Hessische-Nachrichten -Stadt-Hanau-Stadt Hanau – Briefpost mit wichtigen Informationen werden die Hanauer Bürgerinnen und Bürger, die 80 Jahre und älter sind, in den nächsten Tagen sowohl von der hessischen Landesregierung als auch von Oberbürgermeister Claus Kaminsky erhalten. Anlass ist in beiden Fällen der bevorstehende Beginn der Corona-Schutzimpfungen. Während das Land in seinem Schreiben darauf aufmerksam macht, dass vom 12. Januar an Termine vereinbart werden können und dann vom 19. Januar an in den Regionalen Impfzentren die Impfungen starten, stellt Hanaus Rathauschef in den Vordergrund, wie die Stadt jene unterstützt, die allein keine Möglichkeit haben, zum Impfzentrum zu kommen.

„Wir lassen unsere Bürgerinnen und Bürger in dieser Altersgruppe nicht allein, wenn sie keine Transportmöglichkeit nach Frankfurt haben“, so Kaminsky, der sich bereits in der vergangenen Woche mit Nachdruck gegen die Strategie des Landes gewandt hatte, vorläufig exklusiv nur sechs regionale Impfzentren in Betrieb zu nehmen. „Wir nehmen nicht hin, dass es Menschen in unserer Stadt zugemutet wird, dass sie wegen beschwerlicher Anreisewege auf eine rasche Impfung verzichten müssen,“ macht der OB deutlich, warum die Stadt nach Bekanntwerden der Pläne sofort Konzepte für Fahrdienste erarbeitet hat. „Wir werden hier mit einem sechsstelligen Betrag in Vorleistung treten, aber wir erwarten auch, dass uns diese Kosten vom Land erstattet werden.“

In dem persönlich adressierten Schreiben, das am kommenden Donnerstag an den in Frage kommenden Personenkreis verschickt wird, erläutert der OB ausführlich, was die betroffenen Bürgerinnen und Bürger tun können, um konkrete Hilfe bei der zentralen Terminvereinbarung für die Corona-Impfung zu erhalten oder ihren Bedarf auf Unterstützung bei der Anfahrt zum Regionalen Impfzentrum in Frankfurt anzumelden. Von kommenden Mittwoch an ist das Bürgertelefon der Stadt Hanau unter der Rufnummer 06181/ 67660-2001 montags bis donnerstags von 9 bis 15.00 Uhr sowie freitags von 9.00 bis 12.00 Uhr erreichbar, um Hilfestellungen bei der Terminvereinbarung zu geben und den Shuttle-Service zu koordinieren. „Wichtig ist dabei, dass für die Anforderung eines Fahrdienstes bereits ein fester Impftermin in Frankfurt vereinbart worden ist.“

Dabei sieht Hanaus OB auch die von der Landesregierung avisierten Möglichkeiten, einen Impftermin auszumachen, höchst kritisch. „Die digitale Online-Registrierung ist bei der Altersgruppe, die jetzt priorisiert geimpft werden soll, eine hohe Hürde.“ Aber auch der analoge Weg über das Telefon ist für Kaminsky keine gute Lösung. „Schon heute ist die 116117 als zentrale Rufnummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst überlastet. Wenn jetzt die Terminkoordination der Impfzentren ebenfalls über diese bundesweit einheitliche Rufnummer laufen soll, ist zu befürchten, dass die medizinischen Notfälle, die einen Arzt rufen wollen, hier gar nicht mehr durchkommen und dann auf die Notrufnummern ausweichen.“ Das wiederum führe zu einer massiven Überforderung in den Leitstellen. Dieses Problem bei der Terminvergabe wird seiner Ansicht nach auch nicht durch die vom Land selbst geschaltete Nummer 0611 – 505 92 888, die täglich von 8 bis 20 Uhr erreichbar ist, verringert.

Zudem sieht Kaminsky den Unmut bei der Bevölkerung mit jedem Tag, an dem die Impfzentren vor Ort nicht in Betrieb gehen, wachsen. „Medienwirksam wurde die enorme Leistung bei der termingerechten Errichtung der notwendigen Infrastruktur gelobt. Da habe ich volles Verständnis für die Menschen unserer Stadt, die sich zu Recht fragen, warum die Impfzentren jetzt nicht genutzt werden,“ fordert er die Landesregierung auf, die August-Schärttner-Halle als wohnortnahes Impfzentrum schnellstmöglich in Betrieb zu nehmen. Es sei den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern nicht zu vermitteln, warum sie einerseits höchste Priorität genießen, andererseits aber gezwungen wären, weite und unter dem Gesichtspunkt der Infektionsgefahr unzumutbare Anfahrten in Kauf zu nehmen, um tatsächlich zeitnah geimpft werden zu können.

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