Bonn – Fahrradklimatest: Bonn im NRW-Vergleich im Mittelfeld

Mittelrhein-Tageblatt - Deutsches Tageblatt - News - Bonn -Bonn – Umwelt: Beim Fahrradklimatest 2018 des ADFC ist die Stadt Bonn von rund 1660 Teilnehmenden mit der Schulnote vier bewertet worden. Sie liegt damit leicht unter dem ebenfalls abfallenden Bundesdurchschnitt. Verkehrsdezernent Wiesner kündigte Investitionen für den Radverkehr an.

Es handelt sich beim Fahrradklimatest um eine deutschlandweite, nicht-repräsentative Befragung. Die Teilnehmenden bewerten ihre Gemeinde hinsichtlich 27 fahrradbezogener Kriterien auf einer Schulnotenskala von 1 bis 6. Die Kommunen wurden in fünf Gruppen entsprechend ihrer Einwohnerzahlen eingeteilt, wodurch eine bessere Vergleichbarkeit gewährleistet werden soll.

In der Gruppe der Städte mit 200.000 bis 500.000 Einwohnerinnen und Einwohnern rangiert Bonn auf Landesebene im Mittelfeld, hier nimmt die Kommune den sechsten Rang unter elf Städten ein und liegt nah am NRW-Durschnitt von 4,1. Das Bonner Gesamtergebnis von 4,22 ist etwas schlechter als der bundesweite Durchschnitt von 4,0 aller 25 Städte in der genannten Größenkategorie. Beteiligt haben sich in Bonn 2018 1664 Menschen, 2016 waren es leidglich 855. Damals lautete die Gesamtnote 4,06.

„Die Verdopplung der Anzahl der Teilnehmenden zeigt, dass der Stellenwert des Radverkehrs in Bonn steigt. Bis 2022 investieren wir 14 Millionen Euro für nachhaltige Mobilität in Bonn – darunter in Mobilstationen mit Fahrradparkhäusern, Fahrradboxen, E-Bike-Ladestellen, überdachten Fahrradbügeln und Luftstationen. Außerdem werden wir die Radwege am Rhein entlang der Rheinaue zu Radschnellrouten ausbauen“, sagte Umwelt- und Verkehrsdezernent Helmut Wiesner.

Eine Verbesserung der Bewertung im Vergleich zu 2016 konnte die Stadt beim Thema „Öffentliche Fahrräder“ erreichen. Das Fahrradverleihsystem des Anbieters Nextbike ist im Spätsommer 2018 von den Stadtwerken Bonn eingeführt worden. Auch die Öffnung der Einbahnstraßen für den Radverkehr wurde etwas besser bewertet als 2016. Die größten Einbußen mussten in den Kategorien „Spaß oder Stress?“, „Fahrradförderung in jüngster Zeit“ und „Fahrradmitnahme im ÖPNV“ hingenommen werden. Allerdings haben Kinderwagen und Rollstühle in Bussen und Bahnen Vorrang vor Fahrrädern.

„Beim Rad-Dialog im Jahr 2017 haben uns 2300 Bürgerinnen und Bürger ihre Hinweise zum Thema Radverkehr in Bonn geliefert. Die haben wir in unseren Planungen bereits mit berücksichtigt: Beispielsweise bei der neuen Verkehrsführung vor und um den Hauptbahnhof und bei der Viktoriaunterführung“, erklärte Wiesner. Er wies zudem darauf hin, dass die Fahrradabstellanlagen am neuen Haltepunkt UN Campus im Sommer aufgestellt werden. Hier musste noch die Förderzusage des Landes abgewartet werden. Auch am Hauptbahnhof sind nach Abschluss der Bauarbeiten weitere Stellplätze geplant.

Wiesner zeigte Verständnis für die Rückmeldungen aus der Bürgerschaft zur offenen Frage. Moniert wurde unter anderem mangelnde Gleichberechtigung mit Autos auf der Straße und, dass Radfahrende sich im Stadtverkehr nicht sicher fühlen, insbesondere wenn sie mit Kindern unterwegs sind. „Wir werben für gegenseitigen Respekt und Rücksichtnahme, deshalb haben wir uns der Kampagne des ADFC zum Sicherheitsabstand angeschlossen und weisen auf städtischen Autos auf den Mindestabstand von 1,5 Metern beim Überholen von Fahrrädern hin.“

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Stadt Bonn