Wiesbaden – Lidl Deutschland und das Technische Hilfswerk unterstützen die Feuerwehr Wiesbaden

Mittelrhein-Tageblatt - Deutsches Tageblatt - News - Wiesbaden -Wiesbaden – Viele neue Eindrücke erlebten die 14 Auszubildenden des aktuellen Grundlehrgangs der Berufsfeuerwehr Wiesbaden in den ersten Wochen ihrer Ausbildung. Dass dies überhaupt möglich war, verdankt die Feuerwehr dem Technischen Hilfswerk Ortsverband Wiesbaden und dem Handelsunternehmen Lidl Deutschland. „Wir bedanken uns ausdrücklich beim THW Wiesbaden und bei Lidl für die hervorragende Unterstützung bei der Durchführung der Feuerwehr-Grundausbildung“, sagt Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende.

Das Auswahlverfahren fand bereits im vergangenen Jahr statt. Eingekleidet wurden die neuen Auszubildenden im Winter. Bis zu diesem Punkt lief alles nach Plan – dann kam der „Lockdown“. Um die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr Wiesbaden sicherstellen zu können, wurden alle Aktivitäten auf ein absolut erforderliches Minimum reduziert. Wachen, Wachabteilungen, Freiwillige Feuerwehren wurden strikt voneinander getrennt. Unter keinen Umständen durfte sich das Corona-Virus auch bei der Feuerwehr Wiesbaden ausbreiten. Ein neuer Grundausbildungslehrgang in den Räumlichkeiten der Feuerwache 2 war undenkbar.

Sofort stellte sich dem Ausbildungsleiter Joachim Rossel die Frage: „Was wird aus unseren neuen Auszubildenden werden?“. Die Arbeitsverträge bei den ehemaligen Arbeitgebern waren bereits gekündigt, Anfang April sollte die Ausbildung im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst beginnen. „Es war uns eine Herzensangelegenheit, trotz der Geschehnisse, den jungen Kolleginnen und Kollegen einen sicheren Ausbildungs- und Arbeitsplatz bieten zu können“, sagt der zuständige Abteilungsleiter Andreas Kleber.

Innerhalb von wenigen Tagen wurde durch das Sachgebiet Ausbildung ein neues Ausbildungskonzept entwickelt. Dieses sah zunächst ein Selbststudium in den eigenen vier Wänden vor. Durch diese Maßnahme wollte man sich zunächst etwas „Luft schaffen“, um eine für die Ausbildung geeignete Liegenschaft zu finden. Andreas Kleber ist stolz auf sein Team: „Gemeinsam haben wir es geschafft, innerhalb kürzester Zeit ein völlig neues Ausbildungskonzept zu entwickeln. Ohne das persönliche Engagement jedes Einzelnen wäre das nicht möglich gewesen.“

Als tauglich stellte sich die Dienststelle des Technischen Hilfswerks Ortsverband Wiesbaden heraus. Einige Tage zuvor waren dort bereits zwei Rettungswagen im Rahmen der Dezentralisierung der Rettungswachen in Wiesbaden stationiert worden. Nun sollte dort in einem separaten Gebäudeteil auch der Grundlehrgang der Wiesbadener Feuerwehr stattfinden.

Das Gelände am Siegfriedring bot neben ausreichend Stellplätzen für Großfahrzeuge, auch die Infrastruktur, die für den Ausbildungsdienst notwendig ist. Als Schulungsmöglichkeiten wurden dem Grundausbildungslehrgang der THW-eigene Lehrsaal und Stabsraum zur Verfügung gestellt. Die praktischen Ausbildungsthemen konnten auf dem geräumigen Außengelände stattfinden. Auch die Mittagsverpflegung konnte, dank der Bereitstellung einer großen und sehr gut ausgestatteten Küche, in Eigenregie realisiert werden. Die Gastfreundschaft durch die Kollegen des THW sei außergewöhnlich gewesen.

Um die praktische Ausbildung der zukünftigen Einsatzkräfte möglichst realitätsnah gestalten zu können, wurde parallel nach Übungsobjekten gesucht. Fündig wurde man in unmittelbarer Nähe des Ausweichsitzes beim THW. In der Mainzer Straße befindet sich ein nicht mehr genutztes Möbelhaus mit mehreren Gebäudeteilen, das sich im Besitz von Lidl Deutschland befindet. Das Unternehmen war nach Kontaktaufnahme zügig bereit das Grundstück der Feuerwehr Wiesbaden für Übungszwecke zur Verfügung zu stellen. Das Objekt besteht aus einem Lager, einem Verkaufs- und einem Verwaltungsgebäude, sodass eine Vielzahl von Einsatzszenarien unter sehr realistischen Bedingungen trainiert werden können.

„Die Feuerwehr ist immer wieder auf Unternehmen und Privatleute angewiesen, die entsprechende Objekte zur Verfügung stellen. So können wir unsere Auszubildenden optimal auf die Realität vorbereiten. Eine solide, realitätsnahe Ausbildung kann im Ernstfall Leben retten“, so der kommissarische Amtsleiter Johannes Mumbauer.

Aufgrund der rückläufigen Entwicklungen der Fallzahlen und der damit einhergehenden Lockerungen konnte der Grundausbildungslehrgang Mitte Juni dann doch auf die Feuerwache 2 umziehen. In einem Hygienekonzept wurden strikte Regelungen getroffen, so dass eine Durchmischung mit der diensthabenden Wachmannschaft, ausgeschlossen ist. Das Übungsobjekt in der Mainzer Straße wird weiterhin genutzt.

+++

Herausgeber / Ansprechpartner:
Pressereferat der Landeshauptstadt Wiesbaden
Schlossplatz 6
65183 Wiesbaden