Rhein-Sieg-Kreis – Amerikanische Faulbrut erfolgreich bekämpft: Sperrbezirke in Uckerath und Siegburg werden aufgehoben

Deutschland-24.com - Rhein-Sieg-Kreis - Aktuell -Rhein-Sieg-Kreis (NRW) – (hei) – Erfolgreich konnte die Amerikanische Faulbrut der Bienen in Hennef-Uckerath und in Siegburg bekämpft werden. Darum werden die im Jahr 2014 eingerichteten Sperrbezirke mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Dies gibt das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Rhein-Sieg-Kreises bekannt.

Die Sperrbezirke waren im vergangenen Jahr, im April und im August, nach Ausbruch der Amerikanischen Faulbrut öffentlich bekannt gemacht worden. Nach Tötung beziehungsweise Sanierung der betroffenen Bienenvölker sowie Reinigung und Desinfektion der Bienenstände wurden die Bienenvölker aller betroffenen Imker untersucht und Proben unterzogen. Dabei wurden keine weiteren Hinweise auf das Vorhandensein der Amerikanischen Faulbrut gefunden.

Im Sperrbezirk Hennef-Uckerath gab es im vergangenen Jahr sieben Ausbruchsbetriebe; im Radius von einem Kilometer Entfernung waren von der Einrichtung des Sperrbezirks 105 Bienenvölker, die von 20 Imkern gehalten wurden, betroffen. In Siegburg gab es einen Ausbruchsbetrieb; hier gab es im Sperrbezirk zwölf amtlich bekannte Imkerbetriebe mit insgesamt 69 Bienenvölkern. Sie alle durchliefen die aufwändige Prozedur zur Bekämpfung der Seuche.

„Jeder Imker ist verpflichtet, die Bienenhaltung vor Beginn der Tätigkeit unter Angabe des Standorts und der jeweiligen Völkerzahl dem zuständigen Veterinäramt und der Tierseuchenkasse anzuzeigen. Unabhängig davon muss der Verdacht des Ausbruchs der Amerikanischen Faulbrut beim Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Rhein-Sieg-Kreises gemeldet werden. Zuwiderhandlungen stellen Ordnungswidrigkeiten dar, die mit Bußgeldern einhergehen“, darauf weist Dr. Klaus Mann, Leiter der Abteilung Tiergesundheit des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes des Rhein-Sieg-Kreises nachdrücklich hin.

Weitere Informationen gibt es beim Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Rhein-Sieg-Kreises, – Der Landrat -, Kaiser-Wilhelm-Platz 1, 53721 Siegburg, Telefon 02241/13-2335.

Bösartige Faulbrut

Bei der bösartigen Faulbrut – auch amerikanische Faulbrut genannt – handelt es sich um eine anzeigepflichtige Bienenseuche. Sie verursacht eine bakterielle Infektion der Bienenlarven, die zum Absterben der Brut führt. Durch Zersetzung entsteht ein zäher, brauner Schleim.
Ist ein Bienenvolk stark von der Krankheit befallen, muss es getötet werden. Bei geringem Befall kann ggf. eine „Sanierung“ oder „Entseuchung“ des Bienenvolkes erfolgen. Dabei kommt das sog. Kunstschwarmverfahren zum Einsatz, eine komplexe Prozedur, bei der die Bienen aus ihrem „Haus“ aus- und in ein komplett desinfiziertes neues Domizil „umziehen“. Dort werden sie „auf Diät gesetzt“, der Faulbrut-Erreger wird auf natürlichem Wege über die Verdauung ausgeschieden. Die Bienenkästen der von der Seuche befallenen Bienenvölker müssen aufwendig gereinigt und desinfiziert und ggf. abgeflammt oder komplett verbrannt werden.
Ohne die Durchführung von Bekämpfungsmaßnahmen kann die Erkrankung der Bienenbrut zu hohen Verlusten führen. Damit sich andere Bienenvölker nicht anstecken, muss ein Sperrbezirk errichtet werden, in dem eine Untersuchungspflicht für alle Bienenvölker besteht.

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Text: Rhein-Sieg-Kreis