Wiesbaden – Feuerwehr: Holunderblütensirup mit besonderem Geschmack

Mittelrhein-Tageblatt - Deutsches Tageblatt - News - Wiesbaden -Wiesbaden – Feuerwehr: Am frühen Abend des Montags Tages wurde die Feuerwehr Wiesbaden durch eine Anwohnerin zu einem ausgelösten Rauchwarnmelder alarmiert. Vor Ort konnten bereits deutliche Rauchschwaden aus dem gekippten Fenster wahrgenommen werden. Auch nach mehrmaligen Klopfen und Klingeln öffnete niemand die Wohnungstür.

Über drei Wege wurde versucht in die Wohnung im 2. Obergeschoss einzudringen. Ein Trupp bearbeite die Tür mit Türöffnungswerkzeug. Da es sich um einen Hochsicherheits-Beschlag handelte, gestaltete sich die Türöffnung schwierig. Parallel wurde versucht das gekippte Fenster über das Hubrettungsfahrzeug anzuleitern. Auch dieser Versuch scheiterte aufgrund eines Baumes, der sich direkt vor dem Fenster befand. Eine Nachbarin ermöglichte den Zutritt zum rückwärtigen Gartenbereich. Die Balkontür schien gekippt zu sein, daher wurde eine tragbare Leiter in Stellung gebracht.

Zwischenzeitlich konnte durch die Polizei die Wohnungseigentümerin ermittelt und telefonisch kontaktiert werden. Sie befand sich glücklicherweise nicht in der verrauchten Wohnung. Sie hatte einen Schlüssel versteckt und verriet der Polizei, wo der Schlüssel zu finden ist. Nach einer kurzen Suchaktion konnte die Wohnungstür geöffnet werden und ein Trupp unter Atemschutz in die betroffene Wohnung vordringen.

Um den Treppenraum -als Rettungsweg für andere Bewohner- rauchfrei zu halten, wurde ein mobiler Rauchverschluss installiert. Das in die Wohnungstür geklemmte „Tuch“ verhindert, dass Rauch aus dem Brandraum in angrenzende Räume gelangt bzw. reduziert die Ausbreitung. Auf dem Herd stand ein großer Topf mit verkohltem Holunderblütensirup. Der Kochlöffel, welcher noch in der äußerst zähen Masse stecke, war bis auf 5 cm abgebrannt. Ein Löschangriff mit Strahlrohr, welcher parallel vorsorglich aufgebaut worden war, kam nicht zum Einsatz. Der Topf konnte im Spülbecken abgelöscht und ins Freie gebracht werden.

Während des Einsatzes des Trupps unter Atemschutz wurde durch die Freiwillige Feuerwehr Stadtmitte ein sogenannter „Sicherheitstrupp“ gestellt. Der ebenfalls mit Atemschutzgeräten ausgerüstete Sicherheitstrupp steht bereit, um verunfallten Kollegen /-innen im Notfall unverzüglich Hilfe leisten zu können. Glücklicherweise war die Entsendung des Sicherheitstrupps nicht erforderlich und der Einsatz verlief ohne weitere, besondere Vorkommnisse.

Zum Schluss wurde die Wohnung noch einige Zeit durch einen Hochleistungslüfter belüftet. Die Bewohnerin war zwischenzeitlich an der Einsatzstelle eingetroffen und musste wegen eines Erregungszustandes vom Rettungsdienst betreut werden. Nach Beendigung der Maßnahmen konnte sie zurück in ihre Wohnung. Den Holunderblütensirup wird sie wohl ein weitere Mal zubereiten müssen, geschmacklich war da nichts mehr zu retten…

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