Stadt Hanau – Spiel-Arten des Schultheaters – Ausschreibung Hanauer Schultheaterwochen 2018 hat begonnen

Hessische-Nachrichten -Stadt-Hanau-Stadt Hanau – Kopf, Herz und Hand gleichzeitig aktivieren. Dies ist eines der Ziele der Hanauer Schultheatertage, die nach ihrer „Reanimation“ im Vorjahr nun in die nächste Runde gehen.

Das traditionsreiche Projekt hatte zwei Jahre pausiert, bevor es gemeinsam vom Staatlichen Schulamt des Main-Kinzig-Kreises und dem Fachbereich Kultur, Stadtidentität und Internationale Beziehungen der Stadt Hanau 2017 neu konzipiert und umgesetzt wurde. Danach haben sich alle Beteiligten wieder an einen Tisch gesetzt, Bilanz gezogen und für dieses Jahr noch ein paar Details verändert – und setzen nun unter dem Titel „Spiel-Art“ auf noch größere Beteiligung und noch mehr Spaß.

Dabei geht es auch um Grundlegendes: „Die Schule ist nahezu der einzige Ort, an dem ästhetische und kulturelle Bildung alle Kinder und Jugendlichen unabhängig von ihrer sozialen, ökonomischen oder kulturellen Herkunft dauerhaft und kontinuierlich erreichen kann“, betont Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Und Erich Schleßmann, Leitender Schulamtsdirektor vom Staatlichen Schulamt ergänzt: „Im Vordergrund steht dabei nicht, dass ausschließlich künstlerisch hochwertige Inszenierungen präsentiert werden, sondern dass die jugendlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich neuen Herausforderungen stellen, innere Begrenzungen und Ängste überwinden und ihrer Kreativität Ausdruck verleihen sowie neue Begegnungsmöglichkeiten entstehen – mit sich selbst und Anderen.“

Vor diesem Hintergrund begann nun die Ausschreibung an alle weiterführenden Schulen in Hanau und im Main-Kinzig-Kreis, denn das Angebot richtet sich heuer an die Klassen 5 bis 13. Ob man künftig den Grundschulen ein spezielles Angebot unterbreiten will, wird derzeit noch diskutiert.

Das Grundprinzip aus dem Vorjahr ist unverändert: Die Schulen arbeiten mit renommierten Theaterpädagoginnen und -pädagogen (Dominik Macri, Stefanie Zellmann, Benjamin Baumann, Marco Schkoda, Raphael Kassner und Wolfgang Schramm) zusammen, entwickeln Szenen oder kurze Stücke und präsentieren diese bei einem gemeinsamen Theatertag.

Die Schulen erhalten derzeit eine detaillierte Projektbeschreibung inklusive der Workshop-Angebote. Bis zum 24. August müssen sich dann die Schulen für eines der angebotenen Projekte bewerben. Dann beginnt die erste Projektphase: Zwischen September bis Dezember werden an den Schulen Kinder, Jugendliche, Lehrerinnen und Lehrer sowie Referentinnen oder Referenten gemeinsam Strukturen und Inhalte erarbeiten. Die Termine werden individuell zwischen teilnehmenden Schulen und den Künstlerinnen und Künstlern vereinbart. Nach dem Input durch die Künstler/innen arbeiten die Lehrerinnen und Lehrer quasi „alleine“ mit ihren Gruppen an dem Projekt weiter.

Die zweite Workshop-Phase erfolgt im Januar und Februar nächsten Jahres als Fortführung der zuvor veranstalteten Workshops. Auch hier werden die Termine individuell abgesprochen. Die zweite Phase dient der Sichtung der Ergebnisse und der Vorbereitung der Präsentation auf der Bühne. Diese soll, wie bereits im vergangenen Jahr, an einer der beteiligten Schulen stattfinden. Konkrete Gespräche werden bereits geführt. Sicher ist: Die gemeinsamen Aufführungen aller teilnehmenden Schulen werden im Februar 2019 stattfinden.

„Schultheater kann viel: Konflikte angehen, Spiegel vorhalten, Spannung und Lachen provozieren. Es kann Gruppen verändern, Kinder und Jugendliche ebenso sehr fordern wie fördern. Aber vor allem kann es begeistern!“ Da sind sich die beiden Hauptverantwortlichen sicher: Anne Schadt, Fachberatung Kulturelle Bildung am Staatlichen Schulamt für den Main-Kinzig-Kreis, und Wolfgang Kischel, verantwortlich für Soziokultur im Fachbereich Kultur, Stadtidentität und Internationale Beziehungen. Sie setzen auf die vielfältigen und nachgewiesenen Wirkungen des Schultheaters. Sie wollen mit dem Projekt die Vielfalt des Schultheaters zeigen und Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern Begegnungen ermöglichen.

,,Dass Kinder Theater spielen, ist ein wichtiger Bestandteil der ästhetischen Bildung, denn es heißt auch, dass Kinder Theater sehen und dass die Produktion und Rezeption von Kunst im Bildungsprozess untrennbar miteinander verbunden sind“, so Max Fuchs, Vorsitzender des Deutschen Kulturrats. Dies würden sowohl die Kinder und Lehrkräfte der 2017 beteiligten Hanauer Schulen (Hohe Landesschule, Karl-Rehbein-Schule und Lindenauschule) sowie die Bertha-von-Suttner-Schule in Nidderau bestätigen, als auch die Fachreferentinnen und Referenten.

Auch Schirmherr Oberbürgermeister Claus Kaminsky lobt das „beispielhafte dezernatsübergreifende, ja institutionsübergreifende Projekt“, welches zeige, „wie mit Kreativität und Engagement in Zeiten knapper Kassen wichtige Schwerpunkte gesetzt werden können.“ Denn die Schultheatertage werden auch in diesem Jahr wieder mit einem Drittel des Etats früherer Zeiten auskommen. Rund 6.500 Euro kostet die Neuauflage, gestemmt werden die Kosten vom Fachbereich Kultur sowie durch Zuwendungen der Stiftung der Sparkasse Hanau und des Hessischen Kulturministeriums.

Auch in diesem Jahr, dies betont Martin Hoppe mit ausdrücklichem Dank, wird erneut ein entscheidender Teil der Organisation vom Staatlichen Schulamt geleistet.

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