Hessische-Nachrichten -Stadt-Hanau-Stadt Hanau – Mit einem halben Dutzend angesehener Preise würdigt die Stadt Hanau seit vielen Jahren schon die etablierte Kunst und Kultur.

Nun soll auch das Engagement vieler Menschen im Bereich der Soziokultur geehrt und in den Fokus des öffentlichen Interessens gerückt werden. Der Magistrat hat beschlossen, dass ab diesem Jahr – voraussichtlich im Herbst – der ‘Hanauer Preis für Soziokultur‘ jährlich verliehen und mit 3000 Euro dotiert wird. Besonders in den schwierigen Corona-Zeiten ist dies nach den Worten von Oberbürgermeister Claus Kaminsky „ein wichtiges Ausrufezeichen und zugleich eine Ermutigung und Wertschätzung für die vielfältige Arbeit vor allem der jüngeren Leute in der Soziokultur.“

Angelehnt an einen Slogan der Landesarbeitsgemeinschaft der Kulturinitiativen und soziokulturellen Zentren (LAKS) gibt man sich in Hanau das Motto „Soziokultur ist uns MehrWert“: Mit dem Beschluss, den Preis jährlich zu vergeben, wird nach Auffassung des Magistrats ein wichtiges Zeichen für die Nachhaltigkeit der Arbeit aller engagierter Menschen in diesem Bereich gesetzt. Der Preis kann vergeben werden an Organisationen, Gruppen, Initiativen und Einzelpersonen.

Über die Preisträger:innen entscheidet eine sachkundige Jury aus Personen aus Kunst und Kultur, bürgerschaftlichem Engagement und der Jugendarbeit. Im ersten Jahr besteht dieses Gremium aus OB Kaminsky, Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck, Martin Hoppe (Fachbereichsleiter Kultur, Stadtidentität und Internationale Beziehungen), Nicole Harth und Thomas Boeuf (Familien und Jugendarbeit, Jugendbildungswerk), der Sängerin und Schauspielerin Mirjam Wolf sowohl dem Grafiker und Musiker Volker Stelzner, der für sein Engagement in der Soziokultur bereits 2005 mit der Hanauer Bürgerplakette ausgezeichnet wurde. Damals gemeinsam unter anderem mit Wolfgang Kischel, der Mitglied ohne Stimmrecht in der Jury und im Fachbereich Kultur für die Soziokultur verantwortlich ist. Ihm obliegt auch die Geschäftsführung für die Preisvergabe.

Jedes Jurymitglied kann jeweils eine Kandidatin oder einen Kandidaten benennen. Dabei kann es auch um Einzelprojekte gehen. Eindeutig im Vordergrund stehen jedoch dauerhaftes Engagement, Zukunftsfähigkeit und nachhaltige Kulturpraxis. Außerdem wurden weitere Kriterien formuliert: Die Projekte und Aktivitäten müssen selbstbestimmt und selbstorganisiert sein. Sie sollen zum überwiegenden Teil von freiwilligem und bürgerschaftlichem Engagement getragen werden – Professionalität ist jedoch ausdrücklich kein Ablehnungskriterium. Ausgeschlossen sind lediglich Aktivitäten mit ausschließlich kommerziellen Interessen.

Generell sollen sich preiswürdige Projekte oder Aktivitäten einer emanzipatorischen, antirassistischen, aufklärerischen, gemeinwesenorientierten und demokratischen Grundhaltung verpflichtet fühlen. Unterstützt und geehrt werden sollen Menschen oder Organisationen, die in vorbildhafter Weise gesellschaftliche Problemlagen oder Zukunftsfelder mit künstlerischen, kulturellen oder soziokulturellen Mitteln aufzeigen oder lösen.

Oberbürgermeister Kaminsky sieht in dem neuen Preis eine „große Chance auch kleinere Vereine und Initiativen, deren Arbeit leider allzu häufig eher im Verborgenen geschieht, ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken“. Zudem werde mit dem Preisgeld die Arbeit der Engagierten konkret gefördern, was dann wiederum der Stadt Hanau und allen Bürgerinnen und Bürgern zugutekomme.
Die Stadt Hanau verleiht bisher folgende Auszeichnungen im Bereich Kultur: Brüder Grimm-Preis für Literatur, Paul Hindemith-Preis, Ludwig Emil Grimm-Preis für Karikatur, Stadtgoldschmied/in, Stadthistoriker/in, Brüder Grimm-Bürgerdozentur und die August Gaul-Plakette.


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