Stadt Hanau – Aktueller Hinweis: Gastronomie muss Namenslisten der Gäste führen

OB Kaminsky appelliert an Hanauer Kirchengemeinden.

Mittelrhein-Tageblatt - Deutsches Tageblatt - News - Hanau -Hanau – Die Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 Metern in der Öffentlichkeit, aber auch die Beachtung von Hygieneregeln sollten im Alltag inzwischen in Fleisch und Blut übergegangen sein, denn beides gehört unverzichtbar zum Ausnahme-Alltag in Corona-Zeiten. Die Einhaltung solch einfacher Regeln trägt wesentlich dazu bei, dass weitere, hochwillkommene Lockerungen möglich werden. Dazu zählt, dass auch Restaurants, Eisdielen oder Cafés unter Auflagen wieder öffnen durften.

Die strengen Restriktionen sollen dafür sorgen, dass die Zahl der Neuinfektionen weiterhin niedrig bleibt und mögliche Infektionsketten schnell rekonstruiert werden können. Ihre Notwendigkeit wird regelmäßig überprüft und die Regeln angepasst, wie sich dieser Tage gezeigt hat, als per geänderter Landesverordnung die von vielen Gastronomen heftig kritisierte „Fünf Quadratmeter pro Person-Regel“ aufgehoben wurde.

Weiterhin gilt in der hessischen Gastronomie aber die eindeutige Vorschrift: ausnahmslos jede Besucherin und jeder Besucher muss seinen Namen und Kontaktdaten hinterlassen, und zwar unabhängig davon, ob die Bewirtung in einem Lokal oder in der Außengastronomie erfolgt. So soll sichergestellt werden, dass im Falle eines Covid-19-positiv getesteten Gastes alle anderen, die sich zum gleichen Zeitpunkt in der jeweiligen Lokalität aufgehalten haben, darüber informiert und im Zweifelsfall in Quarantäne geschickt werden können. Bei der Erfassung dieser Daten muss allerdings darauf geachtet werden, dass diese Listen nicht öffentlich geführt werden.

„Diese Regelung ist übrigens keine Sonderbehandlung der Gastronomie“, macht Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky deutlich, dass die Erhebung von Personendaten in Zeiten von Corona vielerorts Pflicht ist. In der „Verordnung zur Beschränkung von sozialen Kontakten und des Betriebes von Einrichtungen und von Angeboten aufgrund der Corona-Pandemie“ ist festgelegt, dass „Zusammenkünfte und Veranstaltungen sowie Kulturangebote“ nur dann erlaubt sind, wenn sie ebenfalls solche Namenslisten führen.

Wie schnell solche Listen an Bedeutung gewinnen können, zeigt der Fall der Baptisten-Gemeinde in Frankfurt, wo ein Gottesdienst als Infektionsherd dazu führte, dass inzwischen rund 200 Menschen Covid-19-positiv getestet wurden. „Es hätte das Nachverfolgen von Infektionsketten spürbar erleichtert, wenn man dort auf die entsprechenden Daten hätte zurückgreifen können“, greift Hanaus OB die Ereignisse auf, um die Kirchengemeinden in der Brüder-Grimm-Stadt zu bitten, auf freiwilliger Basis ebenfalls Anwesenheitslisten zu führen. Bisher sind Gottesdienste davon befreit. Doch ein gutes Beispiel ist nach den Worten des OB das Vorgehen der Evangelischen Landeskirche Hessen-Nassau, die bereits das Erfassen der Gottesdienstbesucher offiziell empfiehlt. „Für den Fall der Fälle, den wir alle vermeiden wollen, ist eine solche Aufstellung sehr hilfreich, und es dokumentiert gleichzeitig die hohe Sensibilität für das Thema.“

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