Bonn – Gesellschaft: Parität – wie können wir das erreichen?

Stadt-News-Bonn-und-NRW-News-aus-Bonn-Aktuell-Bonn – Gesellschaft: Der Arbeitskreis der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten diskutierte mit Politikerinnen aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis im Frauenmuseum über Gegenwart und Zukunft für kommunalpolitisch engagierte Frauen.

Einige Meilensteine der Gleichstellung von Frau und Mann wurden in der Demokratie Deutschlands bereits umgesetzt: Vor 100 Jahren, am 19. Januar 1919, durften bei der Wahl zur Deutschen Nationalversammlung erstmals Frauen von ihrem aktiven und passiven Wahlrecht Gebrauch machen. Vor 70 Jahren, am 23. Mai 1949, wurde der Satz „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ in Artikel 3 Absatz 2 unseres Grundgesetzes aufgenommen. Und der Brandenburgische Landtag beschloss am 31. Januar 2019 als erstes Bundesland ein Gesetz, das von allen Parteien bei Landtagswahlen eine paritätische Kandidaturliste verlangt. Es müssen also gleich viele Frauen und Männer auf der Landesliste aufgestellt werden.

Der Arbeitskreis der kommunalen Gleichstellungsbeauftragen Bonn/Rhein-Sieg nahm diese Meilensteine zum Anlass, Akteurinnen der Rats- und Kreistagsgremien in der Stadt Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis am Mittwoch, 3. April 2019, in das Frauenmuseum Bonn einzuladen und mit ihnen diese historischen Ereignisse Revue passieren zu lassen. Wie sieht die Gegenwart und Zukunft für kommunalpolitisch engagierte Frau aus? – so die zentrale Frage des Abends.

Nach der Führung durch die Ausstellung „Aufbruch der Frauen in die Politik der Moderne – vom Frauenwahlrecht zum Frauenmandat“ referierte Andrea Rupp, Vorsitzende der Regionalgruppe Bonn des Deutschen Juristinnenbundes, zum Thema „Parität – Macht zu gleichen Teilen! Wie können wir das erreichen?“ Nachdem sie die geschichtliche Entwicklung zur politischen Beteiligung von Frauen in Deutschland skizziert hatte, erläuterte die Juristin, wie die Bedingungen und Grundlagen für ein Paritätsgesetz, welches in Brandenburg als erstem Bundesland verabschiedet wurde, aussehen. Zudem ging Andrea Rupp auf rechtliche Lösungsansätze ein und stellte dar, welche strukturellen und gesellschaftlichen Einflüsse für die Frauen eine Rolle spielen.

Informationen zum Arbeitskreis

Der Arbeitskreis der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten Bonn/Rhein-Sieg ist ein Zusammenschluss der Gleichstellungsbeauftragten der Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises und der Stadt Bonn. Sie fördern und initiieren Maßnahmen für die Verbesserung der Situation von Frauen sowie für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen und Männer. Zu ihren Aufgaben gehört auch die Beratung und Unterstützung von Frauen bei beruflicher Förderung und Beseitigung von Benachteiligungen.

Der Arbeitskreis organisiert unter anderem gemeinsame Veranstaltungen rund um Themen der Gleichstellung (Themenwoche „Frau und Beruf“), kooperiert mit weiteren Trägern bzw. Institutionen (zum Beispiel mit der Agentur für Arbeit und den Jobcentern) und ist vertreten im Arbeitskreis Opferschutz Bonn/Rhein-Sieg.

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Stadt Bonn