Wiesbaden – Gesellschaft: Ergebnisbericht zur Umfrage „Leben in Wiesbaden“

Hessen-24 - Wiesbaden - Aktuell -Wiesbaden (HE) – Die überwiegende Mehrheit der Wiesbadener lebt gerne in Wiesbaden. Nur 4 Prozent würden lieber woanders in der Region leben, weitere 8 Prozent woanders in Deutschland und knapp 3 Prozent würden lieber im Ausland leben, wenn sie es sich aussuchen könnten.

Die Verbundenheit der Wiesbadener mit ihrer Stadt ist mit 78 Prozent deutlich höher als mit dem Land Hessen (knapp 60 Prozent fühlen sich damit verbunden), mit der Region Rhein-Main (58 Prozent) oder der Rheingau-Taunus-Region (46 Prozent). Insgesamt betrachtet ist die Verbundenheit mit der Stadt auch etwas stärker ausgeprägt als die – ebenfalls hohe – Verbundenheit mit dem eigenen Stadtteil (72 Prozent; Bild 1).

Am zufriedensten und verbundensten mit ihrem jeweiligen Stadtteil fühlen sich Befragte aus Nordost, Rambach und Sonnenberg, den nordöstlichen Vororten (Heßloch, Kloppenheim, Naurod, Auringen, Igstadt, Medenbach und Breckenheim), sowie aus Schierstein und Frauenstein. Befragte in Biebrich fühlen sich auch stark verbunden mit ihrem Stadtteil, weisen jedoch im innerstädtischen Vergleich eine leicht unterdurchschnittliche Zufriedenheit mit dem eigenen Stadtteil auf. Tendenziell geringere Zufriedenheits- und Verbundenheitswerte für den eigenen Stadtteil weisen Befragte in den Ortsbezirken Dotzheim und Klarenthal, Mitte/Westend sowie in den Stadtteilen Amöneburg, Kastel und Kostheim auf. Auch hier ist die Gruppe der Zufriedenen beziehungsweise Verbundenen jedoch immer größer als die Gruppe der Unzufriedenen beziehungsweise Unverbundenen.

Befragte, die sich mit Wiesbaden wenig oder überhaupt nicht verbunden fühlen, sind deutlich häufiger unzufrieden mit der Lebensqualität als diejenigen, die sich mit der Stadt verbunden fühlen (18 Prozent im Vergleich zu 2 Prozent). Umgekehrt fühlen sich Befragte, die zufrieden sind mit der Lebensqualität in Wiesbaden, stärker verbunden mit der Stadt als diejenigen, die mit Wiesbaden unzufrieden sind. Zwischen wahrgenommener Lebensqualität und dem Verbundenheitsgefühl mit Wiesbaden ist also ein deutlicher Zusammenhang erkennbar.

Was mögen die Wiesbadenerinnen und Wiesbadener an ihrer Stadt? Hierzu hatten die ausgewählten Bürgerinnen und Bürger in der Befragung die Möglichkeit, frei zu benennen, was ihnen besonders gut gefällt. Davon wurde mit zahlreichen Nennungen rege Gebrauch gemacht und eine umfangreiche und vielfältige „Lieblingsliste“ zusammengetragen. Allem voran schätzen die Wiesbadener ihre historischen Wahrzeichen und das architektonisch besondere und grüne Stadtbild: Kurhaus mit Kurpark, Neroberg und -tal, sowie die vielen Parks und der Stadtwald werden von den Bürgerinnen und Bürgern hoch geschätzt. Auch das Rheinufer mögen viele besonders gerne. Von den in der Bevölkerung beliebten Wiesbadener Veranstaltungen wird am häufigsten das Weinfest hervorgehoben.

Um sich in der Stadt wohlzufühlen sind für verschiedene Bürgergruppen und je nach Lebenssituation unterschiedliche Dinge wichtig. Auch sind innerhalb des Stadtgebiets kleinräumige Unterschiede feststellbar darin, wie die städtische Lebensqualität bewertet wird. So spielt etwa das Thema Sauberkeit eine umso größere Rolle und wird umso kritischer bewertet, je älter die Befragten sind. Neubürger sind damit im Schnitt zufriedener, während im Stadtgebietsvergleich Befragte aus Biebrich, Schierstein und Frauenstein damit tendenziell unzufriedener sind.

Über alle Gruppen und Priorisierungen hinweg besonders zufrieden sind die Wiesbadenerinnen und Wiesbadener in der aktuellen Befragung mit den städtischen Grünanlagen (83 Prozent sind damit zufrieden oder sehr zufrieden), der ärztlichen Versorgung (82 Prozent) und den wohnungsnahen Einkaufsmöglichkeiten (78 Prozent) in der Landeshauptstadt (Bild 2). Relativ hohe Zufriedenheitswerte erreichen zudem das Kulturangebot, die öffentlichen Verkehrsmittel sowie die Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten. Anlässe zur Unzufriedenheit bestehen aus Bürgersicht derzeit hinsichtlich der Sauberkeit des Stadtbildes, beim Lärmpegel und der öffentlichen Sicherheit. Besonders ungünstig werden Fahrradwege und Radverkehrssicherheit beurteilt: Insgesamt 36 Prozent aller Befragten sind hiermit unzufrieden, darunter 16 Prozent sehr unzufrieden.

Dies sind weitere Befunde der Mehrthemenbefragung „Leben in Wiesbaden 2014“, zu der nun ein zweiter Ergebnisbericht erschienen ist. Einzelne Ergebnisse zur Wahrnehmung von Problemen und Aufgabenprioritäten aus Bürgersicht wurden bereits öffentlich vorgestellt. Außerdem wurde Ende Februar ein Ergebnisbericht zum Themenfeld Interesse an Politik und Bürgerbeteiligung veröffentlicht. An der Umfrage hatten sich im Herbst 2014 insgesamt 3022 repräsentativ ausgewählte Bürgerinnen und Bürger beteiligt. Konzipiert und durchgeführt wurde die Studie im Auftrag des Magistrats vom Wiesbadener Amt für Strategische Steuerung, Stadtforschung und Statistik.

 

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Grafik: Stadt Wiesbaden
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Grafik: Stadt Wiesbaden

Die aktuelle Wiesbadener Stadtanalyse kann unter www.wiesbaden.de/statistik kostenfrei heruntergeladen werden. Dort ist auch der erste Teilbericht „Politisches Interesse und Bürgerbeteiligung“ abrufbar, der bereits erschienen ist.

Weitere Ergebnisberichte zur Wohn- und Verkehrssituation werden in den kommenden Monaten folgen.

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