Bonn – Baumfällungen: Trockenheit hinterlässt Spuren auf Friedhöfen

Mittelrhein-Tageblatt - Deutsches Tageblatt - News - Bonn -Bonn – Umwelt: Auf den Bonner Friedhöfen müssen diesen Winter rund 370 Bäume gefällt werden. Durch den Wassermangel der letzten beiden Sommer sind viele Bäume abgestorben oder derart geschwächt, dass sie bruchgefährdet sind. Um Friedhofsbesucherinnen und –besucher zu schützen, müssen sie nun gefällt werden. Bei einem Pressetermin auf dem Poppelsdorfer Friedhof erläuterten Dieter Fuchs, Leiter des Amtes für Stadtgrün, Baumexperte Rolf Dung und Jörg Baur vom Amt für Stadtgrün die notwendigen Arbeiten.

Besonders betroffen ist der Friedhof Poppelsdorf: Hier müssen rund 160 Bäume kurzfristig gefällt werden. Die Arbeiten sollen starten, sobald eine geeignete Fachfirma beauftragt werden konnte. Die meisten Fällungen sind im Urnenhain am Waldrand an der Kreuzbergkirche notwendig, wo zahlreiche Orient-Fichten vom Borkenkäfer befallen sind. Aber auch in anderen Friedhofsbereichen sind durch die Trockenheit mehrere Bäume abgestorben und nicht mehr verkehrssicher.

„Dies betrifft auch große und teilweise friedhofsprägende Bäume. Das gewohnte Erscheinungsbild des Friedhofs wird sich somit verändern, die Fällungen sind jedoch unumgänglich“, bedauert Dieter Fuchs, Leiter des Amtes für Stadtgrün, und bittet die Bürgerinnen und Bürger um Verständnis, dass während der Arbeiten Teilbereiche der Friedhöfe für einige Tage gesperrt werden müssen.

Bäume werden alle 15 Monate kontrolliert

Alle Bäume im Bonner Stadtgebiet werden durch die städtischen Baumkontrolleure alle 15 Monate überprüft. Durch die trockenen Sommer 2018 und 2019 waren die Bedingungen für viele Bäume deutlich schlechter als in normalen Jahren. „Während einige Baumarten, wie zum Beispiel die Platane, verhältnismäßig gut mit den extremen Witterungsbedingungen zurechtgekommen sind, hat der Wassermangel anderen Arten sehr geschadet“, erklärt Baumexperte Rolf Dung. Bei den Laubbäumen sind dies Birken, Baumhasel, Berg-Ahorn und Rot-Buche, bei den Nadelbäumen Fichten, Wald-Kiefern und Lärchen. „Bei diesen Bäumen sind auffällig viele Exemplare, die bei den letzten Kontrollen noch vital waren, innerhalb kurzer Zeit abgestorben – unabhängig ihres Alters und ihres Standorts“, so Dung.

Durch Wassermangel sind Bäume zudem anfällig für Krankheiten. Dies zeigt sich zum Beispiel durch den Borkenkäferbefall an Fichten und die Verbreitung der Rußrindenkrankheit am Berg-Ahorn. Regelmäßig müssen aber auch Bäume altersbedingt aufgegeben werden, in diesem Jahr zum Beispiel eine alte Blut-Buche am Johanneskreuz auf dem Alten Friedhof.

Neben dem Friedhof Poppelsdorf sind der Nordfriedhof und der Waldfriedhof Heiderhof am stärksten betroffen: Hier müssen jeweils circa 50 Bäume gefällt werden. Bis Ende Februar sollen die Fällarbeiten auf den Friedhöfen abgeschlossen sein. Für die Ersatzpflanzungen wird das Amt für Stadtgrün auch Baumarten wählen, die hier nicht heimisch sind, mit den sich verändernden klimatischen Bedingungen jedoch besser zurechtkommen.

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Stadt Bonn