Stadt Hanau – JuBiKuz Hans Böckler goes Library: Innerstädtische Jugendarbeit bezieht ein neues Domizil

Hessische-Nachrichten -Stadt-Hanau-Stadt Hanau – Gute Nachrichten für die innerstädtische Jugendarbeit: In wenigen Wochen steht Jugendlichen und Jugendarbeiter*innen das Erdgeschoss des ehemaligen Kanzleigebäudes für Gruppenarbeit und offene Treffs zur Verfügung.

Auch wird es Standort der Aufsuchenden Jugendarbeit (Streetworker), des präventiven Jugendschutzes, des Jugendbildungswerkes und des KUZ-Hanau (Trägerverein Pumpstation e. V.). Damit wird es nach einem Jahr endlich wieder einen zentralen Ort für die innerstädtische Jugendarbeit geben. Die Stadt Hanau hat sich mit dem Vormieter der Räume Rocky Musleh, der dort einen Club (Library und Wohnzimmer) betrieb, entsprechend geeinigt und eine Ablöse für die Inneneinrichtung bezahlt, die sie vollständig übernimmt. Der Magistrat der Stadt Hanau stimmte einer entsprechenden Vorlage zu.

Fast genau ein Jahr ist es her, da musste das Jugendbildungs- und Kulturzentrum Hans Böckler (JuBiKuz) zum ersten Lockdown für die pädagogische Jugendarbeit schließen. Zeitgleich wurden die Räume im Unter- und Erdgeschoss dem Ärztlichen Bereitschaftsdienst auf unbestimmte Zeit zur Verfügung gestellt, um in Zeiten von Corona eine Anlaufstelle außerhalb des Klinikums Hanau zu schaffen. Seitdem finden in der Einrichtung ausschließlich administrative Tätigkeiten der Abteilung Familien-und Jugendarbeit statt. Alle Aktivitäten der pädagogischen Jugendarbeit mussten in andere Locations verlegt werden.

So bezog das junges Künstlerkollektiv des JuBiKuz „Atelier Fluchtpunkt“ die Galerie Freihafen, um dort weiter kreativ arbeiten zu können. Unter dem Motto „#HANAUDAHEIM – Der Sommer“ stellte die Abteilung Familien- und Jugendarbeit (FJA) der Stadt Hanau ein buntes und unterhaltsames Programm auf die Beine, um jungen Menschen in Hanau die Ferien zuhause zu versüßen mit Angeboten in allen Stadtteil-, Familien- und Jugendzentren. Für Jugendliche und jungen Erwachsenen wurde das Projekt „Jugend im Käfig“ im Fronhof hinter dem alten Kanzleigebäude am Schlossplatz ins Leben gerufen. Zwei Wochen lang hatten Jugendliche montags bis freitags einen exklusiven Platz zum chillen, gamen, kreativ sein und Sport machen in der Hanauer Altstadt. Doch das JuBiKuz als feste Anlaufstelle für die Jugendarbeit fehlte an vielen Stellen.

„Angesichts der aktuellen Situation Jugendlicher und junger Erwachsener ist die schnellstmögliche Nutzung der Library im Kanzleigebäude für die Umsetzung der Arbeit mit zunehmender Dringlichkeit erforderlich und hochsinnvoll“, sind sich Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Bürgermeister Axel Weiss-Thiel einig. „Die aktuelle Situation der Jugendlichen, der allgemein schlechte Ausbildungsmarkt – all dies verstärkt das Gefühl, dass sich Jugendliche in Zeiten von Corona abgehängt fühlen und mehr und mehr in die Grauzone verschwinden oder verloren gehen“, erläutert Kaminsky. „Berechtigte und unabdingbare Anstrengungen von Pädagog*innen, mit digitalen Formaten Jugendarbeit aufzufangen und den Kontakt zu halten, sind in der Regel wenig ausreichend und werden den analogen Weg und die soziale Nähe nicht ersetzten“, ergänzt Weiss-Thiel. Deshalb sei es dringend nötig gewesen Abhilfe zu schaffen und den Jugendlichen wieder einen zentralen Anlaufpunkt zu geben, so die Stadtoberen.

„Die Library ist ein unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen bekannter und anerkannter, höchst attraktiver Standort, welcher zudem noch sehr nah an der Innenstadt befindet“, freut sich Robert Schäfer, Sozialarbeiter und Leiter des Jugendzentrums Hans Böckler. „Darüber hinaus sind die Räume der Library dahingehend ein echtes Statement, da es derzeit kein reines städtisches Jugendzentrum gibt, welches in unterschiedlichen Befragungen immer wieder gewünscht wurde“, ergänzt Thomas Boeuf, Abteilungsleiter der Familien- und Jugendarbeit. Mit der Übergangslösung sei man daher hoch zufrieden, sind sich die beiden einig.

Das Programm und die Öffnungszeiten wurden auf die neue Location abgestimmt und erweitert, teilen Schäfer und Boeuf mit. Derzeit könnten aufgrund von Pandemiebestimmungen nur Bildungsangebote im Betreuungsschlüssel von 1:4 stattfinden. Daher würden Schulungen wie Juleica, Gewaltprävention, Patenausbildung und die künstlerischen Angebote des Ateliers im Fokus stehen. „Natürlich sind auch die Mitarbeiter der aufsuchenden Jugendarbeit in der Innenstadt unterwegs um mit jungen Menschen in Kontakt zu treten und für Fragen und Antworten zur Verfügung zu stehen“, so Boeuf.
Sobald die Corona-Lage offene Jugendarbeit wieder zulässt, sollen in der Library an mehreren Tagen in der Woche ein offener Treff im Zeitrahmen von 18-21 Ihr stattfinden.

In den Nachmittagsstunden wird wieder eine Hausaufgabenhilfe für die Jahrgangsstufen vier bis acht angeboten. Der inklusive offene Treff in Kooperation mit dem Behindertenwerk Main-Kinzig (BWMK) wird vorerst im Mehrgenerationenhaus Fallbach stattfinden, da die Library nicht barrierefrei gebaut ist. Ebenfalls an Bord sein wird auch das KUZ Hanau (Trägerverein Pumpstation e. V.), mit denen, wie in der Vergangenheit, auch die unterschiedlichsten Veranstaltungen durchgeführt wurden.

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