Bonn – Bunte Blühfelder auf dem Südfriedhof

Stadt-News-Bonn-und-NRW-News-aus-Bonn-Aktuell-Bonn – Eine Oase für Insekten ist in den vergangenen Wochen auf dem Bonner Südfriedhof entstanden: Friedhofsleiter Ulrich Pacyna hat über 5000 Quadratmeter ungenutzte Rasenfläche in leuchtend bunte Blühfelder umgewandelt. Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten tummeln sich inzwischen über Senf- und Buchweizenfeldern. Auch Bienenweide, Raps, Mohn und Sonnenblumen sind eingesät.

Als Unterschlupf für die summenden Bewohner des Südfriedhofs hat Pacyna zusammen mit einem Mitarbeiter ein großes Insektenhotel gebaut. Der NABU Bonn unterstützt beim Aufhängen zusätzlicher Nistkästen für Honigbienen. Nicht nur für Insekten, sondern auch für andere Tiere ist der Südfriedhof inzwischen eine echtes Paradies: Amphibien und Igel finden in den hohen Gräsern einen Rückzugsort und Nahrung, eine Teilfläche wird von Schafen beweidet.

Doch das ist erst der Anfang, das Amt für Stadtgrün hat noch mehr vor: Die Blühfelder sollen in mehrjährige Blühwiesen umgewandelt werden, hier ist die Biologische Station Bonn Rhein/Erft mit im Boot. Ab Herbst sollen Streuobstwiesen entstehen, außerdem wird eine Blumenzwiebelfläche angelegt und Baumstämme sollen künftig Futter und Lebensraum für Käfer bieten. So entsteht auf den umgewandelten Wiesen nach und nach und ein echtes Biotop und ein Lern- und Erfahrungsraum für Kindergärten und Schulen.

Stadt unterstützt das Projekt „Bonn blüht und summt“

Inzwischen macht auch ein Blühschild der Aktion „Bonn blüht und summt“ Besucherinnen und Besucher des Südfriedhofs darauf aufmerksam, dass die blühende Wiese Lebensraum für Insekten ist. Die Initiative kämpft gegen das Insektensterben und wirbt dafür, insektenfreundliches Saatgut zu verwenden – sei es in Form groß angelegter Blühfelder oder auch nur in Form eines „Blühquadratmeters“ auf dem Balkon oder im Garten.

„Wir sind total begeistert, was für ein tolles Biotop hier auf dem Friedhof entstanden ist und hoffen, dass viele diesem Beispiel folgen“, freut sich Projektmitarbeiterin und Heilkräuterexpertin Katharina Mischling. „Eine hochgewachsene Wiese wird leider noch viel zu oft als Unkraut missverstanden. Mit unseren Blühschildern wollen wir deswegen vor allem zur Bildungs- und Aufklärungsarbeit beitragen und die Menschen für insektenfreundliche Grünflächen begeistern.“

Die Stadt Bonn unterstützt das Projekt und verwendet selbst auf vielen Flächen insektenfreundliche Kräutermischungen. Auch das Wiesenprogramm der Stadt kommt den Insekten zugute: Hierzu werden Rasenflächen, die vormals bis zu 25 mal pro Jahr gemäht und daher von wenigen Gräsern dominiert wurden, in Wiesen überführt, welche nur noch ein- oder zweimal im Jahr gemäht werden. So können zahlreiche Kräuter und Gräser bis zur Samenreife gelangen. Außerdem stellt die Stadt kleinere Flächen für Urban Gardening bereit, so dass auch die Bürgerinnen und Bürger die Stadt zum Blühen und Summen bringen können.

Die Blühkarten in verschiedenen Formaten sowie weitere Informationen zum Projekt „Bonn blüht und summt“ gibt es auch online: www.bonnimwandel.de/bonnbluehtundsummt

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Herausgeber: Der Oberbürgermeister der Bundesstadt Bonn, Presseamt, Stadthaus, Berliner Platz 2, 53111 Bonn