbeiter und falscher TWL Mitarbeiter bringen 90-Jährige um 7000 Euro

RLP-24 - Ludwigshafen - Aktuell -Ludwigshafen (RLP) – Am 05.12.2014 gegen 11.30 Uhr ging eine 90-jährige Frau zu Fuß vom Seniorenwohnheim, in dem sie wohnt, in Richtung Rathauscenter.

In der Bahnhofstraße wurde sie von einem unbekannten Mann, der sich als Sparkassenmit-arbeiter vorstellte, angesprochen. Er riet ihr, ihr Geld abzuheben, da das Finanzamt alle Kon-ten überprüfen würde. Danach könne sie das Geld wieder einzahlen.

Im Verlauf des Gespräches fragte er sie nach ihrer EC- Karte und dem Geldbetrag auf ihrem Konto. Da die Rentnerin die EC Karte im Seniorenwohnheim hatte, empfahl er ihr, dass sie die EC Karte sofort holen solle und 7000 Euro abheben solle.

Die 90-Jährige kam dieser Empfehlung sofort nach, holte die Karte und ging zurück zum Rathauscenter. Dort wurde sie bereits vom vermeintlichen Sparkassenmitarbeiter erwartet, der sie sofort fragte, ob sie das Geld schon abgehoben hätte, es müsse schnell gehen und sie solle das Geld in der Hauptstelle in der Ludwigsstraße abheben.

Die 90-Jährige folgte den „Anweisungen“ und steckte sowohl das Geld als auch die EC Karte in ein Kuvert und dieses in ihre Jackentasche. Anschließend ging sie in die Rheingalerie und traf nun zum dritten Mal auf den Mann.

Dieser erzählte ihr, er wäre zwischenzeitlich bei ihr zu Hause gewesen um „nach dem Rechten“ zu sehen. Dabei hätte er angeblich einen Mitarbeiter der TWL bei ihr angetroffen. Daraufhin begab sich die Frau umgehend nach Hause in das Seniorenwohnheim und legte ihre Jacke im Flur ab.

Kurze Zeit später klingelte ein Mann, der sich als TWL Mitarbeiter ausgab. Die 90-Jährige ließ ihn herein und ging mit ihm zum Badezimmer. Auf dem Weg ins Bad nahm der vermeintliche TWL Mitarbeiter die Jacke vom Flur und hängte sie in die Garderobe. Danach verließ er das Appartement unter dem Vorwand, Werkzeug aus seinem Auto holen zu müssen. Er kam nicht mehr zurück.

Daraufhin überprüfte die 90-Jährige ihre Jacke und musste leider feststellen, dass das Kuvert mit den 7000 Euro und der EC Karte weg waren.

Die Mitarbeiter der Zentralen Prävention des Polizeipräsidiums Rheinpfalz werden in den nächsten Tagen einen Vortrag in dem Seniorenwohnheim halten über die Vorgehensweisen der verschiedenen Arten von Trickbetrug.

Die Polizei rät:

Für Trickdiebe, die in Wohnungen aktiv werden, gibt es nur ein einziges ernsthaftes Hindernis, das sie überwinden müssen, um zum Erfolg zu kommen: die gesperrte oder geschlossene Wohnungstür.

Daher sollte man folgende Ratschläge unbedingt beherzigen:

• Lassen Sie keine Fremden in die Wohnung!
• Fragen Sie bei Amtspersonen oder Firmen nach den Ausweisen und lassen Sie sich angebliche Termine telefonisch oder schriftlich bestätigen.
• Sehen Sie sich Besucher vor dem Öffnen durch den „Türspion“ oder mit einem Blick aus dem Fenster an und machen Sie von Ihrer Türsprechanlage Gebrauch.
• Öffnen Sie die Wohnungstür niemals sofort – legen Sie immer Sperrbügel oder Si-cherheitskette an.
• Wehren Sie sich gegen zudringliche Besucher notfalls auch energisch. Sprechen Sie sie laut an und rufen Sie um Hilfe.
• Rufen Sie die Polizei an und melden Sie den Vorfall.
Nutzen Sie die Angebote Ihrer Polizei! Sicherheitsbroschüren und persönliche Beratungen erhalten Sie auf allen Polizeidienststellen.
Weitere Hinweise unter www.polizei-beratung.de
Bei der Zentralen Prävention in der Bismarckstraße 116 in 67059 Ludwigshafen gibt es zu-dem die Opferschutzbeauftragte, die Ihnen helfen kann, wenn Sie Opfer geworden sind.

Herausgebende Stelle: Polizeipräsidium Rheinpfalz
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